Gänsehaut: Sag „Cheese“ und stirb! - Review der Pilotepisode

Gänsehaut: Sag „Cheese“ und stirb! - Review der Pilotepisode

Im Pilotfilm zur Serien-Neuverfilmung der Jugendgrusel-Buchserie „Gänsehaut“ aka „Goosebumps“ von R. L. Stine auf Disney+, „Say Cheese and Die!“, lernen wir eine Gruppe von Jugendlichen kennen, die in ein dunkles Geheimnis um ein Spukhaus in ihrer Heimatstadt verwickelt werden.

Szenenfoto aus der Serie „Gänsehaut“
Szenenfoto aus der Serie „Gänsehaut“
© Disney+

Im Jahr 1993 kommt der jugendliche Sonderling Harold Biddle (Ben Cockell, Superman & Lois) in seinem Elternhaus auf grausame Art und Weise durch ein dämonisches Feuer ums Leben. Dreißig Jahre später genießt das mittlerweile verlassene Haus den Ruf einer Spukstätte bei den örtlichen Jugendlichen. Isaiah (Zack Morris, „Jericho Ridge“), seine Freundin Madison (Rhinnan Payne, „Einsatz für Dr. Christmas“), Kumpel James (der hauptsächlich als Videoblogger bekannte Miles McKenna) und Isaiahs Nachbarin Margot (Isa Briones, Star Trek: Picard) planen eine heimlich dort stattfindende Halloween-Party.

Jetzt das Angebot von Disney+ entdecken

Zuvor muss der künftige Football-Star Isaiah jedoch noch ein großes Problem lösen. Um an einem für ihn bedeutenden Spiel teilnehmen zu können, muss er seine Note in Geschichte deutlich verbessern, wofür ihn Margot bei sich abschreiben lassen soll.

Derweil zieht Mr. Bratt (Justin Long, „Barbarian“) ohne Wissen der jungen Leute in das gruselige Gemäuer ein, das er geerbt hat. Beim Versuch, die klemmende Kellertür zu öffnen, verletzt er sich an der Hand und bemerkt nicht, dass sein verlorenes Blut auf unheimliche Weise in den Keller gezogen wird. Isaiah, Madison, James und Margot treffen sich am Abend in dem Haus, um ihre Party vorzubereiten. Dabei kommt es zu weiteren gruseligen Vorfällen, die sie jedoch scherzhaft abtun. Allerdings finden sie eine alte Polaroid-Kamera, auf deren Bildern die fotografierten Personen in gefährlichen Situationen zu sehen sind.

Auf der kurz darauf stattfindenden Party kommt es zum Streit zwischen Isaiah und Madison, die eifersüchtig auf Margot ist, während der chaotische Lucas (Will Price, „Isle Child“) eklige Würmer entdeckt. Da erscheint Mr. Bratt in dem Haus und vertreibt die Feiergesellschaft. Im Wald nahe dem Haus hat Madison eine grausige Begegnung mit dem Geist von Harold Biddle, der sie beinahe zu Tode erschreckt. Dabei gerät sie in ebenjene Situation wie auf den mysteriösen Polaroids. Isaiah findet Madison jedoch und kann sie nach Hause bringen.

Mr. Bratt erweist sich indes als der neue Englischlehrer der Freunde. Er bietet Isaiah an, den Vorfall zu vergessen, falls dieser im Gegenzug dafür sorgt, dass sich dergleichen nicht wiederholt. Er überreicht Isaiah seinen in der Eile vergessenen Rucksack, in dem sich noch immer die Polaroid-Kamera befindet.

Auch Margot hat eine Begegnung mit Harolds Geist, allerdings in der Schule. Anschließend erleidet sie einen schweren Erstickungsanfall durch einen Schokoriegel, auf dessen Zutaten sie allergisch reagiert und den sie versehentlich aus dem Automaten gezogen hat. Auch dabei ist sie so zu sehen wie auf den entstandenen Fotos.

Isaiah kann seine Freunde nicht davon überzeugen, dass es mit der Kamera eine unheimliche Bewandtnis hat, auch nicht, nachdem er selbst auf einem weiteren Bild verletzt zu sehen ist. Dennoch verbrennt er sie.

Bei dem entscheidenden Footballspiel hat Isaiah plötzlich infernalische Visionen, bei denen er im Schiedsrichter ebenfalls Harold Biddle erkennt. Er zieht sich eine schwere Verletzung zu. Im Krankenhaus warnt Ladenbesitzerin Nora (Rachael Harris, Lucifer), die Mutter von Lucas, Isaiahs Eltern vor der Rückkehr einer altbekannten Bedrohung.

In seinem neuen Haus ergreift zur gleichen Zeit Harold Biddles Geist Besitz von Mr. Bratt.

Teenie-Grusel nach prominenter Vorlage

Bei der neuen Serie Goosebumps, von der nach der gleichzeitigen Veröffentlichung der ersten fünf Episoden die restlichen ebenfalls fünf Folgen bis 17. November im wöchentlichen Rhythmus beim Streamingdienst Disney+ erscheinen werden, handelt es sich bereits um die dritte Adaption der 1992 gestarteten Gruselromanreihe für junge Leser des Autoren R. L. (für Robert Lawrence) Stine.

Die auch hier bei uns beliebte Buchreihe wurde erstmals zwischen 1995 und 1998 in Form einer kanadischen TV-Serie verfilmt, hierzulande unter dem Titel „Gänsehaut: Die Stunde der Geister“ zu sehen. Autor Stine fungierte hierbei anfangs auch als Erzähler. 2015 und 2018 folgten die Kinofilme „Gänsehaut“ und „Gänsehaut: Gruseliges Halloween“, in denen Comedy-Star Jack Black („School of Rock“) R. L. Stine als Hauptfigur darstellte.

Jetzt das Angebot von Disney+ entdecken

Reboot

Die neue Serie präsentiert im Gegensatz zur alten Reihe aus den 90er Jahren diesmal keine Einzelabenteuer in Form einer Art Kinderversion der berühmten „Twilight Zone“, sondern erzählt eine zusammenhängende Geschichte. Als Showrunner fungieren der Brite Nicholas Stoller, der zuvor unter anderem zwei der neuen Filme um die berühmten „Muppets“ produzierte, sowie Rob Letterman, der 2015 bereits den ersten neuen Kinofilm zu „Goosebumps“ inszenierte. Zeitgleich zur Veröffentlichung bei Disney+ ist die neue Serie auch beim Streamingdienst Hulu in den USA zu sehen.

Zeitgemäßer Grusel

Szenenfoto aus der Serie „Gänsehaut“
Szenenfoto aus der Serie „Gänsehaut“ - © Disney+

Die Pilotfolge bereitet in stimmiger Weise auf die Fortsetzung der Geschichte in den nachfolgenden Episoden vor. Gestandene Horrorfans kann man mit der neuen Serie freilich nicht begeistern, doch für die ist „Goosebumps“ mit seinen jungen Helden ja auch nicht wirklich gedacht. Ein Wiedersehen gibt es hier unter anderem übrigens mit Isa Briones, in „Goosebumps“ zu sehen als clevere Margot. Trekkies kennen sie bestens aus ihrer Mehrfach-Rolle als die Androidinnen Dahj und Soji Asha, Sutra und Kore Soong in der Serie Star Trek: Picard.

Allerdings fällt recht deutlich auf, dass man für eine Jugendserie einen vergleichsweise harten Ton anschlägt. Im Gegensatz zur Kinderserie aus den 90er Jahren sollten die Zuschauer schon ein gewisses jugendliches Alter erreicht haben, da insbesondere die Szenen mit dem immer wieder seinen Verbrennungstod durchleidenden Harold Biddle sicherlich nicht eben den geeigneten Stoff bieten, aus dem die Träume der lieben Kleinen gemacht sein sollten. Ohne jeden Zweifel werden wir in den weiteren Folgen noch mehr über den zum Geist gewordenen Außenseiter erfahren.

Insgesamt beschert die Pilotfolge, in deren Mittelpunkt neben der Vorgeschichte des unglücklichen Grungers Harold Biddle die verhexte Polaroid-Kamera steht, vergnügliche 48 Minuten, in denen man mit mehreren mysteriösen Andeutungen bestens versteht, geneigte Zuschauer auch für die restlichen Folgen bei der Stange zu halten. Dass die Serie das Rad in punkto Teenie-Grusel definitiv nicht neu erfindet (und nicht erfinden muss), bedarf sicherlich keiner gesonderten Erwähnung.

Für den durchaus spaßigen Einstieg in eine hoffentlich gleichbleibend gelungene Serie gibt es vier von fünf gruseligen Polaroid-Bildern.

Hier abschließend noch der Trailer zur nun gestarteten Disney+-Serie „Gänsehaut“:

Diese Serie passen auch zu «Goosebumps»