Foundation 3x10

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Das passiert in der Folge „The Darkness“ (3x10) der Serie „Foundation“
Gaal (Lou Llobell) und ihre Verbündeten kämpfen sich zum Maultier (Pilou Asbæk) durch. Es kommt zum großen Showdown, doch am Ende muss Gaal erfahren, dass sie gegen eine Marionette ins Feld zog und das wahre Maultier noch viel gefährlicher ist als angenommen.
Derweil erreicht Bruder Tag (Lee Pace) Trantor und übergibt Demerzel (Laura Birn) den von Sonnenmeister-18 erbeuteten Roboterschädel. Doch im Palast herrscht das Chaos, denn Bruder Dämmerung (Terrence Mann) denkt gar nicht daran, die Aszensionskammer zu betreten und vernichtet stattdessen die Klonkammer, um als letzter Imperator allein über das Reich zu herrschen...
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Das Ende vom Anfang

Wenn uns mit dem Finale der dritten Staffel der Serie Foundation zwei Dinge vor Augen geführt werden, dann ist es einerseits der Mut der Autoren zu großen Veränderungen und andererseits der Wunsch, eine vierte Staffel zu produzieren, die inzwischen übrigens bestätigt ist. Mit der Folge The Darkness (3x10) beginnt nicht nur im wörtlichen Sinne eine dunkle Zeit für die Menschheit, auch legt sich der Mantel des Todes über einige der uns inzwischen lieb gewordenen Figuren.
So sterben nicht nur sämtliche Klone eines spektakulären Todes, auch für Bruder Tag und Demerzel endet die Reise auf atemberaubend inszenierte Art. Gegen diese Form des Cuts ist nichts einzuwenden, zumal uns die letzte Szene nicht nur zur lang vermissten Heimatwelt der Menschheit führt, sondern auch offenbart, dass die Roboter keineswegs ausgestorben sind. In Wirklichkeit verfolgen die auf dem Erdenmond lebenden künstlichen Wesen einen Plan, der nun blutige Früchte trägt.
Der Aufreger des Tages
Dieser Twist macht nicht nur deutlich, dass das Produktions-Team noch viel mit „Foundation“ vorhat, sondern schürt auch die Vorfreude auf die inzwischen bestätigte vierte Staffel. Bevor wir uns allerdings den vielen weiteren positiven Eindrücken des insgesamt guten Abschlussteils widmen, gilt es einen wenig gelungenen Aspekt unter die Lupe zu nehmen, dessen Sinn sich mir zwar erschließt, der aber vollkommen unnötig ist.
Gaal schlägt sich gemeinsam mit ihren Freunden zum Maultier durch, wo es zum großen Finalkampf der beiden kommt. Dem aufmerksamen Publikum dürfte es dabei kaum entgehen, dass das Ganze recht unspektakulär wirkt und viel zu schnell vorbei ist.
Was im ersten Moment enttäuschend wirkt, stellt sich in der nächsten Szene allerdings als sinnvoll heraus, denn wir erfahren, dass Gaal nicht das Maultier, sondern lediglich einen ihrer Handlager besiegt hat. Und nun kommt der große Twist, denn in Wahrheit handelt es sich bei dem übermächtigen Telepathen um eine Person, mit der niemand rechnete - und wahrscheinlich auch kaum jemand rechnen wollte.
Ausgerechnet die bislang blass von Synnove Karlsen gespielte Bayta entpuppt sich als die große Gegnerin der zweiten Foundation. Nun kann man argumentieren, dass der Writers' Room die Figur bislang absichtlich als vollkommenes Unterstatement auf das Publikum losgelassen haben, damit der Überraschungseffekt am Ende umso größer ist. Doch selbst dann erweist sich Synnove Karlsen nicht als ideal. Ich nehme der Mimin die Eiseskälte, die das Maultier nun einmal ausstrahlt, einfach nicht ab und finde sie als Schauspielerin eindimensional. Zudem hätte man die Figur für einen Knalleffekt im Vorfeld prominenter positionieren müssen, um die Überraschung wirklich perfekt zu machen. So, wie der Twist allerdings präsentiert ist, stellt er jedenfalls mehr ein Ärgernis als einen Aha-Effekt dar - schade!
Auch die Figur der Gaal Dornick macht sich mit der Art und Weise, wie sie kompromisslos ihr Ziel verfolgt, nicht immer Freunde. Gaal handelt fraglos aus Überzeugung, doch es scheint ihr egal, wer dabei auf der Strecke bleibt. Das macht sie zu einem ambivalenten Charakter und einer Anführerin, der man eigentlich nur schwer vertrauen kann.
Bruder Ich-rette-den-Tag

Allerdings darf man resümieren, dass die obige Kritik letztlich meckern auf ziemlich hohem Niveau ist, vor allem, wenn man einen Schauspieler wie Terrence Mann mit einer Glanzleistung auf dem Bildschirm erleben darf. Was sich die Autoren für Bruder Dämmerung ausgedacht haben, ist nicht nur Drama pur, sondern raubt uns auch inszenatorisch den Atem.
Es ist der Tag der Aszension. Bruder Dämmerung legt die schwarzen Festgewänder an und wird damit zu Bruder Dunkelheit. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Imperator setzt einen nicht nur dunklen, sondern rabenschwarzen, beinahe schon zynischen Plan in die Tat um.
Statt sich die Nanobots entfernen zu lassen, begibt er sich in die Klonkammer und vernichtet jeden verfügbaren Körper. Das Blut fließt in Strömen und ein Sturm von zerrissenen Gliedmaßen ergießt sich über den Imperialen. Dies ist eine der besten Szene der gesamten Sci-Fi-Serie - brutal, dramatisch, mitreißend und schockierend zugleich, in einem Wort: perfekt!
Wer nun glaubte, es könnte nicht noch dramatischer werden, irrt sich indes gewaltig, denn Dunkelheit treibt seinen perfiden Plan zur Alleinherrschaft weiter voran und legt ein Baby - seinen letzten noch verbleibenden Bruder - unter den Aszensionsstrahl. Der dazukommenden Demerzel bleibt aufgrund ihrer Programmierung keine andere Wahl, als sich schützend über das Kind zu legen und beide verbrennen in der Hitze des Todes.
Bruder Tag stirbt kurze Zeit später mit einer Kugel im Bauch, so dass wir uns lediglich über den Verbleib von Bruder Morgen Gedanken machen müssen, dessen Schicksal zum Ende der Staffel ungewiss bleibt. Dunkelheit hat sein Ziel jedoch erreicht. Er lässt zwei der drei Throne entfernen und wähnt sich nun als Alleinherrscher.
Doch wie lange? Das Maultier ist weiterhin auf dem Vormarsch und wird die Galaxis ins Chaos führen. Gaal und die zweite Foundation, zu der nun auch Botschafterin Quent (Cherry Jones) stößt, wird die Zeit der Dunkelheit abwarten und die oben erwähnten Roboter sehen sich auf dem Mond ihren Zielen einen Schritt näher.
Die Überlebenden
Werfen wir damit einen Blick auf diejenigen Figuren, die den großen Blutorkan überleben und uns in die vierte Staffel begleiten. Bruder Dunkelheit wird als letzter Despot das Ende seines Reiches miterleben. Gaal wird ihren Kampf gegen das Maultier fortsetzen und spannenderweise erfahren wir, dass die von Rowena King gespielte Kalle in Wirklichkeit ein Roboter ist.
Toran (Cody Fern) und Han Pritcher (Brandon P Bell) leben noch, doch ihre weitere Funktion in der Serie ist ungewiss. In den Romanen nimmt vor allem Pritcher später als treuer Untergebener des Maultiers eine prominente Rolle ein, es bleibt daher abzuwarten, ob der Part weiter ausgebaut wird. Hari Seldon (Jared Harris) existiert in Form des Gewölbehologramms weiter, wurde aber von Gaal verraten und ist zur Einsamkeit und Isolation verdammt. Ob es Sinn macht, die Figur weiterzuführen und wie ihre Funktion in der vierten Staffel aussehen könnte, ist ebenfalls unklar.
Eindeutig aus der Serie geschrieben wurden im Gegensatz dazu das Alibimaultier alias Pilou Asbæk (der eine grandiose Leistung ablieferte), Demerzel und Bruder Tag. Das Schicksal von Bruder Morgen scheint hingegen ungewiss, ebenso jenes der kleinen Skirlet (Isla Gie). Auf den Punkt gebracht haben wir also durchaus eine Tabula-Rasa-Situation vor uns. Alles ist anders, die Karten sind komplett neu gemischt. Neue Parteien tauchen auf, alte sind fort, reduziert oder müssen fortan aus dem Verborgenen handeln.
Fazit

Ich bleibe dabei. Der Twist um Bayta ist ebenso unnötig wie ärgerlich. Wenn man unbedingt einen Überraschungseffekt einbauen wollte, hätte es sicherlich andere Möglichkeit als diese gegeben. Andererseits lassen die Autoren die Foundation-Welt quasi in sich zusammenstürzen, um für die vierte Staffel eine neue Ausgangssituation zu schaffen, die auch die Einführung neuer Figuren beinhalten und möglicherweise noch mehr Eigenständigkeit erlangen wird. Immerhin möchten wir noch miterleben, wie sich die zweite Foundation erhebt und nach der Zeit der Dunkelheit eine Ära des Friedens einleitet. Bis dahin bleibt uns immerhin, die ersten drei Staffel noch einmal durchzubingen. Wert sind sie es allemal, auch diese Folge, wenn auch mit einem kleinen, unangenehmen Kribbeln im Bauch...
Wir verteilen daher für das Finale der dritten Staffel vier von fünf Klonen.
Verfasser: Reinhard Prahl am Freitag, 12. September 2025(Foundation 3x10)
Schauspieler in der Episode Foundation 3x10
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