Gotham 5x12

Gotham 5x12

Mit The Beginning endet die US-Serie Gotham und damit das Prequel um Jim Gordon und Gotham City. Bruce Wayne kehrt nach zehn Jahren und zur Eröffnung des Wayne Towers in die Stadt zurück, was prominente Bösewichte auf den Plan ruft - und einen maskierten Helden, der Gotham fortan schützen soll.

Poster zu den finalen Folgen von „Gotham“ (c) WB/FOX
Poster zu den finalen Folgen von „Gotham“ (c) WB/FOX
© oster zu den finalen Folgen von „Gotham“ (c) WB/FOX

The Beginning

The Beginning ist nicht gerade die beste Episode der Serie Gotham, funktioniert aber grundsätzlich gut genug, um einen halbwegs würdigen Abschluss zu liefern. Die meisten Probleme erschafft Autor John Stephens durch den Zeitsprung von zehn Jahren in die Zukunft, nachdem Bruce Wayne (David Mazouz) Gotham City verlassen hat. Denn er muss zeigen, was mit unseren Figuren in diesen zehn Jahren passiert ist, wo sie sich heute befinden, wie sie sich geändert haben - und das alles in eine neue Geschichte verpacken, die uns schließlich den dunklen Ritter mitsamt titelgebendem Neuanfang liefert.

Keine leichte Aufgabe und ich würde meinen, dass es im Finale einfach zu viele Figuren gibt, um allen gerecht zu werden. Weniger wäre da vielleicht mehr gewesen, obwohl ich andererseits auch kaum jemanden missen wollte. Außer Bürgermeister Aubrey James (Richard Kind) vielleicht - da fragt man sich ohnehin, wie der nach zehn Jahren noch immer im Amt sein kann. Jedenfalls hätte in meinen Augen ein Bösewicht ausgereicht (vorzugsweise Jeremiah Valeska (Cameron Monaghan)), um den ersten Auftritt von Batman herbeizuführen und dafür im Gegenzug mit einer intensiveren Geschichte aufzuwarten.

Aber ich will mich keineswegs zu viel beschweren. Gut gefallen hat mir der Darstellerwechsel bei Selina Kyle (Lili Simmons ersetzt hier Camren Bicondova) - Simmons und Bicondova sehen sich ähnlich genug, um die nun zehn Jahre ältere Selina wiederzuerkennen. Dahingehend hätte man sich bei anderen Figuren übrigens ruhig etwas mehr in der Maske anstrengen können, denn die sehen kaum älter aus...

Gute und schlechte Momente

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Auf der Seite der Guten muss direkt Commissioner Gordons (Ben McKenzie) Schnurrbart erwähnt werden, der das Finale leider nicht überlebt. Jim handelt sein Privatleben derweil sehr gut, ist noch immer mit Leslie Thompkins (Morena Baccarin) verheiratet und hat eine gute Beziehung zu Barbara (Erin Richards), die uns als Wirtschaftstycoon und mit neuer Frisur und Haarfarbe präsentiert wird. Die gemeinsame Tochter Barbara Lee (Jete Laurence) zeigt uns im Folgenverlauf auf, dass die Macher auch im Serienfinale am Prequelcharakter der Reihe festhalten und eine weitere Figur anteasern - Stichwort: Batgirl. Wir werden zwar nicht zu sehen bekommen, was mit Barbara Lee weiter passiert (dazu müsste schon ein weiteres Prequel her), aber irgendwie erinnern die Szenen mit ihr doch stark an die erste Staffel, in der zahlreiche andere Figuren - jetzt weiterentwickelt - erstmalig vorgestellt worden waren.

Das beste Kostüm bei den altbekannten Bösewichten darf Oswald Cobblepot (Robin Lord Taylor) tragen. Dessen Werdegang hat mich ohnehin bereits seit der ersten Staffel gefesselt, da ist es sehr schön, ihn schließlich in der aus den Comics bekannten Montur - samt Monokel - zu sehen. Die Szene mit Jim am Pier schließt hier gewissermaßen auch einen Kreis und stellt ein kleines Highlight dar, wenngleich uns wesentliche Ereignisse vorenthalten werden.

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Bei Ed (Cory Michael Smith) sieht das mit den Ereignissen ähnlich aus. Zusammen mit Oswald hat er sich gegen Bane (Shane West) und Nyssa (Jaime Murray) gestellt und zur Rettung der Stadt beigetragen - wäre doch schön zu wissen, weshalb die beiden dann sechs Monate später weggesperrt wurden, oder? Okay, schwer zu erraten ist das nicht. Aber ich hätte schon gerne gewusst, weshalb Oswald Jim töten will und Ed ohne weitere Fragen bereit ist, einen zweiten Versuch in Sachen Sprengung des Bürgermeisters vorzunehmen.

Zu den guten Momenten gehört derweil noch Selina Kyles Diebstahl - mit solchen Szenen hat man mich eh immer am Haken - und ihr Gespräch mit Bruce. Die Beziehung zwischen Kyle und Wayne ist einer der Grundpfeiler der Serie, da musste einfach noch ein Austausch stattfinden und kurz angedeutet werden, wohin die Reise der beiden gehen wird.

Jetzt fehlt noch Jeremiah Valeska, der zunächst im Hintergrund die Strippen zieht und erst später zum persönlichen Einsatz kommt. Dass er sich zehn Jahre lang hirntot gestellt hat, um auf die Rückkehr von Bruce zu warten, erinnert an einen schlechten Witz aus „Dumm und Dümmer 2" (2014). Monaghan lässt sich zwar (wie so oft schon) für seine Joker-Darstellung loben, aber ich hatte mir da wesentlich mehr erhofft, was seinen letzten Einsatz in der Serie betrifft. Etwas unglücklich ist da auch, wie mit seinem zukünftigen Verbrechernamen gespielt wird - wenn man nicht die Rechte hat, um den Joker beim Namen zu nennen, kann man derlei Spielchen auch gleich lassen. Insgesamt ist sein Handlungsbogen dennoch okay, mit Eccos (Francesca Root-Dodson) Tod gibt es sogar noch eine Überraschung, denn die hatten wohl die meisten als zukünftige Harley Quinn auf dem Zettel...

Batman

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Erwartungsgemäß gibt es vom „Caped Crusader" immer nur kurze Blicke zu erhaschen. Für eine gute Frontansicht müssen wir uns bis zum Ende gedulden, was natürlich ein wenig schade ist, aber aufgrund der Rechtslage auch wiederum verständlich. Vielleicht wäre aber dennoch etwas mehr drin gewesen, als dem Treiben von Jeremiah durch ein paar gezielte Batarangs ein Ende zu setzen. Zu schnell, zu kurz und zu einfach ist dieser „Endkampf" (falls man den überhaupt so bezeichnen kann).

Unterm Strich machen aber selbst diese kleinen Auftritte der Fledermaus Lust auf mehr. Er kommt da schon wie eine Naturgewalt rüber, so dass Oswald und Ed lieber noch einen Tag warten, ehe sie sich mit ihm anlegen. Unsereins hätte jedenfalls nichts gegen eine Fortsetzung in Form einer Live-Action-„Batman“-Serie. Wäre langsam an der Zeit, dass sich hier mal was tut. Auf das angekündigte Pennyworth-Prequel kann ich derweil verzichten (obwohl, den Piloten werde ich vermutlich doch sichten). Ich meine, was kommt als Nächstes? Ein Prequel über Supermans Großvater? Ach halt, das haben wir ja schon...

Gotham

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Zuletzt noch ein paar Worte über die Serie als Ganzes. Wie viele andere auch, war ich da anfangs sehr skeptisch und so richtig vom Hocker gerissen hat mich Gotham immer nur stellen- oder figurenweise. Manche Umsetzungen und Werdegänge haben mir sehr gut gefallen, während es aber auch immer wieder Folgen gab, nach deren Sichtung ich mit dem Gedanken spielte, die Serie abzubrechen. Gut, dass ich das nicht getan habe, denn sonst wäre mir doch einiges entgangen.

Als Prequel ist die Reihe unterm Strich jedenfalls gelungen, auch wenn sie sich einige Freiheiten nimmt, die nicht so ganz bis gar nicht zum späteren „Batman“-Universum passen. Andererseits machen genau diese Freiheiten die Sache aber auch wieder interessant, weil sich eben nicht alles vorhersehen lässt. In Sachen zukünftige Batman-Gegner schöpft die Serie derweil stets aus dem Vollen, traut sich auch an die kleineren und ungewöhnlicheren Bösewichte heran und legt immer eine gewisse Eigenartigkeit an den Tag, die vom knallharten Drama bis hin zum absurdesten Moment reichen kann. Ein guter Cast, ungewöhnliche Sets und Kostüme sowie die seit der zweiten Staffel eingeführte, kapitelartige Erzählweise runden das Ganze ab.

Fazit

Das Serienfinale funktioniert als solches, bleibt aber deutlich unter seinen Möglichkeiten. Mit mehr Laufzeit oder weniger Figuren hätte sich bestimmt ein besseres Ergebnis abliefern lassen, denn es ist einfach zu viel, was die Macher hier in einer Episode unterbringen wollen. The Beginning hat dennoch seine Momente und dürfte mindestens die treuen Zuschauer zufrieden stellen, die Gotham durch alle fünf Staffeln begleitet haben. Und Batman? Dessen kleine Auftritte machen definitiv Lust auf mehr. Schade nur, dass dahingehend bislang nichts angekündigt wurde. Von mir gibt es dreieinhalb von fünf Sternen für das Serienfinale. Und von Euch?

Hier zum Abschluss der Trailer zum Finale der US-Serie Gotham:

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Verfasser: Christian Schäfer am Montag, 29. April 2019

Gotham 5x12 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 12
(Gotham 5x12)
Deutscher Titel der Episode
Der dunkle Ritter
Titel der Episode im Original
The Beginning
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 25. April 2019 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 18. Oktober 2019
Autor
John Stephens
Regisseur
Rob Bailey

Schauspieler in der Episode Gotham 5x12

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