Hamilton - Undercover in Stockholm: Review der Pilotepisode

Hamilton - Undercover in Stockholm: Review der Pilotepisode

In der schwedisch-deutschen Koproduktion Hamilton - Undercover in Stockholm begleiten wir einen jungen Undercoveragenten, der nach seiner Ausbildung bei der CIA in sein Heimatland zurückkehrt. Dort lautet sein Auftrag, einen Anschlag zu verhindern.

Hamilton - Undercover in Stockholm (c) ZDF und Lukas Salna
Hamilton - Undercover in Stockholm (c) ZDF und Lukas Salna
© amilton - Undercover in Stockholm (c) ZDF und Lukas Salna

Der Undercoveragent Carl Hamilton zieht nun erneut auf die Mattscheibe, um die Zuschauer mit Thrilleraction alter Schule zu unterhalten. Auch die neue, deutsch-schwedische Serie Hamilton - Undercover in Stockholm basiert - wie die Vorgänger - auf den Büchern von Autor Jan Guillou. Dessen Romanfigur Hamilton wird laut ZDF als schwedische Antwort auf James Bond gefeiert. Doch kann die neueste Inkarnation des Undercoveragenten so gut unterhalten, wie die Serienmacher sich das erhoffen?

Wovon handelt die Serie Hamilton - Undercover in Stockholm?

Das Grundkonstrukt der ZDF-Ko-Produktion ist simpel: Der Gute ist ein manchmal wortkarger Undercoveragent, der zwischen den Stühlen steht, alle anderen Akteure im internationalen Geheimdienstzirkus haben mindestens eine versteckte Agenda. Durch alle politischen Abenteuer hindurch dürfen die Zuschauer mitfiebern, ob Hamilton immerhin im Privatleben ein wenig Ruhe findet. Dazu gehören attraktive Frauen, die nicht selten eine Verbindung in seine Vergangenheit aufweisen.

Doch beginnen wir am Anfang der Pilotepisode, ohne allzu viel zum laufenden Fall zu verraten: Hamiton (Jakob Oftebro) kehrt nach seiner Ausbildung in den USA zurück nach Schweden. Er kehrt auf Anweisung des CIA zurück in sein Heimatland, um dort einen Anschlag auf die Innenministerin zu vereiteln. Wir steigen direkt ein am großen Tag, dem Tag der Arbeit, als die Politikerin eine große Rede halten will. Im Publikum sind neben Hamilton jedoch auch Verdächtige, darunter Vertreter der rechtsgerichteten nordischen Unabhängigkeitsbewegung. Doch während die Sicherheitsleute der Ministerin sich vor allem mit dieser lauten Gruppe auseinandersetzen müssen, verfolgt Hamilton eine Frau mit einem Rucksack, die etwas anderes im Sinn zu haben scheint. Schließlich geht in einem Hinterhof eine Bombe los und verletzt eine Frau. Das darauffolgende Chaos nutzen die Attentäter, um eine weitere Explosion auszulösen und zahlreiche Zuschauer zu verletzen und zu töten. Unter den Opfern ist auch ein Mitarbeiter der Ministerin, der ihr außerdem privat sehr nahestand.

Während Hamilton seine Anweisungen direkt von der CIA erhält, machen sich auch die schwedischen Behörden daran, den Fall zu lösen. Als ein ehemaliger Chef Hamilton zurück zum schwedischen Dienst holen will, erfahren wir, dass sein Abgang in die USA damals nicht aus freien Stücken geschehen ist. Er musste dafür seine demenzkranke Mutter zurücklassen, weshalb er seinen damaligen schwedischen Vorgesetzten wohl nicht so einfach verzeiht, dass sie ihn in einem politischen Poker an das CIA verkauft haben.

Unterdessen streiten sich alle Beteiligten der Ermittlungen darüber, in welche Richtung man gehen sollte: Stecken der IS und al-Qaida hinter dem Anschlag oder doch eher die PLO? Geht es im Grunde gar nicht um Schweden, sondern um den israelisch-palästinensischen Konflikt oder ist der Terror hausgemacht?

Im Tauziehen um die Wahrheit muss Hamilton mit der schwedischen Kristin (Nina Zanjani) zusammenarbeiten und auch seine amerikanischen Auftraggeber immer wieder kritisch hinterfragen. Wer in diesem brandgefährlichen Spiel der Geheimdienste eigentlich auf wessen Seite steht, ist nicht immer auf den ersten Blick zu sehen...

Wie kommt es rüber?

Von der ersten Minute an weiß man als Zuschauer, was einen erwartet - und in dieser Hinsicht enttäuscht Hamilton - Undercover in Stockholm nicht. Es ist ein Agententhriller mit einfühlsamen Einblicken in das Privatleben der Hauptfigur, aber vor allem ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Agenten und anscheinend so gut wie allen anderen. Die Actionszenen sind ausgewählt und werden nicht inflationär benutzt, um ein schwaches Drehbuch zu kaschieren. Wenn es dann aber mal kracht, dann sieht es gut produziert aus. Interessanter ist jedoch das internationale Zusammenspiel und die Reaktionen der Beteiligten. Die Vorurteile, die nicht selten den Blick auf die Wahrheit versperren, die internen Zusammenhänge, die immer wieder Probleme in den Ermittlungen auslösen.

Jakob Oftebro ist ein starker Hamilton: ernst, attraktiv und aufgrund seiner Jugend und Attraktivität einfach zu unterschätzen. Der Schauspieler meistert die Treffen mit PLO-Anhängern ebenso gut wie Treffen mit der demenzkranken Mutter, die ihren Sohn nicht mehr erkennt.

Insgesamt gute Unterhaltung, wenn man auf der Suche nach einem Thriller ist, bei dem man sich nicht über die Maßen anstrengen muss, um ihm zu folgen, der aber auch nicht alles auf dem Silbertablett serviert.

Zu sehen ist die Serie neben der regulären Ausstrahlung im Rahmen des Montagskinos auch in der ZDF-Mediathek.

Hamilton - Undercover in Stockholm: Serientrailer

Hier der Trailer zur neuen Serie „Hamilton - Undercover in Stockholm“:

Hier kannst Du „Jan Guillou: Coq Rouge Ebook“ bei Amazon.de kaufen

Jan Guillou: Coq Rouge Ebook

Diese Serie passen auch zu «Hamilton - Undercover in Stockholm»