Four in the Morning 1x01

Die kanadische Serie Four in the Morning punktet mit schlagfertigen Twens und einem Hauch magischem Realismus. Wir lernen vier Nachtschwärmer kennen, die mit ihren Meinungen und Ansichten nicht hinter dem Berg halten - und trotzdem alles andere als ehrlich zueinander sind.
Worum es geht
Zwei Paare, eine Nacht, jede Menge Unterhaltungen: In der neuen CBC-Serie lernen wir William (Mazin Elsadig) und seine Freundin Jamie (Michelle Mylett, Letterkenny) sowie das mit ihnen befreundete Paar Bondurant (Daniel Maslany) und Mitzi (Lola Tash) kennen. Die vier Mittzwanziger lassen sich durch das Nachtleben treiben, doch statt der ohrenbetäubenden Tanzflächen folgen die Serienautoren ihnen in die After-Party-Imbisse und U-Bahnen der Stadt, in die Zeit, wenn das letzte Lied gespielt ist und viele offene Fragen und Empfindlichkeiten zurück bleiben.
Die beiden Mädchen lernen wir auf der Toilette kennen. Mitzi erzählt Jamie, dass sie eine Unterhaltung mit ihrem Kindheitsbegleiter, einem Schwein hatte, das jüngst gestorben ist. Unterdessen offenbart der stark theatralisch angelegte Bondurant seinem Freund, in dessen Freundin verliebt zu sein. In beiden Unterhaltungen ist schwer zu sagen, wo die Wahrheit aufhört und Übertreibung, nächtliche Übergeschnapptheit oder Partyseligkeit anfängt. Im Verlauf der Pilotepisode finden wir heraus, dass das Absicht ist.
Die Storys der Serie spielen stets in der Stunde um vier Uhr morgens, zwischen Party und Bett, in der vieles verschwimmt. Während nicht im eigentlichen Sinne übernatürliche Dinge passieren, lassen die Autoren uns im Unklaren, was gelogen ist und was nicht. Doch damit fangen die doppelten Böden erst an. Denn auch die Figuren scheinen nicht so richtig zu wissen, was sie fühlen und denken. Nicht nur, dass Bondurants Verhalten, als er die Freundin seines Freundes offen anhimmelt, irritiert, sondern vor allem die Tatsache, dass er offenbar damit eine Affäre mit ebendieser Freundin überspielen will. Er sagt William die Wahrheit, getarnt als Spiel mit einem ernsten Unterton, von dem jeder selbst entscheiden muss, was echt ist. Und das ist gar nicht so einfach herauszufinden. Zudem ist es an vielen Stellen auch überflüssig, weil es viel mehr Spaß macht, sich einfach in der Nacht treiben zu lassen.
Die Konstruktion der Geschichte folgt einem Muster, das man glücklicherweise erst am Ende erkennt. Zum Schluss wird die Story mit dem sprechenden Schwein zu Ende erzählt und während Jamie schon in ihrem Sessel eingeschlafen ist, offenbart Mitzi, dass sie vom Betrug ihrer besten Freundin weiß.
Und auch die beiden Jungs finden auf natürlichem Weg wieder zum Ausgangskonflikt zurück, wenn auch auf andere Art und Weise. Während es zu Beginn Bondurant war, der ein Auge auf die Partnerin seines Freundes geworfen hat, ist es nun William, der seinem Kumpel gefährlich auf dessen eigenem Gebiet werden könnte. Auf der Bühne eines leeren Theaters scheint er es zu sein, der vom Scheinwerferlicht gefesselt ist und nicht mehr Bondurant, dem man den Schauspieltraum schon von weitem ansieht.
Fazit
Aus einer durchzechten Nacht machen die Four in the Morning-Autoren sozusagen ein kleines Theaterstück mit vier Rollen und unrealistisch schlagfertigem Text. Am Ende schließt sich der Vorhang und wir bleiben zurück mit einem kleinen Schock und jeder Menge Überlegungen. Das ist nicht schlecht für eine Serie, die in erster Linie unterhält, ohne schwer zu werden.
Der Trailer zur CBC-Serie „Four in the Morning“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 30. August 2016Four in the Morning 1x01 Trailer
(Four in the Morning 1x01)
Schauspieler in der Episode Four in the Morning 1x01
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