Greenleaf 1x01

Die Serie Greenleaf hat einen Namen zu bieten, der für Aufmerksamkeit sorgt: Oprah Winfrey. Die reichste Selfmade-Frau Amerikas steht nicht nur hinter dem Network des Dramas und fungiert als Executive Producer, sondern sie übernimmt auch die Darstellung einer Figur, nämlich der in Ungnade gefallenen Tante Mavis. Doch wer sich an die Pilotepisode A Time to Heal wagt, der könnte schon bald feststellen, dass sich auch die Szenen ohne die ikonische Talkmasterin lohnen.
Worum es geht
An der Seite von Grace Greenleaf (Merle Dandridge, The Night Shift, Sons of Anarchy) fahren wir in den ersten Minuten der Pilotepisode auf das monstöse Anwesen der Familie in Memphis zu. Dabei haben wir ihre Tochter Sofia (Desiree Ross, Falling Skies) im Teenageralter, die als Gespächspartnerin dafür sorgt, dass wir schnell erfahren, was hier los ist: Grace hat als junge Frau einen vielversprechenden Karrierestart als Predigerin unter der Regentschaft ihres Vaters begonnen, doch dann flüchtete sie aus dem Familienunternehmen, ging nach Phoenix und baute sich ein neues, nicht mit der Kirche zusammenhängendes Leben auf.
Nun kehrt sie zurück in das Haus ihrer Kindheit nachdem ihre Schwester Faith auf mysteriöse Weise ums Leben kam. Dafür will sie zwei Tage in der Villa der Greenleafs verbringen und anschließend mit Sofia zurück nach Phoenix kehren. Doch schon kurz hinter dem Gartentor zeigt sich, dass sie in Memphis einst nicht nur ihre Vergangenheit, sondern auch eine große Liebe zurückgelassen hat: Noah Kendall (Benjamin Patterson), den Sicherheitschef der Familie.
Die Beerdigung geht schnell vonstatten, die großen Emotionen kommen erst beim Dinner zutage. Am Abendbrottisch versuchen wir uns zu orientieren, wer hier eigentlich wer ist. An der Spitze des Unternehmens stehen Graces Eltern, Bischof James Greenlead (Keith David, Enlisted) und seine Ehefrau Lady Mae (Lynn Whitfield, Without A Trace), er ein charismatischer Redner, der sich blind gegen die Intrigen seiner Umgebung gibt, sie eine machtbewusste Spielerin, die ihrer verlorenen Tochter noch auf der Empfangstreppe droht. Außer Grace und der verstorbenen Faith haben die beiden noch zwei weitere Kinder. Da wäre einmal Jacob (Lamman Rucker, Meet the Browns, South of Hell), der zwar nichts so richtig auf die Reihe bekommt, was aber von seiner überehrgeizigen Frau Kerissa (Kim Hawthorne, Rake) ausgeglichen und von seiner Familie weitgehend ignoriert wird. Die beiden haben außerdem eine Tochter in Sofias Alter namens Zora (Lovie Simone). Zu der Storyline des Paares gehört außerdem noch Jacobs heimliche Geliebte Alexa (Kristin Erickson, The Originals), die für die Kirche arbeitet.
Das jüngste Kind der Familie Greenleaf ist Charity (Deborah Joy Winans), verheiratet mit Kevin (Tye White, American Crime Story). Sie versucht als Predigerin ernst genommen zu werden und die Anerkennung ihres Vaters zu bekommen, doch für mehr als den Musikteil des Gottesdienstes und die Kinderkirche hat es bisher nicht gereicht. Ihre Ideen für Predigten werden von der Familie ausgelacht, nur Grace versucht ihrer kleinen Schwester beizuspringen, doch dagegen wehrt die Strauchelnde sich vehement.
Außerdem am Abendbrottisch sitzt der Bruder von Lady Mae, Mac (Gregory Alan Williams, Necessary Roughness, Game of Silence) und dem gibt Grace die Schuld am Tod des Schwester. Später erfahren wird wieso, der Onkel scheint eine Neigung zu jungen Mädchen zu haben, was von der Familie und der Gemeinde jedoch vertuscht wird. Dass wir davon erfahren haben wir den Gesprächen zwischen Grace und einer Verwandten zu tun, die man nicht in der Villa antreffen wird, Lady Maes Schwester Mavis (Oprah Winfrey). Sie besitzt einen Bluesclub und hält von den Greenleafs nur zu Grace Kontakt.
Dann kommt der Morgen des Gottesdienstes und wir erleben der Bischof in voller Blüte. Mit einer inspirierenden Predigt darüber, dass die Bibel wie ein lange verschollener Freund sei, der einem jederzeit wieder in die Arme nehmen würde, bringt er Grace dazu, alle ihre Pläne über Bord zu werfen und zurück in den Schoss der Familie zu kehren. Ein bisschen hat ihre Entscheidung jedoch wohl auch damit zu tun, dass sie den Onkel zur Rechenschaft ziehen will, wie sie ihrer Tante versprochen hat. Und vielleicht auch mit dem Wiedersehen mit Noah, der jedoch mittlerweile verlobt ist.
Wie es rüberkommt
Ein starker Cast ist das erste, was einem an der Serie Greenleaf auffällt. Und eine gute Balance zwischen Drama, Melodrama und Kirchenstory. Manches wird ein bisschen zu offensichtlich präsentiert und driftet damit hart am Klischee vorbei. Was man aber in einer Pilotepisode durchaus verzeihen kann, denn in weniger als 40 Minuten müssen hier nicht nur die Mitglieder einer Großfamilie möglichst erinnerungswürdig vorgestellt werden, sondern auch ihre Allianzen, Intentionen und geheimen Pläne anklingen. Dazu kommen noch die Geheimnisse um den Tod der Schwester, den Untaten des Onkels und Graces Vergangenheit, der in Phoenix und der in Memphis.
Grace ist die monströse Maschinerie nicht geheuer, die nun an die Stelle einer Kirche getreten ist, ihr gegenüber stehen unter anderem Lady Mae und Kerissa, diejenigen, die den eigenen Luxus verteidigen indem sie den Glauben anderer hinterfragen. Jacob will eigentlich nur in Ruhe am Schreibtisch sitzen und die Treffen mit seiner Geliebten arrangieren während die Jüngste sich von ihrem Ehemann mit einem möglichen Baby davon ablenken lässt, dass ihre Familie ihr nichts zutraut.
Fazit
Die Mischung stimmt, wenn auch die Pilotepisode recht vollgepackt ist, macht sie doch Spaß und Lust auf mehr. Und das liegt vor allem am Cast, der es schafft, dass man schon nach einer halben Stunde wissen will, wie es weitergeht für Grace und so manch anderen.
Promo zu der US-Serie „Greenleaf“: Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 23. Juni 2016Greenleaf 1x01 Trailer
(Greenleaf 1x01)
Schauspieler in der Episode Greenleaf 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?