Foundation 1x01

Foundation 1x01

Mit der Asimov-Adaption Foundation hat AppleTV+ ein enorm ambitioniertes Serienprojekt auf die Beine gestellt, dessen Stoff aus vielerlei Hinsicht als äußerst schwierig umsetzbar gilt. Ist das Ergebnis etwa trotzdem geglückt?

Szenenfoto aus der Serie Foundation (c) AppleTV+
Szenenfoto aus der Serie Foundation (c) AppleTV+
© zenenfoto aus der Serie Foundation (c) AppleTV+

In der Auftaktepisode der Sci-Fi-Serie Foundation, die sich neu im Programm von AppleTV+ befindet, werden wir in eine Welt der Zukunft eingeführt, welche laut Mathematiker und Psychohistoriker Hari Seldon (Jared Harris) kurz vor dem Kollaps steht. Diese blasphemische Prognose will sich das Imperium im Zentrum der Menschheit jedoch nicht bieten lassen und stellt Seldon und seine Anhänger für diese gewagte Behauptung an den Pranger.

Der Anfang vom Ende

Um die talentierte junge Mathematikerin Gaal Dornick (Lou Llobell) entsteht ein gewisses Tauziehen zwischen Seldon und dem Imperium, denn beide Seiten geht davon aus, dass sie als Einzige in der Lage dazu ist, Seldons komplexe Beweise und Thesen entweder zu bestätigen oder zu widerlegen. Sehr zum Missfallen des Klonkaiser-Triumvirats an der Spitze des galaktischen Imperiums und ihrer Drohungen zum Trotz, bekräftigt Gaal dessen Voraussagen.

Doch, noch während der Kaiser darüber reflektiert, was er mit den Verrätern anstellen möchte, wird die Hauptstadt Trantor von verheerenden Anschlägen erschüttert, die den unweigerlichen Untergang des uralten Reiches ankündigen sollen. Mit der Möglichkeit konfrontiert, dass Seldon und seine Anhänger richtig liegen könnten, geht er auf dessen Vorschlag ein, die düstere Zukunft so weit wie möglich zu entschärfen und zu verkürzen, in dem ein Wissensspeicher über Technologie und Historie der Menschheit angelegt wird, ein Fundament (aka Foundation), auf dem die Überlebenden während der dunklen Periode bauen können. Daraufhin werden Seldon und sein Projekt auf einen Planeten am äußersten Rand der von der Menschheit besiedelten Milchstraße geschickt, um dort mit ihren Präventiv- und Bewahrungmaßnahmen zu beginnen.

35 Jahre später setzt die Erzählung auf dem Planeten Terminus ein und wir lernen eine Frau namens Salvor Hardin (Leah Harvey) kennen, die über das angelegte Wissensarchiv wacht und bereit dazu ist, sich den Herausforderungen der Zukunft entgegenzustellen und den Plan Seldons in die Tat umzusetzen.

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Isaac Asimov, dessen Romane die Vorlage für Foundation bilden, ist den meisten Sci-Fi-Freunden vertraut und wer die Bücher, die die Grundlage für die Serie bilden, nicht kennt, dem sind wahrscheinlich zumindest seine aufgestellten Robotergesetze ein Begriff, da diese wiederum sehr gerne in anderen Werken des Genres zitiert werden. Chronologisch gesehen starten wir direkt vor dem ersten großen Ereignis, welches den Fall des stilistisch und strukturell an das Römische Kaiserreich angelegten galaktischen Imperiums darstellt.

Der Fokus liegt dabei auf der Sichtweise von Gaal Dornick (Lou Llobell), aus deren Blickwinkel wir die erste Verkettung der Ereignisse erleben. Dabei springen wir aber auch immer wieder auf die Perspektive von Hari Seldon und dem Klontriumvirat an der Spitze des Imperiums, bestehend aus Kaiser Brother Day (Lee Pace), seiner jüngeren Version Brother Dawn (Cooper Carter) sowie des älteren Brother Dusk (Terrence Mann). Das Trio der uralten Dynastie wird dabei als arrogant, gnadenlos und hochintelligent dargestellt. Gaal macht aufgrund ihrer Herkunft einen unerfahrenen, aber entschlossenen Eindruck, während man Seldon nach der ersten Episode in mehrfacher Hinsicht passenderweise als berechnend charakterisieren kann. Schauspielerisch imponiert dabei Lee Pace am deutlichsten, der seiner Figur eine dominante und gefährliche Aura verleiht.

Foundation
Foundation - © AppleTV+

Technisch lässt sich unbestreitbar feststellen, dass Apple hier ordentlich investiert hat, denn optisch kann sich die Serie definitiv sehen lassen. Die Kostüme wirken authentisch, die Kulissen (vor allem in Bezug auf Trantor) erscheinen aufwändig und vor allem die Effekte machen wirklich etwas her, denn sie erwecken zusammen mit der Soundkulisse eine gewisse Opulenz, die im Rahmen der Einleitung schön illustriert, dass hier Ereignisse von gewaltiger Konsequenz auf Trantor geschehen. Allein die Zerstörung von Trantor Station ist ein aufwändiges Feuerwerk, des man sonst eher von einem Kinofilm erwarten würde.

Die Entscheidung, die Narrative vorwiegend auf Gaal zu beschränken, hilft vor allem Einsteigern, sich zurechtzufinden. Natürlich müssen diese im Vergleich zu Buchkennern deutlich mehr die Ohren spitzen, um Informationen und die Figuren einzuordnen. Da man jedoch nur kurz zum Anfang und zum Ende der Episode mit Unterstützung einer orientierenden Bauchbinde in der Zeit nach Terminus springt, bleibt das Ganze stets in einem relativ nachvollziehbaren Rahmen. Bisher ist die Verfilmung des „Unverfilmbaren“ also durchaus gelungen, nur: Wie es nun weitergeht und in welche Richtung es nach der ersten Episode geht, dürfte vor allem für Neulinge gleichzeitig Unsicherheit, aber auch Neugier wecken. Dabei bleibt trotz dieses Auftakts als Exposition anzumerken, dass sich das Gezeigte überraschend schnell zusammenfassen lässt, trotz einer Folgenlänge von circa 68 Minuten. Langgezogen wirkt der Einstand dabei dennoch keineswegs, vor allem, wenn man bedenkt, auf wie viel world-building letztendlich gefußt wird und wie leicht man den Start mit Informationen hätte überfrachten können, denn damit lässt sich sicherlich eine eigene „Vault des Wissens“ wie in der Serie füllen.

Fazit

Apple scheint sich den Dimensionen und dem nötigen Aufwand, die nötig sind, um ein Projekt wie Foundation zu stemmen, bewusst zu sein. Audiovisuell ist man der Aufgabe bisher gewachsen, denn der Einstand kann in dieser Hinsicht vor allem mit seinen Effekten und generierten Kulissen glänzen. Was die Geschichte und Erzählstruktur angeht, so hält man den Einstieg übersichtlich genug, während gleichzeitig die Ausmaße von Story und world-building angedeutet werden, ohne das Ganze zu überfüllen. Wie gut Bindungen zu Charakteren entstehen können, hängt fortlaufend davon ab, wie engmaschig die Erzählung sein wird und wie viel Stoff man letztendlich in den zehn Episoden abdeckt - denn das lässt sich nach The Emperor's Peace noch nicht voraussagen. Die Premiere kann jedoch alles in allem einen ziemlich positiven Eindruck hinterlassen, der durchaus dazu animiert, weiterschauen zu wollen oder die Bücher in die Hand zu nehmen.

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Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Serie Foundation bei AppleTV+:

Verfasser: Tim Krüger am Freitag, 24. September 2021

Foundation 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Foundation 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Der Frieden des Kaisers
Titel der Episode im Original
The Emperor's Peace
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 24. September 2021 (Apple TV)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 24. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Freitag, 24. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 24. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 24. September 2021
Regisseur
Rupert Sanders

Schauspieler in der Episode Foundation 1x01

Darsteller
Rolle
Jared Harris
Leah Harvey
Laura Birn
Terrence Mann

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