Free Agents 1x01

Alex (Hank Azaria, The Simpsons) und Helen (Kathryn Hahn, Crossing Jordan) landen eines Nachts miteinander im Bett, was sich jedoch als keine gute Idee erweist. Und das nicht nur, weil beide zusammen in der gleichen PR-Agentur arbeiten.
Es ist vor allem deshalb keine gute Idee, weil beide eigentlich noch nicht so weit sind, sich auf eine neue Beziehung einzulassen. Alex ist frisch geschieden - und kann insbesondere die Trennung von seinen Kindern nur schwer verwinden. Bei allen möglichen (und unmöglichen) Gelegenheiten bricht er in TrĂ€nen aus, wenn ihn nur etwas an seine Kinder erinnert. Helen wiederum hat ihren Verlobten durch einen Unfall verloren - und ihre Wohnung seitdem mehr oder weniger in ein Mausoleum fĂŒr ihn verwandelt. Es gibt keine Ecke, in der sich nicht ein Foto von ihm befindet.
WĂ€hrend Alex und Helen noch versuchen, ihren One-Night-Stand und die komplizierte Beziehung zueinander zu verarbeiten, werden sie von ihren Kollegen im BĂŒro dazu gedrĂ€ngt, endlich wieder in die Welt des Datings einzusteigen. DafĂŒr, dass in der Agentur Privates nicht privat bleibt, ist vor allem ihr Chef Stephen (Anthony Stewart Head, Merlin) verantwortlich, der eine Teambesprechung gerne schon einmal mit Berichten ĂŒber intime Eskapaden beginnen lĂ€sst.
Free Agents ist die US-Adaption einer gleichnamigen britischen Serie, die 2009 auf Channel Four lief, aufgrund der Einschaltquoten jedoch nicht ĂŒber die erste Staffel hinaus verlĂ€ngert wurde.
Im Original hatten Stephen Mangan (Episodes) und Sharon Horgan (The Increasingly Poor Decisions of Todd Margaret) die Hauptrollen gespielt. Als einziges Castmitglied aus der britischen Vorlage in die US-Version ĂŒbernommen wurde Anthony Stewart Head, der dank Buffy the Vampire Slayer sich auch jenseits des Atlantiks groĂer Bekanntheit erfreut.
Es fĂ€llt schwer, sich dem amerikanischen Free Agents gĂ€nzlich unvoreingenommen zu nĂ€hern, wenn man das britische Vorbild kennt. Dies gilt insbesondere fĂŒr die Auftaktszene, die wie eine gekĂŒrzte und etwas hastig heruntergespielte Ausgabe ihres britischen Pendants daherkommt. Im spĂ€teren Verlauf der Folge löst sich der US-Pilot (Drehbuch: John Enbom, Party Down) mehr und mehr von der Vorlage - und wird mit Erreichen einer gewissen EigenstĂ€ndigkeit zum Ende hin sogar einmal witzig.
Vorher mangelt es der Pilotfolge leider an Gags, die wirklich zĂŒnden. Es ist alles ganz nett anzuschauen. Hier und dort kann es einem vielleicht sogar ein Schmunzeln hervorlocken - nur ein Lachen will sich nicht einstellen. Das liegt unter anderem auch daran, dass die Rolle von Anthony Stewart Head reduziert und - bedingt durch die Network-Ausstrahlung - vor allem sprachlich „entschĂ€rft“ wurde.
DafĂŒr stĂ€rkt die US-Version die Rolle der anderen Kollegen im BĂŒro - mit bislang noch uneinheitlichem Ergebnis: WĂ€hrend Natasha Leggero als toughe SekretĂ€rin eine gute Figur macht und zumindest Potenzial hat, bleiben die BemĂŒhungen von Mo Mandel und Al Madrigal um Witzigkeit genau das - nĂ€mlich BemĂŒhungen.
Hank Azaria und Kathryn Hahn entfalten als Paar in spe bislang nur begrenzt das, was man Chemie nennt. Das mag allerdings ein StĂŒck weit auch am Drehbuch liegen, welches ihre Figuren zunĂ€chst etwas zurĂŒckgenommen, ja dröge erscheinen lĂ€sst. Es ist durchaus bezeichnend, dass erst in der letzten Szene, als vor allem Helen unter Alkoholeinfluss steht, mal so etwas wie Dynamik zwischen den beiden aufkommt.
Fazit
Free Agents ist vielleicht nicht die Katastrophe, mit der man angesichts frĂŒherer US-Adaptionen britischer Serien hĂ€tte rechnen können. Man kann sich die Pilotfolge weitestgehend schmerzfrei anschauen. Wirklich gut unterhalten wird man dabei allerdings nicht. Bis zu einer Comedyserie, die nicht nur pro forma „Comedy“ genannt wird, ist es noch ein langer Weg.
Verfasser: Christian Junklewitz am Donnerstag, 15. September 2011(Free Agents 1x01)
Schauspieler in der Episode Free Agents 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?