Ginny & Georgia 1x01

© zenenfoto aus der Pilotepisode der US-Serie Ginny & Georgia (c) Netflix
Die zehnteilige Netflix-Serie Ginny & Georgia handelt von dem titelgebenden Mutter-Tochter-Duo, das in einer Kleinstadt in Massachusetts einen Neustart wagt. Dabei könnten die beiden von unterschiedlichen Sternen sein, geraten deshalb auch manchmal aneinander, aber stehen immer zueinander.
Das passiert in der Pilotepisode von Ginny & Georgia
Nachdem Ginnys Stiefvater stirbt, zieht sie zusammen mit ihrem Bruder Austin und ihrer Mutter Georgia (Brianne Howey) von Texas in den US-Bundesstaat Massachusetts, in eine schöne Kleinstadt. Schon wieder in eine neue Stadt zu ziehen, findet die Teenagerin alles andere als toll. Immerhin wohnte sie in ihrem Leben schon an so vielen Orten und musste wegen der Männergeschichten ihrer Mutter immer wieder irgendwo neu anfangen. Dank des Vermögens des verstorbenen Stiefvaters können sie es sich jedoch leisten, in einem schönen eigenen Haus zu leben.
Gleich an ihrem ersten Schultag lehnt sich Ginny (Antonia Gentry) gegen ihren rassistischen Lehrer auf, was ihrer Mitschülerin, Nachbarin und bald neuer bester Freundin Maxine (Sara Waisglass) sofort imponiert. Dieser absolute Wirbelwind stellt sie gleich ihren ganzen Freunden vor und spielt Armor: Sie ist seit Kindheitstagen mit Hunter (Mason Temple) befreundet, der wiederum an Ginny interessiert ist. So gehen sie und er auf ein erstes Date zusammen, bei dem beide entsprechend nervös und aufgeregt sind. Ginny ist aber eigentlich gar nicht an ihm, sondern viel mehr an Maxines Zwillingsbruder Marcus (Felix Mallard) interessiert. Nachdem sie dessen Motorrad geklaut und ihn dann einfach geküsst hat, herrscht jedoch Funkstille zwischen ihnen - was wohl auf den Umstand zurückzuführen ist, dass Marcus bereits eine Freundin hat. Das hält ihn jedoch nicht davon ab, eifersüchtig zu werden, als er von Ginnys Date hört und sie in der gleichen Nacht zu verführen... Nach ungeschickten Versuchen wird Ginny von ihm entjungfert, da es jedoch nicht so toll läuft und ihre Mütter auch bald nach Hause kommen, geht Marcus wieder seiner Wege und tut so, als wäre nichts geschehen. Daraufhin verdeutlicht sie ihm, dass sie ihre Nacht jederzeit gegen ihn verwenden kann, indem sie seiner Freundin davon erzählt...

In der Zwischenzeit wird Georgia von vielen nicht ernst genommen, da sie sehr jung Mutter wurde und auch sonst nicht wie eine Mutter aussieht: Dafür ist sie schlichtweg zu sehr geschminkt, zu hübsch und sie kleidet sich zu jung. Das macht sie jedoch schnell mit ihrer schlagfertigen und selbstbewussten Art wett. So „schnappt“ sie sich zum Beispiel einfach den Bürgermeister Paul Randolph (Scott Port, Hart of Dixie) beim Mittagessen. Ginny interpretiert das gleich als Anmache. Dabei handelt es sich hierbei eigentlich um eine Art Bewerbung: Georgia würde gerne für den Bürgermeister arbeiten, hat aber durchaus wahrscheinlich auch sonstiges Interesse an ihm. Nachdem sie ihr Geschick einsetzt, um die Lösung für eine Kleinstadt-Diskussion zu finden, ist er von ihren Fähigkeiten überzeugt und stellt sie ein.
Die Fähigkeit, für sich selbst einzustehen, hat sie auch an ihre Kinder weitergegeben, so dass sie zum Beispiel auch ihren Sohn Austin dabei unterstützt, seinem Mobber die Nase zu brechen - frei nach dem Motto: „Wenn Honig ums Maul schmieren nicht hilft und du eine Biene siehst, stich' zuerst zu“. Dieser Spruch wurde ihr in ihrer Jugend selbst beigebracht und hat ihr seither stets weitergeholfen. Damals wurde sie von ihrem Vater verprügelt und anschließend schwanger. Sie möchte verhindern, dass auch ihre Kinder solch ein Leben erwartet. Aus diesem Grund sorgte sie auch für den todbringenden Herzinfarkt, den ihr letzter Ehemann erlitt. Dieser hatte sich nämlich an ihre Tochter rangemacht.
So kommt Ginny & Georgia rüber
Die Liebesszenen von Ginny kommen, ganz in der Manier von jugendlichen ersten Schritten in Liebesdingen, leicht cringy und awkward herüber. Sowohl bei ihrem ersten Treffen mit Marcus als auch bei ihrem ersten Mal mit ihm sowie ihrem ersten Date mit Hunter ist ihre Aufregung, Nervosität und Unerfahrenheit jeweils zu spüren. Diese stehen im Kontrast zum selbstbewussten Auftreten Georgias gegenüber neuen, attraktiven Männern. Ebendieser Kontrast im Verhalten zu Männern bildet oft den Grundstein für Konflikte zwischen Mutter und Tochter.
Im Gegensatz zu anderen Serien wirkt die Pilotepisode allerdings (fast) nicht wie ein Prolog, da hier so unglaublich viel Handlungstechnisches passiert. So kommt eher das Gefühl einer beinahe überladenen Episode auf, die zu viele Motoren auf einmal starten möchte. Doch „Ginny & Georgia“ schafft es gerade noch, alle notwendigen Handlungsstränge in Gang zu setzen, ohne dabei zu viel zu machen. Lediglich der Start der Dreiecksbeziehung zwischen Ginny, Hunter und Marcus hätte nicht schon in der Pilotepisode volle Fahrt aufnehmen müssen - vor allem, da es bereits am Ende der Episode so wirkt, als wäre diese schon gecrasht.

Die Netflix-Serie wartet mit Hintergrundgeschichten auf, die noch zum Problem werden könnten (Georgia hat ihren Ehemann umgebracht, weil dieser sich an ihre Tochter herangemacht hat). Auch Georgias Vergangenheit als Jugendliche, ihre erste Schwangerschaft und so weiter dürften noch beleuchtet werden und dadurch der scheinbar wunderschönen, aber naiven und uninteressanten Figur (noch mehr) Leben einhauchen. Denn das gelingt den Showrunnern auch in der Pilotepisode schon ganz gut: Hier wird demonstriert, dass auch eine so hübsche Frau wie Georgia, die keinem Beruf nachgeht oder einen Schulabschluss hat, auch was im Köpfchen haben kann. So macht sie aus ihren Notsituationen immer wieder das Beste und bringt ihren Kindern bei, für sich selbst einzustehen. Dadurch möchte sie ihnen ein besseres Leben vermitteln als das, was sie hatte.
Neben den (Liebes-)Dramen und dem Alltag von Ginny und Georgia stehen auch ihre Mutter-Tochter-Konflikte im Fokus. Diese Elemente gemischt mit der tollen Dynamik der weiblichen Charaktere zueinander (Ginny, Georgia, Maxine) ergeben ein unterhaltsames Programm. Die Mutter-Tochter-Dynamik erinnert natürlich gleich an Gilmore Girls, jedoch ohne deren geniale Dialoge. An die heranzukommen, ist aber natürlich auch schwer. Die Kleinstadt und ihre teilweise schrillen Bewohner (Maxine) könnten genauso gut Hart of Dixie entsprungen sein, in der übrigens auch der Darsteller des Bürgermeisters als George Tucker zu sehen war.
Fazit
Ginny & Georgia scheint eine unterhaltsame, lustige und schlichtweg schöne Serie zu sein, die eine Mischung aus Coming-of-Age und Dramedy darstellt. Die tolle Dynamik und der starke Kontrast des Mutter-Tochter-Duos stehen dabei im Fokus. Daher könnte die Serie ein solider Ersatz für „Gilmore Girls“, „Hart of Dixie“ und Co werden.
Hier abschließend der Trailer zur neuen Netflix-Serie „Ginny & Georgia“:
Verfasser: Maike Karr am Mittwoch, 24. Februar 2021Ginny & Georgia 1x01 Trailer
(Ginny & Georgia 1x01)
Schauspieler in der Episode Ginny & Georgia 1x01
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