Firefly Lane: Review der Pilotepisode der Netflix-Serie

© irefly Lane (c) Netflix
Mit Firefly Lane bringt Netflix eine neue Dramaserie mit einem Frauenduo im Mittelpunkt auf die Bildschirme. Die Story basiert auf dem Bestseller von Kristin Hannah, der hierzulande unter dem Titel „Die Mädchen aus der Firefly Lane: Immer für dich da“ erschienen ist und die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei unterschiedlichen Frauen von der ersten Begegnung als Teenager an bis ins Erwachsenenalter erzählt.
Wovon handelt die Serie Firefly Lane?
Tully (Katherine Heigl, Grey's Anatomy) und Kate (Sarah Chalke, Scrubs) sind Freundinnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Tully ist ein Fernsehstar mit eigener Talkshow, Kate hadert mit ihrem Selbstvertrauen, versucht nach 14 Jahren Pause wieder, in den Arbeitsmarkt einzusteigen und sieht einer Scheidung entgegen. Es könnte also besser laufen für Kate. Doch in der zweiten Zeitlinie, die über die Kindheit der beiden erzählt, sehen wir, dass auch Tully nicht alles im Leben zugefallen ist. Ihre Mutter ist ein drogenabhängiger Hippie, die sie für Jahre bei der liebevollen Großmutter parkte, nur um sie überraschend aus dem gewohnten Umfeld zu reißen und sie in ihren unbeständigen Lebensstil zu ziehen. So landet die Teenager-Tully (Ali Skovbye (When Calls the Heart) auf der Firefly Lane, im Haus gegenüber von Teenager-Kate (Roan Curtis The Magicians) und ihrer bodenständigen Familie.
Die Freundschaft der beiden läuft langsam an, Tully zieht alle in ihren Bann, während Kate mit ihrer riesigen, rutschenden Brille von den anderen Kindern wahlweise ignoriert oder aufgezogen wird. Doch stetig pflegen die beiden ihre Beziehung und bauen dabei eine Freundschaft auf, die bis ins Erwachsenenalter stets enger wird.
Wir treffen sie in einer weiteren Zeitachse in ihren Zwanzigern, als sie in ihre Karrieren starten wollen in einem regionalen Nachrichtensender, bei dem Tully versucht, endlich vor die Kamera zu kommen und Kate sich als Autorin beweisen will. Wichtig wird auch der dritte in einem unheilvollen Trio, nämlich der attraktive Chef der beiden, Ryan (Ben Lawson, Doubt). Kate ist dem erfahrenen Journalisten mit dem zynischen Charakterzug vom ersten Moment an verfallen. Tully ist unterdessen mehr an Prominenz als an einer Beziehung interessiert.
Im Jahr 2003 ist sie längt auf dem Olymp des Daytime-TVs angekommen, sie hat eine eigene Talkshow, eine riesige Luxusvilla und nach wie vor einen Charme, mit dem sie sich sich die meisten Steine aus dem Weg räumen kann. Unterdessen erfahren wir, dass auch Kate zumindest ein Wunsch erfüllt wurde - sie hat Ryan geheiratet und eine Tochter mit ihm bekommen. Doch die schönen Momente dieser Ehe bleiben uns in der Pilotepisode vorenthalten, wir steigen direkt in die Scheidung ein. Auch mit ihrer Teenagertochter ist es schwierig, denn Marah lässt ihre Wut an ihrer Mutter aus.
Wie kommt es rüber?
Die Serie erzählt die Geschichte einer Freundschaft, die manchmal rührende, manchmal ungesunde, stets jedoch überdimensionale Züge annimmt. Tully und Kate helfen sich gegenseitig und enttäuschen sich, sie streiten, sie versöhnen sich, sie sind füreinander da und lassen sich doch manchmal im Stich. Was sie erleben, ist oft größer als das Leben selbst, die Dramatik überstrahlt vieles andere auf der Mattscheibe.
Im Kern dieser Beziehung finden wir den Umstand, dass ihre Unterschiedlichkeit sie zueinander hinzieht, aber auch immer wieder voneinander abstößt.
Was in der Netflix-Version des Stoffes ebenso rüberkommt, ist die Gewissheit der Serienmacher bezüglich dessen, was sie abliefern wollen: eine Wohlfühlserie mit der richtigen Fallhöhe. Sie haben keine Angst vor der Seifenoper und bewahren sich doch selbst davor, in die schnulzige Falle zu stapfen und dort stecken zu bleiben. Die Bilder in den früheren Zeitlinien sind weichgespült, die Dialoge sind nicht unbedingt clever, aber auch selten zum Fremdschämen angetan. Die Serie spielt auf einer Schnittstelle für ein Publikum, dem manche Hallmark-Produktion dann doch zu kitschig ist, das aber doch eine entspannte Feel-Good-Serie sucht, in der Romantik nicht vom Zynismus überrannt wird.
Die Story fühlt sich nicht nur dank der Rückblicke wie etwas aus der Zeit gerissen an. Die Zusammenhänge, die Entwicklung, die Überraschungen sind für die meisten Zuschauer nichts Neues, doch das spielt nicht die größte Rolle. Vorhersehbarkeit ist gerade in Pandemiezeiten auch nicht unbedingt das schlechteste Verkaufsargument für eine Serie.
Das Stärkste an der Produktion sind jedoch die beiden Hauptdarstellerinnen, deren Chemie genauso kompliziert und doch innig rüberkommt, wie die Mattscheibenfreundschaft, die sie zeigen.
Hier abschließend noch der aktuelle Trailer zur neuen Netflix-Serie „Firefly Lane“:
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