Happy Together: Review der Pilotepisode

Happy Together: Review der Pilotepisode

Eine neue Sitcom läuft bei CBS an und sie hat die vielleicht verrückteste Handlung dieses Jahres: Happy Together. Bei einem glücklich verheirateten Ehepaar zieht plötzlich ein Popstar ein und mischt deren Leben wieder etwas auf. Koproduziert wird die Serie vom realen Popsänger Harry Styles.

Promo-Poster zur neuen Sitcom „Happy Together“ (c) CBS
Promo-Poster zur neuen Sitcom „Happy Together“ (c) CBS
© romo-Poster zur neuen Sitcom „Happy Together“ (c) CBS

Worum geht es?

Jake (Damon Wayans Jr.) und Claire (Amber Stevens West) sind Mitte dreißig und haben sich ihr Leben gut eingerichtet. Das Ehepaar hat ein Haus in der Vorstadt, sie hat einen Job als Restaurantdesignerin, er ist der Buchhalter des australischen Popstars James Cooper (Felix Mallard), den er aber kaum kennt. Bis besagter Sänger plötzlich vor seiner Tür steht... Nachdem er sich sehr öffentlich von seiner Freundin, dem Starlet Sierra Quinn, getrennt hat, braucht James eine Pause von dem ganzen Medienwirbel. Also geht er seine Liste an Bekannten durch und stoppt bei dem normalsten, durchschnittlichsten Beruf, den er finden konnte: Buchhalter. Weder Claire noch Jake schaffen es, Nein zu dem Superstar in Nöten zu sagen und so quartiert sich James bei ihnen ein.

Damit fängt für das Ehepaar eine turbulente Zeit an. Weil sie absolut nicht zugeben wollen, dass ihre Jugendzeit hinter ihnen liegt, werden sie von James mit auf eine Party geschleppt, Claire wird für seine neue Flamme gehalten und auch sonst läuft alles etwas aus dem Ruder. Also beschließt Jake, James wieder mit Sierra zusammenzubringen, um ihn aus dem Haus zu bekommen.

Stranger than Fiction

Die Prämisse von Happy Together kurz zusammenzufassen, ist vielleicht eher ein Hindernis für die Comedy. Ein Ehepaar im mittleren Alter, dass durch einen Popstar seine Jugend aufleben lässt? Die Serie klingt wie die Ausgeburt eines Drehbuchautors in der Midlifecrisis. Tatsächlich, so verrückt es auch klingt, ist die ungewöhnliche Idee der Sitcom dabei jedoch von einer wahren Begebenheit inspiriert. Co-Produzent der Show ist Harry Styles, ein Mitglied der weltweit bekannten Boyband „One Direction“ und ebenso ein erfolgreicher Solokünstler. Er bestätigte in einem Artikel der „Zeit" selbst, dass er das Vorbild für den Popstar in Happy Together war. Styles lebte 20 Monate in dem Haus seines zehn Jahre älteren Freundes Ben Winston, einem weiteren Produzenten der Show. Winston wiederum ist außerdem Produzent der „Late Late Show“ mit James Corden, welcher auch einen kleinen Cameo-Auftritt hat.

Szenenfoto aus der Pilotfolge von Happy Together
Szenenfoto aus der Pilotfolge von Happy Together - © CBS

Die Serie ist besser, als sie es eigentlich sein sollte. Vielleicht liegt es an meinen sehr niedrig gesteckten Erwartungen, aber die Produktion hat sowohl sympathische Figuren als auch einige Lacher auf ihrer Seite. Nicht jeder Witz zündet, aber die Schauspieler sind gut, vor allem Damon Wayan Jr. und Amber Stevens West, die mit Feuer und Flamme dabei sind. Es macht einfach Spaß, ihnen zuzusehen, wie sie so, SO sehr versuchen, cool und gelassen vor dem Popidol zu wirken. Der von Felix Mallard gespielte James könnte etwas mehr Charme ganz gut gebrauchen, schließlich soll er ein internationaler Superstar sein - und trotzdem ist er der zurückhaltendste des Trios. Aber Coopers unbesorgte Naivität, auch, was die amerikanische Kultur angeht, lässt ihn dem Zuschauer ans Herz wachsen und seine ruhige Art erklärt auch, warum er lieber in einem normalen Haushalt leben würde, als in verschiedenen Ländern zu touren. Außerdem ist „Happy Together“ wie ein Blick in eine bessere, weniger zynische Welt. Wie oft wird gesagt, dass Teenagestars durch ihren Ruhm gar keine Chance haben, richtig aufzuwachsen und ein gutes Leben zu führen? Es ist einfach nett zu sehen, dass James Cooper das stabile Umfeld bekommt, das er sich wünscht.

Mehr ist mehr

Die Pilotfolge ist am besten, wenn sie voll und ganz ihren eigenen Wahnsinn akzeptiert und eine Pause von den Witzen über den Altersunterschied nimmt. Dann lässt sie ihren Popstar kopfüber von der Decke baumeln oder Claire einen überraschend guten Anrufbeantwortersong singen. Das sind die Momente, in denen „Happy Together“ ihrem Titel wirklich gerecht wird. (Außerdem gibt es sonst wohl keinen anderen Piloten von CBS, der so viele Alexa-Anspielungen ansammelt...)

Fazit

Happy Together ist nicht perfekt, aber insgesamt bahnt sich eine gute Sitcom mit einer ausgefallenen Idee als Grundlage an. Wie die Staffel sich entwickelt, wird sich erst noch zeigen. Trotzdem macht der Pilot Hoffnung auf eine solide und unterhaltsame Serie. Die Schauspieler machen ihre Sache gut, das Produktionsbudget ist auch nicht zu klein und das Wichtigste an einer Sitcom kommt auch dazu: „Happy Together“ bringt einen zum Lachen.

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