Mit Garfunkel and Oates präsentiert IFC eine neue Musicalcomedy, in der Riki Lindhome und Kate Micucci sich selbst spielen. Schafft es die Serie, die richtigen Töne der Lachmuskeln zu treffen, oder stimmen die beiden Komiker eher eine Katzenmusik an?

Kate Micucci und Riki Lindhome in „Garfunkel and Oates“ / (c) IFC
Kate Micucci und Riki Lindhome in „Garfunkel and Oates“ / (c) IFC

Das musikalische Comedyduo Kate Micucci (The Big Bang Theory) und Riki Lindhome (Monsters vs. Aliens) konnten mit Garfunkel and Oates eine Comedyserie an Land ziehen, die auf ihren eigen Leben als Schauspieler und Komikerinnen basiert. Mit The Fadeaway präsentieren die beiden dabei eine äußerst kurzweilige und ideenreiche Pilotepisode, die sich nicht nur auf den musikalischen Zwischenklängen ausruht.

My Self Esteem's not low enough to date you.

Die Pilotepisode The Fadeaway beginnt mit einem Auftritt in dem „Supermelt Comedy Club“, in dem die Zuschauer gerade die letzten Klänge des vor allem viral erfolgreichen „Self Esteem“-Songs hören. Einer der ersten, humorvoll gelungenen Szenen ist die anschließende Szene mit Todd (Geoffrey Arend), der das Lied sofort auf sich bezieht und sich vor allem durch die negative Genitalbeschreibung angegriffen fühlt - obwohl Riki ihn nur zweimal getroffen hat und er nicht einmal seine Hose dabei fallen ließ.

Wie ihr ihre Komikerkollegin Vivian (Natasha Leggero) mitteilt, hat Thomas (Anthony Jeselnik) ein Auge auf Riki geworfen. Es folgt eine äußerst charmante Szene, in der sich beide über überzogene Witze annähern. Kate bekommt derweil einen Anruf von ihrem Manager Boomer (Rob Huebel), der daraufhin auf Grund von Kates Nervösität nur als Puppe dargestellt wird. Er bietet ihr ein Vorsprechen als „Hot Slut“ in einem neuen Film von Josh Duncan an, was sie dankend annimmt. Durch die Puppendarstellung und die überzeichnete Unwissenheit wird Boomer dabei zur Karikatur des oberflächlichen, uninteressierten Managers, welche vor allem im Laufe der Pilotepisode an Witzigkeit gewinnt.

Nach einer kurzen Lesung des Textes mit Riki besuchen die beiden Vivian, um Kate mit einem sexy Outfit zu versehen. Dabei wird Letztere wieder einmal von Daniel (Malcolm Barrett) angeschrieben, woraufhin Riki und Kate beschließen, ihr nächstes Lied über das Schlussmachen per Nachricht, ohne dass es jemand merkt, zu schreiben. Songtitel: „The Fadeaway“. Während sich Kate schließlich in einem aufgetakelten roten Kleid zum Vorsprechen begibt, trifft sich Riki wieder mit Thomas, um gemeinsam an dem Lied zu arbeiten. Ihre gemeinsame Arbeit endet in einem recht unausgeglichenen Date, dass sich zwischen Brain- und Bedstorming abspielt.

Das Vorsprechen Kates mit Ben Kingsley wird dabei zum Episodenhighlight. Die von Kingsley dargestellte professionelle Schauspielkunst überfordert die aufgeregte Kate maßlos, was besonders in dem Kontrast der beiden für so manchen haltlosen Lacher sorgt. Der von ihr angekündigte Kuss oder die missratene Ohrfeige inklusive angedeutetem Abgang unterstreichen die Unprofessionalität der Protagonistin auf äußerst selbsironische Art. In einem Telefonat mit Boomer erfährt der Zuschauer danach schließlich, dass dieser Kate mit Riki verwechselte und somit fälschlicherweise zu dem Vorsprechen schickte.

I like it, but I don't love it!

Riki und Daniel betreten derweil eine Eisdiele, in der Liz Cackowski einen äußerst penetranten Monolog über die Auswahl ihrer Eissorte halten darf, welcher daraufhin zum Running Gag zwischen Thomas und Riki wird. Nach einem witzigen Kommentar von Riki twittert Thomas diesen über seinen Account und deutet dabei bereits an, keinerlei Probleme damit zu haben, Witze auf Kosten anderer zu bringen. Kate sucht währenddessen in einem emotionalen Tief ein Spielzeuggeschäft auf, um sich selbst mit einer neuen Puppe zu belohnen. Dabei trifft sie auf den von ihr verschmähten Daniel und erfährt, dass dieser sie eigentlich sitzen lassen wollte, was ihr Ego somit noch tiefer fallen lässt.

Während sie darüber hinaus aufgrund ihres sexy Outfits auch noch für eine Prostituierte mit schrägem Fetisch gehalten wird, erlebt Riki einen peinlichen Moment, als sie auf Grund ihres schlechten Würgereflexes beim Oralsex mit Thomas aufstoßen muss. Dieser ist zwar alles anderes als begeistert von dieser Situation, schiebt es jedoch auf die Größe seines Genitals. Als die beiden schließlich wieder im Supermelt auftauchen und Thomas' Stand-Up sehen, erzählt er diese Geschichte und beschreibt die Geschichte aus seiner Sichtweise mit einer genauen Beschreibung seiner Sexualpartnerin. Riki ist zutiefst beschämt und kann sich nur noch mit ihrem gemeinsamen Song retten: „The Fadeaway“.

Fazit

Garfunkel and Oates legen mit ihrer Pilotepisode The Fadeaway einen äußerst kreativen und kurzweiligen Start hin, der zwar noch etwas überfüllt an Einzelideen wirkt, sich jedoch vor ähnlichen Formaten wie Louie oder Flight of the Conchords nicht verstecken muss. Wie in „FotC“ präsentieren die beiden ihre Songs im witzigen Musikvideostil oder erleben verschiedene, verkorkste Situationen in äußerst selbstironischer Weise. In an Louie erinnernde Szenen erleben wir die Schattenseiten des Komiker- und Schauspielerlebens, in dem nicht nur verkorkste Vorsprechen und Rollenbesetzungen gezeigt werden, sondern auch die Inspirationen für das eigene Programm deutlich wird. Sicherlich erfinden Garfunkel and Oates das Genre der Musicalcomedy dabei nicht neu, jedoch präsentieren sie vor allem ein weibliches Pendant zu einem eher minder besetzten Genre. Was zuvor schon viral vor allem durch den humoristisch-offenen Umgang mit Sexualität für Aufmerksamkeit sorgte, weiß auch im Serienformat zu begeistern.

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