Die MTV-Serie Happyland dreht sich um die sehr verantwortungsbewusste, junge Lucy, die mit ihrer Mutter in einem großen Vergnügungspark lebt und arbeitet. Romanzen, Drama, getaucht in Glitzer und Armut, begleiten das Erwachsenwerden.

Cast der Serie „Happyland“ / (c) MTV
Cast der Serie „Happyland“ / (c) MTV

Die Idee hinter der Serie Happyland klingt interessant: Die Story dreht sich um die Angestellten eines großen Vergnügungsparks. Was vor der Kulissen glitzern und klingen muss, ist dahinter meist harte Arbeit für wenig Geld. Doch MTV nutzt die gute Vorlage vor allem für Teenieromanzen und eine bisher sehr flach erzählte Coming-of-Age-Story um eine junge Frau, die größeres mit ihrem Leben vorhat als die Märchenprinzessin zu spielen.

Worum es geht

Lucy (Bianca A. Santos, The Fosters) und ihre alleinerziehende Mutter Elena (Camille Guaty, Las Vegas, Prison Break) leben in dem Vergnügungspark Happyland. Elena sieht jung genug aus, um auch mit einer siebzehnjährigen Tochter noch die Rolle der Märchenprinzessin Adriana zu spielen während Lucy selbst sich hinter den Kulissen wohler fühlt.

In der Pilotepisode erfahren wir, dass die Teenagertochter in dieser Konstellation die Erwachsenere ist, die die Rechnungen zahlt und für das Einkaufen sorgt. Unterdessen vertreibt Elena sich ihre Zeit mit unterschiedlichen Männern. Trotz allem haben die beiden eine gute Verbindung zueinander mit vielen herzlichen, manchmal stichelnden Mutter-Tochter-Sprüchen. Doch Lucy hat Größeres mit ihrem Leben vor als eine Vergnügungsparkkarriere. In der Pilotepisode bewirbt sie sich bei einer Wohltätigkeitsorganisation um ihre Biographie aufzupeppen. Doch durch die Unreife ihrer Mutter muss sie in letzter Sekunde als Prinzessin einspringen und verpasst dadurch ein wichtiges Vorstellungsgespräch und die Chance, den Sommer für die Organisation zu arbeiten.

Den nächsten Monaten im Happyland stehen also nichts im Wege, doch das ist nicht weiter tragisch, denn wichtiger als ihre Karrierepläne sind den Happyland-Autoren ohnehin Lucys romantische Verwicklungen. Und die nehmen in der Pilotepisode eine mehr oder weniger interessante Wendung. Der neue Charakterdarsteller Ian (Shane Harper, Awkward., Good Luck Charlie), zunächst als attraktiver Taugenichts eingeführt, stellt sich als jüngster Sohn des Parkbesitzers heraus. Und ohne Frage hat er ein Auge auf Lucy geworfen, eine Performance als Märchenpaar inklusive. In der Pilotepisode wirkt es so als wenn wir hier zielsicher und ohne größere Überraschungen auf eine Liebesgeschichte à la „armes, aber ambitioniertes Mädchen trifft auf reichen, verwöhnten Jungen, der das Herz am richtigen Fleck hat“. Doch dann lässt Elena die große Bombe platzen: Der Parkbesitzer ist Lucys Vater und Ian damit ihr Halbbruder. Doch romantische Tragödien drohen auch aus anderer Richtung. Lucys beste Freundin Harper (Katherine McNamara) hat einen Freund namens Will (Cameron Moulene, Raising Hope), der ebenfalls im Grunde nur Augen für Lucy hat, die ihn jedoch gegen jede Wahrscheinlichkeit als ihren guten Freund bezeichnet. Harper fackelt angesichts der Lage nicht lange und flirtet bei erster Gelegenheit Ian an.

Wie kommt es rüber?

Die Ausgangslage der Story ist durchsichtig und ein bisschen enttäuschend, angesichts der Möglichkeiten, die ein Blick hinter die Kulissen eines Vergnügungsparks mit sich bringen könnte. Doch zumindest die erste Hälfte der Pilotepisode hat einige interessante Szenen zu bieten. Die ersten Minuten führen uns in den Backstagebereich der Show, wo wir potentiell unterhaltsame Figuren treffen, darunter Sänger Josh Groban, der mit Dirty Dave einen Loser spielt, der sich nichts mehr als einen Job im Park wünscht. Doch zumindest in der Pilotepisode werden die Happyland-Figuren, die nichts unmittelbar mit der Romanze zu tun haben, zu reinen Statisten degradiert. Auch wenn sich das noch ändern könnte, bleibt ein anderes Problem, dass es schwer macht, sich in der Story zu engagieren. Die Vorstellung der Charaktere machen die Autoren sich denkbar einfach, sie lassen sie einfach selbst alles erklären, unter anderem die Tatsache, dass Lucy den Haushalt schmeißt. Das sollte auch deutlich erwähnt werden, denn ihre Mutter erscheint für uns kaum wie eine unfähige, unreife Frau. Trotz der ihr unterstellten Abhängigkeit von Verehrern verhält Elena sich wie eine verständige Frau, die es herzhaft weg lacht als ihre Tochter ihre neueste männliche Errungenschaft vertreibt.

Selbst große Anschuldigungen werden in der Serie Happyland meist mit einem Schmunzeln abgeliefert, nichts fühlt sich ernsthaft an. Das Setting in einem Park der Träume, in dem kaum etwas so ist, wie es scheint und glitzert, könnte interessant sein, doch zumindest in der Pilotepisode wird diese Konstellation vor allem dazu benutzt, um zu zeigen, wie sehr Lucy diesen falschen Träumen entfliehen will. Durch die Arbeit bei einer Wohltätigkeitsorganisation glaubt sie, die Realität zu finden.

Fazit

Die Pilotepisode der Serie Happyland bringt keine großen Überraschungen. Teenagerliebesdreiecke werden von den Autoren in Stellung gebracht und die Unterschiede zwischen denen dargestellt. In flachen Dialogen wird uns die Geschichte eines Mädchens erzählt, das mehr aus ihrem Leben machen möchte als ihre Mutter es konnte. Wirtschaftliche Unterschiede zwischen den Figuren spielen vor allem vordergründig eine Rolle und werden als weiteres Konfliktpotential für die romantischen Dramen verheizt. Doch die Idee eines Vergnügungsparks bleibt interessant und wenn in den kommenden Episode zwischen den Liebesproblemen auch Platz für andere Geschichten bleibt, könnte Happyland sich zu einer netten Guilty-Pleasure-Serie entwickeln.

Trailer zur Serie „Happyland“

Diese Serie passen auch zu «Happyland»