Gotham 1x05

Gotham 1x05

Die Episode Viper der US-Serie Gotham behandelt diesmal eine neue Droge, die unter die armen und unterprivilegierten Bewohner der Stadt gebracht wird. Langsam, aber sicher wird klar, dass die Macher sich doch eher für die comichaften Aspekte der Heimat Bruce Waynes interessieren.

Auseinandersetzung unvermeidbar: Mafiaboss Sal Maroni (David Zayas) und Detective Gordon (Ben McKenzie) in „Viper“ / (c) FOX
Auseinandersetzung unvermeidbar: Mafiaboss Sal Maroni (David Zayas) und Detective Gordon (Ben McKenzie) in „Viper“ / (c) FOX

Die fünfte Episode von Gotham heißt Viper und handelt im Fall der Woche von einer Droge, die willigen Opfern vorgesetzt wird und wirklich merkwürdige Nebenwirkungen bereithält.

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Got Milk?

Per Zufall oder besser gesagt durch das beherzte Brieftaschenklauen von Selina Kyle (Camren Bicondova) kommen Gordon (Ben McKenzie) und Harvey Bullock (Donal Logue) mit einem Minimart-Besitzer ins Gespräch, der ihnen von der Drogenproblematik berichtet. Der Gitarrenspieler von der Straße hätte demnach nicht nur ein großes Verlangen nach Milch, sondern er hätte auch mit bloßen Händen einen Bankautomaten aus der Wand gerissen. Er ist also rätselhafterweise superstark.

Obwohl sich das Ganze während der Mittagspause der Cops abspielt, geht Gordon in den Ermittlermodus und will natürlich mehr wissen. Nach einem kurzen Gespräch mit Captain Essen steht fest, dass die beiden den Fall übernehmen. Die obligatorische Montageszene der Woche zeigt das Duo dann beim Befragen von Damen des horizontalen Gewerbes, was auch - nach einer kleinen Spende - zu einem Hinweis über den superstarken Straßenmusiker führt. Für den ist jedoch jede Rettung zu spät, da ihn der Bankautomat zerquetscht, weil die Wirkung der Droge „Viper“ nachgelassen hat. Doch, bevor das passiert, gilt es, den Mann mit dem entstellten Ohr zu finden, von dem der Musiker seinen Gratistrip erhalten hatte.

Edward Nigma (Cory Michael Smith) hält beim Gotham City Police Department - wie so oft - die Lösung des Rätsel parat und ist vom Fall fasziniert: Nach dem Einatmen von „Viper“ wird man zwar kurz superstark, hat aber gleichzeitig auch einen Jieper nach Milchprodukten, da sie Calcium enthalten. Doch es gibt eine Nebenwirkung: Irgendwann bricht das Drogenopfer (und vor allem dessen Knochen) in sich zusammen, erstickt und stirbt. Man male sich einmal die Folgen aus, was passiert, wenn die Droge unters Volk kommt! Schnitt - und genau das passiert im Elendsviertel von Gotham.

Für Bullock klingt die Idee einer natürlichen Selektion der Verbrecher gar nicht so verkehrt, doch dennoch entschließt man sich zum Eingreifen. Um nämlich eine solche Droge zu produzieren, braucht man ein High-Tech-Labor, auf das nur die wenigsten Zugriff haben. Schnell rückt die Firma WellZyn in den engeren Kreis der Verdächtigen und, siehe da, Stan Potolsky (Daniel London) hat tatsächlich mal für die Firma gearbeitet, wie man von der merkwürdig verdächtigen Firmenchefin erfährt.

Doch er hat nicht allein gearbeitet, sein Komplize ist ausgerechnet Professor an der Gotham U. Potolsky hat es auf eine Wohltätigkeitsveranstaltung abgesehen, zu der auch der junge Master Bruce (David Mazouz) und Butler Alfred (Sean Pertwee) eingeladen sind. Neben den Armen geht es nun also auch den Reichen an den Kragen. Natürlich gelingt es Gordon Potolsky dabei aufzuhalten sein Gift zu verbreiten, indem er auf den Kanister mit der Droge schießt. Allerdings beendet der Dealer mit einem beherzten Sprung sein eigenes Leben, ehe die Polizisten ihn fassen oder erschießen können. Lediglich ein Hinweis auf das Warehouse 39 kann er ihnen noch geben. Als sie dort jedoch vorbeischauen, ist dieses bereits ausgeräumt. Ausgerechnet Molly Mathis, die sich auf der Gala angeregt mit Bruce unterhält, steckt ebenfalls in der Verschwörung drin.

Pinguin und Maroni

Szenenfoto aus der %26bdquo;Gotham%26ldquo;-Episode %26bdquo;Viper%26ldquo; © FOX
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Der Pinguin (Sean Pertwee) plant seine nächsten Schritte und versucht, bei Sal Maroni (David Zayas) Eindruck zu schinden. Mit seiner großen Klappe unterbreitet er ihm, dass er wüsste, wie man Falcone (John Doman) provozieren könnte. Dabei gibt er sich als Oswalt Copplepot zu erkennen und erzählt ihm seine Geschichte. Also seine Begegnung mit Mooney, Falcone und Gordon und welche Rolle er dort gespielt hat. Maroni ist amüsiert, doch er will die Erzählung zunächst nicht glauben. Also lässt er kurzerhand Gordon zu sich holen, der seine Story bestätigen soll, was er zu Copplepots Glück auch tatsächlich tut. Copplepot ist der unerwartete Joker in Maronis Arsenal, mit dem er seinen Rivalen ärgern kann. Der Pinguin darf sich später erneut beweisen, als der Überfall bei Falcone klappt.

Bruce im Detektivmode

Bruce Wayne darf sich in dieser Episode dann als Detektiv probieren. Batman ist bekanntlich in den Comics ein Meister der Deduktion. Hier sieht man nun die zarten Anfänge davon, als er versucht, die Deals rund um Arkham nachzuvollziehen. Doch nicht einfach so - zur Charityveranstaltung geht er nämlich mit der Absicht, die Mitglieder dazu zu befragen. Doch er wird nur mit Molly Mathis aus dem middle management abgespeist. Doch Bruces Investigation geht in die richtige Richtung, wie man an dem Anschlag später sieht, was auch Alfred dazu veranlasst, ihm bei der Recherche zu helfen und nicht damit zu drohen, die Papiere zu verbrennen. Alfred bleibt für mich weiterhin eine Lieblingsfigur in Gotham, obwohl er als Erziehungsberechtigter Nachholbedarf hat.

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Fish bildet aus

Fish Mooney (Jada Pinkett Smith) bildet derweil ihren neuen Protegé Liza (Mackenzie Leigh) im Verführen aus. Das gelingt auch recht schnell, obwohl sie ihr noch einige Tipps in der Aussprache und was Nuancen in ihrer Mimik angeht, beibringen muss. Das Ziel wird unmissverständlich klar: Sie soll dabei helfen, Falcone zu verführen und ihn ultimativ zu Fall zu bringen, damit Mooney die hinterlassene Lücke füllen kann. Ihre äußere Erscheinung wird dafür auch stark verändert.

Falcone beraumt ein Treffen in der Episode an, an dem neben Mooney auch der konservative Nikolai (Jeremy Davidson) teilnimmt. Dieser glaubt, dass Frauen nur für die Küche oder das Bett zu gebrauchen sind. Wie sich herausstellt, steckt Mooney wortwörtlich mit ihm unter einer Decke, denn die beiden haben eine Affäre, die auch Fesselspiele beinhaltet. Diesen Mann hat Fish also schon um den Finger gewickelt... Kann sie - außer der Pinguin - noch etwas aufhalten? Oder wird Maroni das Vakuum füllen? Sie versucht jedenfalls sehr aktiv, den Fall des Dons zu initiieren.

Was will Gotham sein?

Nach fünf Episoden wird langsam unmissverständlich klar, dass Gotham doch nicht unbedingt an einer realistischen Abbildung der Schurken interessiert ist und die Autoren sich lieber wirklich hanebüchene, kuriose und abstruse Schurken herauspicken. In dieser Episode wird diesbezüglich der vorläufige Höhepunkt erreicht. Die Droge, die alle megastark macht und dann sterben lässt, stammt direkt aus einer von den Comics inspirierten Welt, die überzeichnet ist und die Realität eben Realität sein lässt. Schon der Balloon Man hat das deutlich gemacht.

Insgesamt wirkt Arrow eher wie eine „Batman“-Serie, als Gotham es tut. Doch man muss die Sendezeit ja mit Material füllen, ehe aus Bruce Wayne Batman werden kann. Das wäre auch gar kein Problem, wenn die Ermittlungsarbeit von Gordon und Bruce auch ausreichend spannend wäre. Im Moment stinkt diese aber eher hinter den Storys rund um Pinguin, Falcone und Fish Mooney ab, wobei Pinkett-Smith natürlich auch mit unglaublich überzogenem Spiel aufwarten darf. Die Hinweise, die die Ermittler finden, wirken oft zufällig und willkürlich (siehe Catwoman und der Überfall in der Mittagspause) und die Auflösung ist selten spannend, da es bisher schon zu oft auf ein shoot out und tote Schurken (oder welche, die sich selbst umbringen) hinausläuft. Immerhin gibt es diesmal eine nette Anspielung auf die Droge Venom, die in den Comics einen gewissen Bane antreibt...

Außerdem ist die Zusammenarbeit des Drogenhändlers mit seinem Professor wieder so ein typischer Networkmoment, in dem den Zuschauern haarklein in einem Monolog erklärt werden muss, was jetzt Sache ist. Und natürlich opfert sich der Großvaterprofessor auch gleich für seine Sache.

Immerhin wird Gordons Rolle in dieser Episode ein wenig problematisiert, indem er in Maronis Kreise gezogen wird, der ihn nun womöglich in der Hand hat. Gordon ist klar dafür mitverantwortlich, dass Copplepot noch da ist und die Chance erhält, in der Unterwelt aufzusteigen. Das ahnt er natürlich jetzt noch nicht, den Zuschauern werden aber ganz eindeutige Hinweise dazu mit auf den Weg gegeben.

Fazit

Szenenfoto aus der %26bdquo;Gotham%26ldquo;-Episode %26bdquo;Viper%26ldquo; © FOX
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Ich werde mit Gotham nicht wirklich warm, obwohl ich es eigentlich gerne tun würde. Einzelne Elemente stimmen, aber das große Ganze harmoniert noch nicht. Ich gewöhne mich langsam daran, dass der Erzählton, den die Autoren ausgewählt haben, eher in Richtung Tim Burton oder Comicvorlage geht als in eine realistische Richtung - was auch durchaus funktionieren kann. Vielleicht liegt es auch daran, dass man ein Familienpublikum ansprechen möchte und die Welt Gothams deswegen eher in eine absurde Richtung lenkt.

Dann allerdings ist die Serie schizophren: Die Fälle der Woche regen zu unfreiwilligem Lachen an (Balloon Man, die Kindesentführer, der Killer aus „Arkham“ und nun die Drogengeschichte), während die Gangsterstory in die schmutzigen, sexuellen und gewalttätigen Ecken der Stadt vordringt und eigentlich deutlich sehenswerter ist. Nun muss das richtige Verhältnis zwischen den Faktoren gefunden werden, damit sie mir persönlich etwas besser gefällt.

Verfasser: Adam Arndt am Dienstag, 21. Oktober 2014

Gotham 1x05 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 5
(Gotham 1x05)
Titel der Episode im Original
Viper
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 20. Oktober 2014 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 19. Februar 2015
Autor
Rebecca Perry Cutter
Regisseur
Tim Hunter

Schauspieler in der Episode Gotham 1x05

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