Ghosts (US): Review der Pilotepisode

© oster zur Serie Ghosts (c) CBS
Ein junges Paar aus New York erbt ein uraltes, abgelegenes Anwesen. Doch, was sie dort erwartet, hätten sie sich nicht träumen lassen: Eine Horde Geister bevölkert die Villa. In der US-Serie Ghosts (US) wird sich jedoch weniger gegruselt als mehr amüsiert, denn die Gang aus Gespenstern ist ein schräger Haufen. Können sie die Zuschauer:innen begeistern?
Wovon handelt die Serie Ghosts?
Die New Yorker Autorin Samantha (Rose McIver, iZombie) erbt von einer entfremdeten Großtante ein abgelegenes Anwesen. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Koch Jay (Utkarsh Ambudkar; The Mindy Project, Brockmire), besucht sie das einst luxuriöse, nun vor allem renovierungsbedürftige Haus und ist sofort begeistert. Ein Hotel möchte sie dort eröffnen, endlich mehr Platz haben als in der Stadt. Jay ist weniger enthusiastisch...
Ebenfalls nicht begeistert von den Hotelplänen sind die langjährigen Bewohner des Hauses, eine Handvoll bunt zusammengewürfelter Geister, die ihr Leben auf dem Grundstück verloren haben.
Dazu gehört Isaac (Brandon Scott Jones, The Good Place), der als Befehlshaber am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teilgenommen hat, aber nun zu einer Fußnote der Geschichte verkommen ist. Ebenfalls schon eine ganz schön lange Zeit anwesend ist Lady Hetty (Rebecca Wisocky, Devious Maids), die ursprüngliche Besitzerin des Gutshauses, eine Vorfahrin von Samantha. Mit ihrer neuen Verwandten kann sie jedoch erst mal wenig anfangen, besonders als Samantha ein Gemälde von Hettys untreuem Mann aufhängt...
Zu den Geistern gehört Flower (Sheila Carrasco, Jane the Virgin), ein Hippiemädchen, das auf einem Drogentrip auf das Anwesen kam, um mit den Bären zu kuscheln... Dann gibt es noch Alberta (Danielle Pinnock, Young Sheldon), eine melodramatische Sängerin aus den 1920er Jahren, den amerikanischen Ureinwohner Sasappis (Roman Zaragoza, Austin & Ally), den Wikinger-Krieger Thorfinn (Devan Chandler Long, Bosch) und den erwachsenen, aber etwas naiven Pfadfinder Pete (Richie Moriarty), der einen Pfeil im Hals stecken hat. Das vom Todesdatum her jüngste Mitglied der Geistergang ist Trevor (Asher Grodman), ein Wall-Street-Macho, der mit Anzugoberteil und ohne Hosen verstorben ist. Zusammen sind sie ein schrulliges Team. Gemeinsam versuchen sie das Unmögliche, nämlich im Haus herumzuspuken, bis die beiden Neuen den Plan mit dem Hotel aufgeben. Doch Spuken ist hart, wie sie schnell feststellen. Eigentlich wollen sie doch niemandem etwas Böses, sie wollen nur ihre Ruhe haben... Als dann Samantha bei einem missglückten Spukplan die Treppe herunterfällt und ins Krankenhaus kommt, schämt die Gespenstertruppe sich dafür gehörig. Auch Jay hat eine Erkenntnis, als er seine Frau dem Tod von der Schippe springen sieht. Er will ihr ihren Traum ermöglichen und stürzt sich in Unkosten, um das heruntergekommene Anwesen zu renovieren - damit das Unterfangen Hotel auch ein Erfolg wird. Sie bleiben also. Das finden die Geister zunächst gar nicht gut, bis Trevor feststellt, dass Samantha ihn sehen kann. Unaufhörlich versucht die Gang nun, mit ihr in Kontakt zu kommen, doch Samantha schiebt es auf die Folgen ihrer Kopfverletzung...
Zumindest, bis sie einen Arzt aufsucht, der sich ebenfalls als Geist herausstellt. Nun ist sie überzeugt davon, dass es wahr ist: Sie kann mit der Zwischenwelt kommunizieren.
Wie kommt es rüber?
Die US-Serie Ghosts (US) basiert auf einer urkomischen britischen Serie mit dem gleichen Titel, Ghosts. Geschrieben wurde das Original von Mathew Baynton und gemeinsam mit seiner Comedytruppe umgesetzt. Serienjunkies könnte die Gang aus den Serien Yonderland und The Wrong Mans kennen, oder natürlich aus der Kindergeschichtenreihe „Horrible Histories“. Auch dem amerikanischen Drehbuch merkt man die Handschrift der Schöpfer deutlich an. Das ist in diesem Fall eine gute Sache, denn die Erneuerer halten an dem Guten fest und ersetzen das, was sie müssen, mit hochkarätiger Qualität. Im Fall dieser Serie sind das eben amerikanische Darsteller und eine Ummünzung der Hintergrundgeschichte der Geister auf US-Verhältnisse.
Mit dem Cast kommen sie qualitativ schon ziemlich nah an das wunderbare Original ran - das ist als Gruppenleistung zu verstehen, denn kaum jemand sticht besonders hervor, alle ordnen sich dem Ziel, als Gang zu begeistern, unter, selbst die lebenden Charaktere. Die Serie trifft denselben Nerv wie das Original und die meisten Produktionen der „Horrible Histories“-Gang. Es sind bunte, unterhaltsame Geschichten, bevölkert von seltsam-liebenswerten Figuren, die man so erst einmal auch mit Kindern gut gucken kann. Versteckt dazwischen ist jedoch ein cleverer Humor, dem dann die Jüngsten wohl nicht mehr folgen können, der aber die Erwachsenen bestens unterhält.
Hier noch der Trailer zur Serie „Ghosts“:
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