
Galavant stellt wohl für viele Serienjunkies einen der ungewöhnlichsten Serienneustarts dar. So dreht sich die Musicalcomedy um eine klischeehafte Märchengeschichte und geht dabei vor allem humorvoll mit dieser um. Was am Ende des Piloten übrig bleibt, sind ein paar platte Witze, ein penetranter Ohrwurm und ein kurzweiliger Plot. Dieser ist zwar nicht originell, jedoch vor allem durch die musikalische Untermalung des Oscarpreisträgers Alan Menken („Arielle“) und den Texten von Glenn Slater („Rapunzel - Neu verföhnt“) kurzweilig und er wird außerdem harmonisch vermittelt.
A fairytale cliché
Die Pilotepisode beginnt mit einer musikalischen Einleitung, welche die Ausgangssituation der Serie aufzeigt. Der als tapfer und eherenhaft bekannte Prinz Galavant (Joshua Sasse) verliebt sich in die junge Madalena (Mallory Jansen) und scheint glücklicher denn je zu sein. Doch ihrem jungen Glück wird ein Schnippchen geschlagen, als der skrupellose und mit persönlichen Problemen behaftete König Richard (Timothy Omundson) sich Madalena annimmt und somit eine persönliche Fehde mit Galavant entfacht.
In der Tradition bekannter Märchenklischees macht sich Galavant somit auf, um die Hochzeit zwischen Richard und Madalena zu verhindern und sucht dabei vergeblich nach stereotypischen Charakterbeschreibungen à la Disney-Adaptionen. So liebt Madalena Richard zwar nicht, jedoch sagt ihr der von ihm versprochene Ruhm und der Reichtum mehr zu. So lässt sie Galavant stehen und nimmt Richard zum Mann. Dem edlen Reiter bleibt somit nichts anderes übrig, als in ein tiefes Loch des Liebesleides zu fallen.

Die Handlung setzt daraufhin ein Jahr später wieder ein. Galavant hat sich mitlerweile einen äußerst ambitionierten Knappen namens Sid (Luke Youngblood) zugelegt, der alles daran setzt, dem jungen Prinzen wieder auf die Beine zu helfen. So stellt er ihm Prinzessin Isabella Lucia Maria Elizabetta von Valencia vor, natürlich werden sämtliche Witze zu der Länge dieses Namens nicht ausgelassen. Deren Königreich wurde von König Richard attackiert, weshalb sie den kostbaren Juwel, welchen Madalena an sich reißen will, rettete und nun Obdach bei Galavant sucht.
Dabei stellt sich heraus, dass Richard Isabella (Karen David) ausschickte, um Galavant zu sich zu locken. So nahm er zwar Madalena zur Frau, jedoch muss er sich nun ständig mit Vergleichen zwischen ihm und dem edlen Prinzen auseinandersetzen und möchte ihn daher einfach umbringen, um seiner Ehe wieder etwas mehr Ruhe zu verleihen. Am Ende der Episode reitet die Titelfigur schließlich aus, um Rache an König Richard nehmen. Dessen Plan scheint somit aufzugehen. Als Letztes erfahren wir darüber hinaus, dass die unbekannte Stimme hinter dem durch die Episode führenden Lied dem Hofnarren Jester (Ben Presley) gehört.
Eingerostete Scherzeleien und klangvolle Melodeien
Die Witze, welche größtenteils unter die Gürtellinie gehen, werden leider etwas zu langatmig und zu dick erzählt. Man merkt der Serie an, dass sie vom Stil Vorbildern wie Monty Python oder Mel Brooks nacheifert - jedoch erreicht sie auf der humoritischen Ebene leider nicht die Qualität dieser Vorlagen. Zu den humoristischen Stärken gehört dagegen eher die Selbstironie, wenn zum Beispiel von Märchenklischees gesungen wird oder Galavant sein großes Herz aufgrund seines Genpools erklärt.
Dennoch liegt die Stärke ganz klar auf den gesungenen Darbietungen, welche dabei sicherlich auch die Zuschauerschar schnell zu scheiden vermag. In der Pilotepisode ist es vor allem ein Lied, das immer wieder in verschiedenen Variationen aufgegriffen wird und am Ende als penetranter Ohrwurm in den Ohren der Zuschauer nachhallt. Ob dies auch in kommenden Episoden noch funktioniert oder stattdessen auf mehr Abwechslung gesetzt wird, bleibt abzuwarten. Neben den Kompositionen von Alan Menken und den Texten von Glenn Slater sind es vor allem die Umsetzungen von Joshua Sasse und Timothy Omundson, die zu überzeugen wissen.

So macht es vor allem Spaß, Omundsons überzeichneten Charakter des von Minderwertigkeitskomplexen geplagten König Richard dabei zuzusehen, wie er in äußerst lässiger Weise das Tanzbein und die Stimmbänder schwingt. Mallory Jansens penetranter Charakter der Madalena kann dagegen nach dem Aufzeigen ihres wahren Naturells nur noch durch Penetranz auf sich aufmerksam machen. Sollte die Serie es schaffen, die Qualität ihrer Witze an die ihrer musikalischen Komponenten anzugleichen, könnten die Erwartungen, die die Trailer ausgelöst hatten, dennoch erfüllt werden.