Hilda 1x01

Hilda 1x01

Bei Netflix ist die neue Animationsserie Hilda gestartet. Die Adaption der mit dem Eisner Award ausgezeichneten Comicreihe von Luke Pearson, fängt die Vorlage dabei wirklich perfekt ein. Review der Pilotepisode.

Szenenfoto aus „Hilda“ (c) Netflix
Szenenfoto aus „Hilda“ (c) Netflix
© zenenfoto aus „Hilda“ (c) Netflix

Es gibt so Serien, da weiß man vom ersten Moment an, dass sie ein Volltreffer sind. Sämtliche Elemente stimmen: die Atmosphäre, der Ton, der Soundtrack, die Charaktergestaltung und das Gesamtgefühl. Hilda, die neue Animationsserie von Netflix, ist für mich eine solche Serie. Bis kurz vor dem Start und dem ersten Trailer dazu hatte ich sie gar nicht auf dem Schirm. Dabei hat die Vorlage des Künstlers Luke Pearson, den wichtigsten Comicpreis überhaupt, die Eisner Awards gewinnen können. Manchmal braucht es aber eben auch einen schönen Trailer, um die entsprechende Aufmerksamkeit zu generieren.

Mittlerweile habe ich auch die auf Deutsch veröffentlichten Comicbände gelesen - nein, verschlungen - und bin im „Hilda“-Fieber. Die Zeichentrickserie fängt den Charme und die Magie nämlich unglaublich schön ein. Für mich ist es wie eine warme Wohlfühldecke, die mich einfach rundum glücklich macht, weil so viele Elemente ganz nach meinem Geschmack sind.

Worum geht es in „Hilda"?

Hilda“ handelt vom abenteuerlustigen blauhaarigen Mädchen (wunderbar britisch: Bella Ramsey aka Lyanna Mormont aus Game of Thrones), die gemeinsam mit ihrem Hörnchen Twig zahlreiche Abenteuer erlebt und dabei auf allerhand Kreaturen trifft, wozu Elfen, Giganten oder auch Trolle gehören können. Sie lebt mit ihrer Mutter (Daisy Haggard) in einem Haus, zu dem sich bisweilen auch ein Baumwesen, das Feuerholz mitbringt, stets ohne zu klopfen quasi selbst einlädt.

Szenenfoto aus Hilda
Szenenfoto aus Hilda - © Netflix

Das Intro der Pilotfolge Das verborgene Volk zeigt Hilda dabei, wie sie einen versteinerten Troll zeichnet, der allerdings in der Nacht zum Leben erwacht. Trolle haben Angst vor Glocken, weswegen sie ihm eine davon an die überlange Nase bindet. Natürlich wacht er später auf und jagt sie und Twig. Doch das geschieht aus einem anderen Grund, als man vielleicht zunächst denkt. Denn die zu kurzen Arme kommen nicht an die Glocke, die ihm fürchterliche Angst und Unbehagen beschert. Einmal davon befreit, offenbart er seine hilfsbereite Seite und gibt ihr auch ihr Skizzenbuch zurück, das sie in Hektik liegengelassen hatte. Hilda etabliert sehr schnell, dass es hier kein konventionelles Bild von Gut und Böse gibt, was auch im Hauptstrang der Episode thematisiert wird.

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Szenenfoto aus „Hilda%26quot, - © Netflix

Denn Hilda und ihre Mutter erhalten schon den sechsten kleinen Drohbrief mit einer expliziten Warnung. Sie sollen ausziehen oder bekommen die Konsequenzen zu spüren. Die Drohung hat bald Folgen und lässt die Mutter ernsthaft mit den Gedanken spielen, nach Trolberg zu ziehen. Bald gibt sich Hilda ein gewisser Alfur zu erkennen, der Mitglied eines Volkes von formularliebender Bürokraten ist, das man nur sehen kann, wenn man die entsprechenden Dokumente ausfüllt und unterzeichnet. Der neue Premierminister hat eine Kampagne gestartet, die die Familie vertreiben soll, damit die kleinen Wesen ihren Frieden haben. Zwar kann man sie üblicherweise nicht sehen, aber die Menschen oder andere große Wesen, verpassen ihnen doch einen Schock, wenn sie durch ihre Häuser laufen. Außerdem sei das Licht zu hell und ihre Stimmen für die kleinen Ohren zu laut.

Über ein paar Stationen soll es vom Bürgermeister zum Premierminister gehen, doch der Weg dahin wird durch angreifende Hasen und andere Hürden erschwert. Hilda möchte eigentlich nur einen friedlichen Kompromiss finden, mit dem alle sich arrangieren können...

Fazit

Ich bin von vorne bis hinten begeistert von Hilda. Eine sehr positive, abenteuerlustige, lebensbejahende Erzählung ist gepaart mit wunderschöner Animation, kreativem und charmantem Figurendesign und einem sehr positiven Weltbild, das kleine und jung gebliebene Zuschauern begeistern kann, wenn sie sich darauf einlassen.

Man könnte fast meinen, dass die Serie ein Gegenentwurf zu „Adventure Time“ mit weiblicher Hauptfigur ist, auch wenn die Cartoon Network-Serie oft etwas merkwürdiger, experimentierfreudiger und surrealer daherkommt. Auch skandinavische („Mumins“) und japanische Einflüsse (Studio Ghibli) merkt man der Comicvorlage und der Zeichentrickumsetzung durchaus an. Ich kann für beides nur eine ausdrückliche Empfehlung aussprechen. Die Comics, die in Deutschland bei Reprodukt erhältlich sind, habe ich binnen kurzer Zeit konsumiert und würde sie jungen Lesern als Einstieg ins Medium bedenkenlos ans Herz legen.

Die Serienumsetzung hätte ich sofort weiterschauen können und bin mir sicher, dass das meine Feierabendgestaltung sein wird. Hilda ist für mich eine perfekte Umsetzung einer tollen Vorlage, aber auch eine schöne Ergänzung, für alle, die sie bereits kennen. Besonders junge weibliche Zuschauer, sollten sie ein Verlangen nach lockerleichter, positiver Fantasy haben, könnten einen Blick riskieren und auch Eltern sollten die Serie nicht ignorieren. So ein schönes Vorbild habe ich schon lange nicht mehr gesehen.

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Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 21. September 2018
Episode
Staffel 1, Episode 1
(Hilda 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Kapitel 1: Das Verborgene Volk
Titel der Episode im Original
Chapter 1: The Hidden People
Erstausstrahlung der Episode in Großbritannien
Freitag, 21. September 2018 (Netflix)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 21. September 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 21. September 2018
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 21. September 2018

Schauspieler in der Episode Hilda 1x01

Darsteller
Rolle
Daisy Haggard
Rasmus Hardiker

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