Haters Back Off 1x01

Haters Back Off 1x01

In der Netflix-Serie Haters Back Off präsentiert uns Colleen Ballinger ihre YouTube-Persona Miranda Sings auf eine Art, die man erwarten konnte: Schrill, seltsam und kurzweilig. Dabei sind die stärksten Figuren vielleicht sogar andere.

Colleen Ballinger in der Serie „Haters Back Off“ / (c) Netflix
Colleen Ballinger in der Serie „Haters Back Off“ / (c) Netflix

Mit Haters Back Off bringt Netflix einen YouTube-Star auf die Streaming-Mattscheibe: Colleen Ballinger präsentiert in der neuen Comedyserie ihre Internetpersona Miranda Sings und die hat Großes vor.

Wovon handelt es?

Wir lernen Miranda kennen als sie den Wicked-Song „Defying Gravity“ vor der Kamera zum Besten gibt. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Onkel (Steve Little, The Grinder), der sie zum Star machen will. Das Problem dabei wird schnell deutlich: Beide sind von einer schmerzhaften Kombination aus zu viel Selbstvertrauen und zu wenig Talent betroffen. In Mirandas Fall kommt dazu noch das ausgeprägte Bedürfnis im Mittelpunkt zu stehen, immer, überall.

Zur Familie gehören außerdem die unsichere Mutter Bethany (Angela Kinsey, The Hotwives, The Office), die ohne Verletzung an einer Gelenkstulpe festhält und Mirandas jüngere Schwester Emily (Francesca Reale), die mit ihrem Sinn für Realität ganz und gar nicht zu den anderen passt.

Außerdem eine große Rolle spielt der Eisverkäufer Patrick (Erik Stocklin, Stalker), der Miranda verfallen ist.

Zurück zur Hauptperson: Vieles über Miranda bleibt im Dunklen, sie hat kein Alter, es wird lediglich gesagt, dass sie Zuhause unterrichtet wird während ihre Schwester eine Schule besucht. Eigentlich wissen wir nur einiges über sie: Sie hat ein übergroßes Ego und das steht ihrem Blick auf die Realität und auf sich selbst im Weg. Entstanden ist die Figur auf YouTube und diente als Persiflage der tausenden Nutzer dort, die sich und ihr Gesangstalent dort zur Schadenfreude der anderen Internetnutzer präsentieren.

Ausgangspunkt aller Episoden ist ihre Bemühung, zum Star zu werden. Mal tritt sie in den Kirchenchor ein, mal sorgt sie auf der Beerdigung eines Musikproduzenten für Chaos. Acht Episoden hat Netflix bisher rausgebracht.

Wie kommt es rüber?

Man kann die Serie gut aus düsterere Version von Unbreakable Kimmy Schmidt beschreiben. Wer mit der Bunkerüberlebenden nicht klarkommt oder wer angesichts von Zooey Deschanel Krämpfe bekommt, dessen Toleranzgrenze in Sachen Nerviges ist vermutlich auch Miranda Sings nicht gewachsen. Sie ist laut, schrill und nimmt keine Rücksicht, weder auf die anderen Figuren noch auf die Zuschauer. Und das ist auch der Punkt des Ganzen. Zu Hatern werden alle abgestempelt, die sie nicht bedingungslos unterstützen, selbst wenn es sich dabei um ihre Schwester handelt, die eigentlich nur den Spott von Miranda und dem Rest der Familie abwenden will.

Man kann die Serie als Kommentar auf die psychischen Abgründe des Internets lesen. Schließlich hat Miranda nur dank YouTube überhaupt die Gelegenheit, sich vor dieser Masse an Menschen zu blamieren. In einer Episode sehen wir, wie der Onkel sich einst in der Turnhalle der Schule blamiert, weit vor Handyvideos und Online-Communitys. Doch in den meisten Episoden bleiben einem die Metaphern in dieser Hinsicht stecken und zurück bleibt die Story einer narzisstischen Figur, die es geschafft hat, genug realitätsfremde Unterstützer um sich zu sammeln um in ihrer Traumwelt bleiben zu können. An vielen Stellen hat das weniger mit dem Internet zu tun als mit einer bunten Mischung aus Karikaturen und realistischer Charakterzeichnung.

Ein nicht unwesentlicher Aspekt des Hauptcharakters funktioniert über ihre Art zu essen, oder besser gesagt zu schlingen. In der Pilotepisode als sie ein Eis am Stil auf unnachahmliche Art herunterstürzt hat das noch einen gewissen Originalitätsfaktor, später ist man dann in Versuchung, dem Essen eine besondere Bedeutung beizumessen und versucht auf den Grund der Sache zu gelangen, die vielleicht in Zusammenhang mit dem Voyeurismus des Internets steht. Doch in den schwächeren Episoden bleibt man mit der Suche nach dem Sinn enttäuscht zurück und denkt, dass die Sache ausschließlich mit dem leuchtenden roten Lippenstift zu tun hat.

Fazit

Die Netflix-Serie Haters Back Off schwankt in vielerlei Hinsicht zwischen Wahnsinn und Realität. Manchmal ist das unterhaltsam, aber die Stärken kommen in den ersten Episoden nur vereinzelt szenenweise zum Vorschein.

Trailer zur Serie „Haters Back Off“:

Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 14. Oktober 2016

Haters Back Off 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Haters Back Off 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Mein erstes Video
Titel der Episode im Original
Uploding My Fist Video
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 14. Oktober 2016 (Netflix)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 14. Oktober 2016
Regisseur
Andrew Gaynord

Schauspieler in der Episode Haters Back Off 1x01

Darsteller
Rolle
Colleen Ballinger
Erik Stocklin
Steve Little
Jim

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