Feria 1x01

© zenenfoto aus der Serie Feria (c) Netflix
Während des allsommerlichen Johanni-Festes am 23. Juni, während dem die junge Sofia (Carla Campra, bekannt aus „Veronica“) auf ungeklärte Weise beim nächtlichen Schwimmen in einem See bewusstlos wird, kommt es in einer stillgelegten Mine nahe des andalusischen Dorfes Feria zu einem mysteriösen Vorfall, in dessen Verlauf 23 Leichen im mit rotem Wasser gefüllten Minenteich gefunden werden. Als Hauptverdächtige gelten Elena (Marta Nierto, „Highspeed - Leben am Limit“) und Pablo (Ernest Villegas, „Ein Freitag in Barcelona“), die Eltern von Sofia und ihrer älteren Schwester Eva (Ana Tomeno, bekannt aus „La isla minima - Mörderland“), welche beide nachweislich zusammen mit den anderen Sektenmitgliedern die Mine betreten haben, jedoch nicht wieder herausgekommen sind.
Die Bürger von Feria, die nichts von der Existenz der Sekte gewusst haben wollen, begegnen den beiden Mädchen mit Ablehnung und Feindseligkeiten und Sonderermittler Guillen (Isak Ferriz, „Illegal Woman“) und seine Partnerin Sandra (Patricia Lopez Arnaiz, „Die Pest“) haben alle Hände voll damit zu tun, neben ihren Ermittlungen auch den Schutz der beiden zu gewährleisten. Schon nach kurzer Zeit wird deutlich, dass der finstere Schatten des Bösen über dem nur nach außen hin idyllischen Dorf und seiner bigotten Bewohnerschaft liegt: Polizistin Sandra erkrankt zunächst an einer rätselhaften Infektion und wird dadurch zum Opfer dämonischer Besessenheit, unter deren Einfluss sie den Priester des Dorfes mit einem Messkelch erschlägt; wie sich später herausstellt, hatte dieser seinerseits ein überaus finsteres Geheimnis.
Vorfälle übernatürlicher Art beginnen sich in dem kleinen Dorf zu häufen: In ihrem Mittelpunkt, so scheint es, steht die junge Sofia, die nach dem Wiederauftauchen ihres Vaters immer wieder von ihrer nach wie vor körperlich verschollenen Mutter in ein finsteres Schattenreich gerufen wird, das nur allein von Sofia geöffnet werden kann.
Grusel aus Spanien
Bereits seit den 70er-Jahren hat sich auch Spanien als Herkunftsland erstklassiger Unterhaltung aus dem Horror-Genre etabliert: Was mit Streifen wie „Ein Kind zu töten“ begann, setzte sich in populären Genrestreifen wie „REC“ und „Das Waisenhaus“ fort und bringt bis heute interessante Schauer-Unterhaltung wie „Malasana 32 - Haus des Bösen“ hervor. Feria, besetzt mit einer ganzen Riege in Spanien und der restlichen spanischsprachigen Welt bekannten Schauspielern, mag zwar nicht voll und ganz ins Horror-Genre gehören und auch Mystery- und Thriller-Elemente gleichermaßen zu beinhalten, doch tut dies der spannenden Unterhaltung, die die Netflix-Serie bietet, keinen sonderlichen Abbruch.
Du kannst die Serie Feria jetzt sofort bei Netflix streamen.
Langsam aufkommender Spannungsbogen

Bereits nach wenigen Minuten Laufzeit der ersten Episode mit dem Titel Der rote See ist der Zuschauer neugierig auf die im Rest der Serie kommenden Ereignisse geworden. Hierfür sorgt nicht zuletzt die geheimnisvolle Begegnung im Badesee der jungen Sofia, die gewiss nichts Gutes vermuten lässt. Besonders gelungen ist dabei die Kombination aus den übernatürlichen und anderweitigen Spannungselementen der Serie und der immer wieder thematisierten Bigotterie der Bewohner von Feria: Je mehr die geheimnisvolle Sekte mit der Bezeichnung Kinder des Lichts, deren Drahtzieher aus ihrer eigenen Mitte stammen in den Vordergrund des öffentlichen Interesses rückt, umso mehr beteuert man allerseits, man habe von alledem niemals etwas gewusst und sei stattdessen allwöchentlich in die Messen des örtlichen Priesters gegangen, der, so wie man erfährt, ebenfalls alles andere als ein Heiliger gewesen ist.
Um dieser Distanzierung Ausdruck zu verleihen, werden die beiden Töchter des vermeintlich an alledem schuldigen Ehepaares gemobbt und aus der dörflichen Gemeinschaft ausgeschlossen, wo immer es nur geht und die ältere Schwester Eva, ein aufstrebendes Nachwuchs-Model, wird auf einem Werbeplakat kurzerhand mit Teufelshörnern verunziert. Je mehr der geneigte Zuschauer jedoch in die Geschichte hineinwächst, umso mehr hinterblickt er die wahre Natur der sich als so anständig präsentierenden Menschen, die mitunter in ihrem Fanatismus den Sektenmitgliedern in kaum etwas nachstehen.
Beginn in der Franco-Ära
Wie wir in der Rahmenhandlung erfahren, haben die übernatürlichen Ereignisse bereits während der spanischen Franco-Ära (1936 bis 1975), einem der düstersten Kapitel in der Geschichte des Landes, eingesetzt. Die Haupthandlung spielt 1995, gerade einmal 20 Jahre nach dem Ende der Diktatur und entsprechend scheint diese auf einige der älteren agierenden Charaktere noch immer nachzuwirken.
Ein hartes übernatürliches Psychodrama
Obwohl Feria durchaus auch recht harte Szenen beinhaltet (in Zeiten von „The Walking Dead“ ganz sicher nicht ungewöhnlich für eine Horrorserie), stehen diese jedoch nicht im Vordergrund der Handlung. Sie basiert weit eher auf der Schilderung der zunehmenden Veränderung von Sofia, die zunächst Wirklichkeit und die Einflüsterungen ihrer verschollenen Mutter (die ihr erzählt, die Wirklichkeit sei nichts anderes als eine Illusion) nicht mehr zu unterscheiden vermag und immer wieder in Versuchung gerät, den zunächst nach wie vor auf freiem Fuß befindlichen Drahtziehern der Sekte zu erliegen.
Dem entgegen steht der tapfere Kampf ihrer älteren Schwester, die sie auf keinen Fall aufgeben und an die Finsternis verlieren will. Dabei kommt es zu gleich mehreren schwerwiegenden Vorkommnissen, die durch eben diesen Kampf und die Bemühungen der finsteren Mächte, ihn für sich zu entscheiden herbeigeführt werden. Hierbei treten freilich zusätzlich auch Drama-Elemente in den Handlungsvordergrund und lassen die Geschichte trotz aller phantastischen Horror-Elemente stets glaubwürdig bleiben.
Namhafte Produktionsgesellschaft
Realisiert wurde „Feria“ übrigens von der spanischen Produktionsgesellschaft Filmax International, die bereits mit Filmen wie „The Returned - Weder Zombies noch Menschen“ oder dem schon angesprochenen „REC“ und seinen Fortsetzungen Ausflüge ins Horror-Genre unternahm. Als Showrunner fungierten übrigens der in Spanien als Krimiautor erfolgreiche Agustin Martinez und Drehbuch-Autor Carlos Montero, der unter anderem auch die ebenfalls bei Netflix veröffentliche Serie „Deine letzte Stunde“ schrieb.
Solide Unterhaltung

Natürlich kommt es auch bei „Feria“ während der insgesamt acht Folgen zu gelegentlichen Längen, die mitunter der Charakterisierungen der einzelnen Figuren geschuldet sind. Auch einige der Creature Effects in der Serie scheinen angesichts der ansonsten eher ernsthaften Machart der Serie ein wenig übertrieben. Summa summarum jedoch erwartet den Zuschauer mit „Feria“ gediegen-spannende Unterhaltung, deren offenes Ende (über das an dieser Stelle aus Spannungsgründen nichts verraten werden soll) durchaus auf eine zweite Staffel hindeuten könnte.
Feria: Serientrailer
Hier der Trailer zur Serie „Feria“:
Du kannst die Serie Feria jetzt sofort bei Netflix streamen.
Verfasser: Thorsten Walch am Montag, 31. Januar 2022Feria 1x01 Trailer
(Feria 1x01)
Schauspieler in der Episode Feria 1x01
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