Hawaii Five-0 ist die mit Abstand am häufigsten besprochene und mit großer Ungeduld erwartete Serie der neuen TV-Season. Konnte man den Erwartungen gerecht werden? Serienjunkies.de-Redakteur Vladislav Tinchev schrieb das Review in den Pausen zwischen zwei Tauchgängen.

Das Team / © CBS
Das Team / © CBS

CBS hat eine Menge Geld in Hawaii Five-0 investiert und hinter der Investition steckt nicht nur Hoffnung, sondern ein Trend, bei dem das Network führend sein möchte. Früher bekannt als die Heimat älterer Zuschauer etablierte sich CBS mit Hilfe von Krimi-Procedurals im neuen Jahrhundert an der Spitze des Network-Wettbewerbs um das Gesamtpublikum. Angefangen hat man mit düsteren forensischen Krimis (CSI: Crime Scene Investigation) und einer Menge ähnlicher Formate (Criminal Minds, NCIS), die so etwas wie eine Art CBS-Genrehandschrift innerhalb der TV-Branche etablierten. Der Erfolg der Kabelsender, sogar im Sommer, gibt den Networks in den letzten Jahren aber zu denken.

Sie scheinen alle auf der Suche nach den nächsten Burn Notice und Rizzoli and Isles zu sein. Und sie verfügen über die finanzielle Möglichkeit eine der so genannten Sommerserien zu einer Big-Budget-Unterhaltung der regulären TV-Season zu machen. Für CBS ist Hawaii Five-0 ein solches Projekt.

Die Asse im Ärmel sind nicht nur der hohe production value, sondern auch Produzenten wie Alex Kurtzman und Roberto Orci (Fringe) plus Starbesetzung, plus ein Regisseur (Len Wiseman, „Live Free or Die Hard“, „Underworld“), der weiß, wie man visuellen Stil kreiert.

Man darf nicht vergessen, dass der Sender von Alex O'Loughlin (hier als Hauptfigur Steve McGarrett) absolut überzeugt ist und in kürzester Zeit schon den dritten Versuch startet, ihn zum TV-Star zu machen. Ob es gelingen kann? Simon Baker mit The Mentalist ist der für den Sender finanziell zufrieden stellende Beweis dafür.

Und in diesem Piloten bekommt Alex O'Loughlin Einiges zu tun. Er steht im Zentrum einer jeden Szenen, angefangen mit den ersten turbulenten Minuten. CBS und Hawaii Five-0 machen mit dem Teaser eine Ansage: Wir können und werden es richtig krachen lassen! Die Zuschauer treffen zum ersten Mal auf Steve McGarrett (Alex O'Loughlin), der einen Gefangenentransport leitet. Der Gefangene ist ein irischer Terrorist (in letzter Zeit ist die IRA in Mode gekommen), aber sein Bruder Victor Hesse (James Marsters, Buffy the Vampire Slayer) ruft an und droht Steves Vater umzubringen, wenn er den Gefangenen nicht frei lässt.

Dann bricht plötzlich die Hölle los und in einer sehr gut gefilmten Sequenz haben wir Explosionen und Feuergefecht inklusive Hubschrauber und Raketen- alles, was das Action-Herz begehrt. Das Ende vom Lied: der Gefangene wird von Steve erschossen und Hesse tötet als Vergeltung Steves Vater. Hawaii Five-0 verfolgt mit dieser Eröffnung zwei Ziele: die Hauptfigur als coolen, hochrangigen Militär-„Badass“ unter Druck zu zeigen, der keine Gefangene nimmt (auch buchstäblich) und ihm die Motivation für den weiteren Verlauf zu liefern. Dann kommt das legendäre Hawaii Five-0-Titelthema und laut TV-Veteranen sind die Musik und der Spruch „Book 'em, Danno“ die einzigen Spuren der Originalserie. Ok, Hawaii auch.

McGarrett wird nach Oahu geschickt, wo auf ihn die Gouverneurin Pat Jameson (Jean Smart, 24) mit einem Angebot wartet. Sie will, dass er eine Spezialeinheit zur Verfolgung von Terroristen und anderen TV-Bösewichtern anführt, die sie mit jedem Mittel und um jeden Preis auslöschen darf. Er lehnt ab, aber fünf Minuten später, nachdem er in der Wohnung seines Vaters, der Polizist gewesen ist, eine gewisse Box mit Indizien auf Korruption und andere Verschwörungen findet und auf den hartnäckigen Danny Williams (Scott Caan) trifft, ändert Steve seine Meinung.

An dieser Stelle muss man erwähnen, dass der Inhalt dieser Box vermutlich den Stoff für Fortsetzungsgeschichten liefern wird und dass Scott Caan insgesamt eine Top-Performance abliefert. Der Rest der Episode ähnelt vom Tempo her der Anfangsequenz: McGarrett und Williams verfolgen Spuren, die zu Hesse führen sollen und sammeln auf dem Weg noch zwei Mitglieder für ihre neue Einheit, die alles darf, auf: den Ex-Cop Chin Ho Kelly (Daniel Dae Kim, Lost) und seine Nichte Kona Kalakaua (Grace Park, Battlestar Galactica), die kurz vor dem Abschluss der Polizeiakademie steht, im Bikini surft und sehr schnell handgreiflich werden kann.

Die Suche nach Hesse benutzt man vor allem, um uns in die Location einzuführen, weswegen auch viele Establishing Shots und vor allem Helicopter Shots benutzt werden. Außerdem erfahren wir, dass Williams aus New Jersey nach Hawaii kam, um in der Nähe seiner Tochter zu sein, die bei seiner Ex-Frau wohnt. Williams (hell gekleidet) und McGarett (dunkel gekleidet) haben am Anfang Differenzen, aber nach ein paar Schlägen und weiterer Konversation ist alles geklärt. Die beiden Protagonisten repräsentieren, laut Produzenten, die Serie an sich, als eine Mischung aus Hell und Dunkel.

Die Hawaii Five-0-Autoren wollen ihre Serie nicht nur als leichte Unterhaltung sehen, aber ich glaube, wenn die Zuschauer dabei bleiben, hat CBS nichts gegen eine Big-Budget-Unterhaltung der leichten Art, die den Cast, die Location und die audiovisuellen Mittel hat, um ihre Zuschauer einen Guilty-Pleasure-Abend zu liefern.

Wie gefiel Euch der Pilot und was denkt Ihr: Haben sie tatsächlich Spike schon im Piloten umgebracht?

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