Girls 1x05

Ein Thema, das in allen Handlungssträngen der Episode Hard Being Easy mitschwingt, ist der Kampf um die Macht und die Angst vor dem Verlust der Macht.
Marnie (Allison Williams) versucht, Charlie (Christopher Abbott) zurückzugewinnen und kommt dabei geradezu ins Betteln. Was der Zuschauer schon vermutet, wird im denkbar ungünstigsten Moment Wahrheit: Das einzige, unter dem Marnie gelitten hat, war die Verstoßene zu sein. Nachdem sie die Kontrolle über die Situation zurückerlangt hat, lässt sie Charlie gnadenlos fallen.
Jessa (Jemima Kirke) ist auf einem ähnlichen Feldzug gegen ihren Ex-Freund. Dass sie von ihm verlassen worden ist, lässt sie nicht auf sich sitzen.
In der bisherigen Serienhandlung schien es so, als wenn Jessa der schlechte Einfluss wäre und Marnie die gute Freundin. In Hard Being Easy zeigen beide das gleiche Gesicht. Nur ist Jessa ehrlicher mit sich und ihrer Umgebung und spielt weniger mit Gefühlen als viel mehr mit Eitelkeiten.
Egozentrik in Reinform
Neben Marnie und Jessa zeigt auch Hannah (Lena Dunham) ihre egoistische Seite in Hard Being Easy. Alles, was sie interessiert, ist ihr Schreiben. Sie hat gar die Nerven, Marnie zu fragen, ob der Tagebucheintrag ihr gefallen hätte, wenn sie damit nicht Marnies Leben bloßgestellt hätte.
Und auch sonst trifft Hannah Entscheidungen vor allem unter einem Blickwinkel: Was könnte interessant für die Essays sein. Sie will Erfahrungen machen, es soll etwas passieren. Dabei geht sie auch gegen sich selbst oft schonungslos vor. Sie fordert ihren uninteressierten Chef zum Sex auf und auch ihr Festhalten an einem emotional abwesend scheinenden Adam wird aus diesem Blickwinkel verständlicher. Es wirft aber auch ein neues Licht auf Adam, dass er auf ihr Spiel eingeht und ihr quasi damit das gibt, was sie will. Beziehungsweise das, von dem er denkt, dass sie es will.
Die Cousine
Shoshanna (Zosia Mamet) wird in dieser Episode leider nur ein kurzer Auftritt vergönnt. Sie ist nur dazu da, um Jessa Gelegenheit zu geben, sich zu erklären. Das ist schade, denn die Szenen mit Soshanna sind oft überaus amüsant.
Fazit
Die Macher von Girls versuchen nicht, die Figuren sympathisch wirken zu lassen, eher im Gegenteil. Das Unschöne, das Egoistische und sogar das Dumme, das jeder in sich trägt, werden schonungslos an Tageslicht gezerrt.
Das ist nicht immer schön anzusehen, aber immer intensiv. Es ist keine Feel-Good-Serie, die Charaktere können manchmal nerven, fordern einen heraus, ecken an. Der Fremdschämfaktor ist zum Teil unerträglich hoch. Doch die Autoren finden auch Humor, besonders Situationskomik in kritischen Themen, sie bewegen sich damit auf einem schmalen Grat.
Ob diese Gratwanderung gelingt, liegt wohl am Geschmack des einzelnen Zuschauer. Aber die Serie kann einen einnehmen, im Guten wie im Schlechten.
Sneak Peek zur Episode 'Welcome to the Bushwick aka The Crackcident' der Serie 'Girls' Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 9. Juni 2012(Girls 1x05)
Schauspieler in der Episode Girls 1x05
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