
NBC hat mit About a Boy und Growing Up Fisher gleich zwei neue Comedys in sein Dienstagabendprogramm genommen. Beide Formate zielen auf herzerwärmende Unterhaltung ab. Jedoch kann „About a Boy“ „57852“ im Gesamtbild mehr überzeugen als „Growing Up Fisher“. Zwar kann man der Pilotfolge von „Growing Up Fisher“ in komödiantischer Hinsicht ein paar Dinge abgewinnen, doch irgendwie plätschert die Geschichte nur so vor sich hin.
Die Idee, einen blinden Hauptcharakter in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen, ist auf gewisse Art originell. Doch stellt sich dieser Aspekt von Growing Up Fisher schnell als ein simples Gimmick heraus. Was bleibt, sind die Eigenschaften und Merkmale einer x-beliebigen Familiencomedy, die mit Sicherheit ihr Publikum finden und einige schöne Momente beinhalten wird. Für den ganz großen Hit aber wird es sicherlich nicht reichen, auch wenn mit dem bekannten Schauspieler J.K. Simmons ein kräftiges Zugpferd mit an Bord ist.
Inspired by a true story
In Growing Up Fisher bekommen wir von einem Erzähler (Jason Bateman, Arrested Development) die Geschichte seiner Kindheit, seiner Familie und vor allem seines Vaters Mel (J.K. Simmons) erzählt. Seit Henry dazu in der Lage war, ist er seinem blinden Vater nie von der Seite gewichen. Er half ihm bei seinem täglichen Abläufen, während Mels Arbeit als Anwalt oder auch in dessen Freizeit. Dabei schwang sich Mel immer wieder zum Helden seines Sohnes auf, weil er trotz seiner Blindheit einen erstaunlichen Weg zurückgelegt hatte und ein beispielhaftes Leben führte.
Doch nun kommt etwas Veränderung in den Alltag der Familie Fisher. Henrys Eltern stehen kurz vor einer Trennung, also legt sich Mel einen Blindenhund zu, weil Henry fortan wohl nicht mehr so oft für seinen Vater da sein kann. Henry muss sich also mit der neuen Situation dementsprechend arrangieren, ist sein Vater doch eine sehr wichtige Bezugsperson für ihn. Gleichzeitig beginnt für Henrys Mutter (Jenna Elfman) ein neues Leben, was sich vor allem für Henrys Schwester (Ava Deluca-Verley) als echte Herausforderung gestaltet.
Know a good lawyer?
Wie bereits erwähnt, präsentiert sich Growing Up Fisher in seiner Pilotfolge als ein äußerst seichtes und einfaches Format. Die Serie zielt augenscheinlich darauf abzielt, eine Comedy für die ganze Familie zu sein - nicht mehr und nicht weniger. Angesichts dessen macht „Growing Up Fisher“ zwar nicht allzu viel verkehrt und bedient auch die entsprechenden Erwatungen. Trotzdem mag man mit der neuen Comedy nicht richtig warm werden.
Was fehlt, ist die eine zündende Idee, etwas Besonderes, dass Growing Up Fisher von dem bekannten Einheitsbrei abheben könnte. Jetzt werden einige argumentieren, dass gerade mit dem blinden Hauptcharakter diese Besonderheit gegeben ist. Doch dieses Element vermag in der Serie nicht wirklich für genügend Treibstoff zu sorgen, um „Growing Up Fisher“ den nötigen Schwung zu verleihen.
Type that. Don't type that.
So sind einige Momente durchaus amüsant, was vor allem an J.K. Simmons (The Closer, Men at Work) und seinem tollen Spiel liegt. Mehr als ein nettes Schmunzeln rufen sie beim Zuschauer aber nicht hervor. Simmons, der nach wie vor eine erstaunliche Präsenz hat, könnte hier der Trumpf sein, welcher den Verantwortlich für die weiteren Folgen der Comedy einige Zuschauer sichern könnte. Der Rest der Darsteller liefert zwar ordentliche Arbeit ab - ob nun Jungdarsteller Eli Baker oder auch Jenna Elfman (Dharma & Greg, Damages) -, aber es fehlt zweifellos das gewisse Etwas, um sich vom biederen Comedy-Durchschnitt abzuheben.
Man erkennt durchaus das komödiantische als auch dramatische Potential von Growing Up Fisher. Aber der Pilot bietet sowohl vom ersteren als auch vom letzteren insgesamt zu wenig an, um vollkommen überzeugen zu können. In dieser Comedy schlummert viel Herz, was ohne Frage den einen oder anderen ansprechen wird, ebenso dürften einige witzige Einlagen vielen Zuschauer gefallen. Schlussendlich schafft es „Growing Up Fisher“ jedoch nicht, sich hervorzuheben und durch etwas Eigenes aufzufallen. So sympathisch die neue NBC-Comedy auch sein mag, so simpel und generisch ist sie dabei.
Fazit
Die neue NBC-Comedy Growing Up Fisher macht in ihrer Pilotfolge zwar einen sehr netten und charmanten Eindruck, doch mehr als das vermag sie insgesamt nicht anzubieten. Die Darsteller sind sympathisch und ein überzeugender J.K. Simmons weißt seine Qualitäten gut einzusetzen. Doch die Serie selbst gestaltet sich trotz des Versuchs, eine etwas speziellere Prämisse zu präsentieren, als eher durchschnittlich und weniger originell.
Als seichte Unterhaltung dürfte die Familiencomedy Growing Up Fisher allemal taugen. Anhand der Pilotepisode kann man stark davon ausgehen, dass sich an diesem einfachen Charakter der Serie nicht viel ändern wird beziehungsweise nichts anderes der Anspruch der Serienmacher ist. Fans von J.K. Simmons und Freunde von liebenswerten, jedoch eher trivialen Geschichten dürfen hier einen Blick riskieren. Alle anderen Zuschauer, die sich etwas mehr erhofft hatten, werden wohl eher enttäuscht sein.