
Eines muss man wissen über die Serie Hart of Dixie: Es geht nicht um Medizin, nicht ums Leben retten, nicht um Logik und als allerletztes geht es um die Realität. Es geht um eine junge Medizinerin, die durch turbulente Abenteuer in Alabama stöckelt und dabei von smarten Anwälten, heißen Nachbarn und allerlei schrulligen Kleinstadtcharakteren umgeben ist. Wenn man sich damit anfreunden kann, hat man mit Hart of Dixie eine charmante Wohlfühlserie entdeckt, die amüsante 40 Minuten verspricht - und in der Pilotepisode auch hält.
Raus aus der Gewohnheit
Im Mittelpunkt der Serie Hart of Dixie steht Zoe Hart (Rachel Bilson, The OC), eine junge Ärztin in New York, die ehrgeizig an ihren Zielen arbeitet. Und dabei die Patienten aus den Augen verliert. Zumindest ist das die Meinung ihres Oberarztes, der ihr aufgrund fehlenden Mitgefühls und Fingerspitzengefühls den verdienten Karriereweg verbaut und ihr auferlegt ein Jahr in einer kleinen Allgemeinpraxis zu verbringen, wo sie an ihren sozialen Fähigkeiten arbeiten soll. Das ist soweit kein Problem, denn schon vor Jahren hat sie eine Stelle in einer kleinen Praxis in Alabama angeboten bekommen. Noch bevor die Pilotepisode fünf Minuten läuft, ist sie vor Ort. Und bringt alle Überheblichkeit und Ignoranz mit, derer ein typischer Serien-Großstädter angesichts einer Kleinstadt fähig ist.
Diese Ausgangssituation ist schnell erzählt und dient auch nur dazu, mehr oder weniger glaubhaft zu untermauern, wieso die schöne Zoe in Bluebell landet. Es ist eine typische Serie über jemanden, der in eine fremde Umgebung kommt und sich dort zurechtfinden muss. Zoe braucht nicht lange, um sich ihren Platz in der Gemeinschaft zu sichern. Binnen 24 Stunden lässt sie sich von einem smarten Anwalt vor einem Alligator retten, hat ein heißes Abenteuer mit einem noch heißeren Nachbarn, gibt ärztliche Hilfestellung bei einer spontanen Hausgeburt und erfährt ein dramatisches Familiengeheimnis. Ja, alles in der Pilotepisode.
Doch nochmal langsam von vorne: Zoe kommt in der Stadt ihrer Alpträume an und trifft direkt auf George (Scott Porter, Friday Night Lights), einen smarten Anwalt, der sich als love interest in Zoes Herz spielt. Doch leider ist er schon mit der Stadtschönheit Lemon (Jaime King, Gary Unmarried) verlobt, eine „Southern Belle“, die sich als Platzhirsch geriert und die neue Konkurrenz am liebsten mit einem eiskalten Lächeln abschieben würde. Doch gut, dass es auch noch Wade gibt (Wilson Bethel, The Young and the Restless), Zoes attraktiven Nachbarn, der durch einen anderen, frecheren Charme besticht als George, aber nicht weniger sehenswert ist.
Einen weiteren Freund findet die Zugezogene im Bürgermeister des Städtchens, dem ehemaligen Profisportler Lavon Hayes (Cress Williams, Nash Bridges, Close to Home, Emergency Room). Auch die Arzthelferin steht der Neuen offen gegenüber. Ganz anders als der zweite Arzt vor Ort, Brick Breeland (Tim Matheson, The West Wing), mit dem Zoe sich von nun an eine Praxis teilen soll. Denn, ach ja, der ursprüngliche Arzt, der ihr eine Stelle angeboten hat, ist unterdessen verstorben und hat ihr seinen Teil der Praxis vermacht.
Die Serie arbeitet sich in den ersten vierzig Minuten durch eine ganze Reihe von Figuren und Ereignissen. Doch der lockere Ton nimmt der Episode jede Gehetztheit. Papierkram, ach was. Möbeltransport? Wieso denn, wenn man auch einfach in ein voll möbliertes, malerisch verfallenes Gästehaus beim Bürgermeister einziehen kann?
Die Serie verschwendet keine Minute. Subtilität ist hier nicht der angesagte Stil. Die Lage wird schnell klargemacht. Und wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen, dann funktioniert das Ganze sogar sehr gut.
Fazit
Mit Herzlichkeit und schönen Bildern erzählt die Serie Hart of Dixie eine leichte Geschichte um eine junge Ärztin, die mal charmant überheblich, mal niedlich tolpatschig, mal als Kämpferin für die Unterdrückten auftritt. Und dabei vor allem immer gut aussieht.
Wer also eine Wohlfühlserie sucht und dabei auf eine Beteiligung der Realität verzichten kann, der könnte mit Hart of Dixie einen heißen Anwärter auf eine „Guilty Pleasure“-Serie gefunden haben.