God Friended Me 1x01

© randon Micheal Hall und Violett Beane in „God Friended Me“ (c) CBS
Der überzeugte Atheist Miles (Brandon Micheal Hall, The Mayor) verbreitet in God Friended Me seine eindeutige Meinung über Religion in seinem Podcast. Eine Freundschaftsanfrage auf Facebook von „Gott“ stellt sein Leben allerdings auf den Kopf und führt zu einer Verkettung von Ereignissen, die ihn seine Meinung infrage stellen lassen und die seine Mitmenschen positiv beeinflussen.
Was passiert in der Pilotepisode?
Nachdem die hartnäckigen Anfragen nicht aufhören, lenkt Miles ein und nimmt an, woraufhin er prompt einen neuen Freund (Christopher Redman) vorgeschlagen bekommt, mit dem er Sekunden später zusammenprallt. Als Miles mit ansieht, wie dessen Freundin mit ihm Schluss macht und dieser sichtlich geknickt in Richtung U-Bahn läuft, beschließt Miles, ihm zu folgen. Als er mitbekommt, wie sich der Fremde vor den eintreffenden Zug werfen will, zieht ihn Miles zurück und rettet ihm damit das Leben.
Kurz darauf bekommt er einen nächsten Vorschlag: Reporterin Cara Bloom (The Flash-Speedster Violett Beane), die er auf die ganze Geschichte anspricht, weil er vermutet, Opfer eines Streichs geworden zu sein. Doch Cara verneint ihre Beteiligung daran und entschließt sich dazu, Miles bei seiner Suche nach dem Verantwortlichen des „Gott-Accounts“ zu suchen. Dabei unterstützt ihn auch sein Arbeitskollege Rakesh (Suraj Sharma) mit seinen Hacker-Fähigkeiten.
Als sein Computer verrückt spielt, erkennt Cara auf einem geöffneten Foto auf dessen Desktop ihre Mutter, die sich als Krankenschwester um die krebskranke verstorbene Mutter von Miles gekümmert hatte und ihre Familie, als sie noch ein Kind war, einfach verlassen hatte. Doch Cara hat sie bereits in New York wiedergefunden, nur fehlte ihr bisher der Mut, sie anzusprechen. Zusammen mit Miles fasst sie sich ein Herz und spricht sie auf einer Parkbank an, auf der sie regelmäßig sitzt. Cara ist jedoch nach einem kurzen Wortwechsel so durcheinander, dass sie auf die Straße läuft und von einem Auto erfasst wird.
Zum Glück ist zufälligerweise ein Arzt in der Nähe, der sich als derjenige entpuppt, den Miles zuvor vor dem Selbstmord in der U-Bahn bewahrt hatte. Dieser hat, nachdem er an jenem Tag mehrere Schicksalsschläge verkraften musste, neuen Lebensmut gefasst und rettet Cara durch sein schnelles Eingreifen ihr Leben. Diese versöhnt sich im Krankenhaus wieder mit ihrer Mutter und gemeinsam mit Miles trifft sie den Entschluss, dem Gott-Account ihre volle Aufmerksamkeit zu widmen, sobald eine neue Nachricht auftaucht, die auch nicht lange auf sich warten lässt...
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Welchen Eindruck hinterlässt der Serienauftakt?
Wie man bei der Thematik fast schon erwarten kann, will God Friended Me leider nicht nur harmlose Unterhaltung in Form von seichtem Drama fürs Herz mit einer Prise Comedy liefern, denn unter dem zunächst vorgeschobenen Deckmantel von Spiritualität wird vor allem sehr gerne missioniert: Der verirrte Atheist Miles (Brandon Micheal Hall) hat schließlich seinen Glauben nur aufgrund eines traumatischen Erlebnisses verloren, denn es bedarf offensichtlich einer Begründung für solch eine böse antireligiöse Haltung. Doch, Gott sei Dank, reichen ein paar Wunder, um den Ungläubigen schon wieder auf den rechten Pfad zurückführen. Ich verteufele nicht gerne Serien, die Menschlichkeit und Mitgefühl vermitteln wollen, doch die mit dieser Wertevermittlung einhergehende religiöse Glorifizierung ist dazu auserkoren, zu spalten und so manchen abzuschrecken. Es ist zwar nicht so, dass darüber kein Diskurs innerhalb der Serie stattfindet, denn Miles darf seine Sicht der Dinge eloquent genug vortragen, doch schnell ist klar, in welche Richtung es gehen und zu welcher Einsicht er kommen soll...
Als vordergründiges Thema mag dies gläubigen Zuschauern sicherlich zusagen, doch alle anderen werden Schwierigkeiten haben, die omnipräsente Aussage zugunsten des Inhalts ignorieren zu können. Dabei werden durch den Auserwählten, der die besondere Aufgabe annimmt, den Menschen zu helfen, Erinnerungen an Serien wie Highway to Heaven („Ein Engel auf Erden“) - als moderne Version für die Social-Media-Generation - oder ein Stück weit auch an Person of Interest - mit Gott statt Maschine - geweckt. Doch speziell mit letzterem kann und will sich „God Friended Me“ sicherlich nicht messen, denn dazu fährt man in zu seichten Gewässern und setzt vielmehr auf Harmonie als zentrales Gefühl, das den Zuschauern vermittelt werden soll.

Gott hat laut den Machern einen Plan und während seine Wege eher unergründlich sein mögen, sind es die der Autoren nicht, denn vieles mutet vorhersehbar sowie stellenweise auch einfach platt und kitschig an. So sind am Ende der Episode die Versöhnungen so zuckersüß, dass man vom Zusehen beinahe Karies bekommt. Dass man zudem, um das Problem zu lösen, dass der Protagonist seine Zielpersonen erst mal aufspüren muss, ihm einen sehr klischeebehafteten Hacker (soziale Defizite, wohnt bei Mutti) an die Seite gestellt hat, sprüht auch nicht gerade vor Kreativität.
Dabei macht die Serie allerdings eine essentiell wichtige Sache richtig: Die beiden von Brandon Micheal Hall und Violett Beane gespielten Hauptfiguren sind absolut sympathisch, so dass man ihnen wünscht, ihren Weg in einem besseren Projekt zu finden. Denn trotz der angesprochenen Defizite sorgen sie für die größten Lichtblicke der Auftaktepisode und heben das Ganze auf eine annehmbarere Ebene.
Fazit
Wer es gerne seicht und harmonisch mag und sich zudem nicht an der vorherrschenden christlichen Doktrin stört oder diese vielleicht eher als angenehm empfindet, der bekommt genau dieses Paket mit zwei sympathischen Hauptdarstellern und unaufdringlichem Humor verpackt geliefert. Alle anderen dürften den kitschigen Wendungen des „Wunder der Woche-“Formats mit seiner zahnlosen Dramatik nicht sonderlich viel abgewinnen können und sich so wohl nicht konvertieren lassen.
Der Trailer zur neuen Serie „God Friended Me":
Verfasser: Tim Krüger am Dienstag, 2. Oktober 2018God Friended Me 1x01 Trailer
(God Friended Me 1x01)
Schauspieler in der Episode God Friended Me 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?