FBI: Review der Pilotepisode

FBI: Review der Pilotepisode

FBI ist die neue Serie aus der Feder von Dick Wolf. Bei ihrem ersten Fall jagen die Agenten Bell und Zidan einen Bombenattentäter, der an mehreren Orten New Yorks für tödliche Explosionen sorgt.

Serienposter von „FBI“ (c) CBS
Serienposter von „FBI“ (c) CBS
© erienposter von „FBI“ (c) CBS

Es gibt einfach Dinge, die sind füreinander gemacht. Und dazu gehören auch CBS und die neue Copserie mit dem fantasielos konkreten Namen FBI. Produzent Dick Wolf baut sein Imperium von dauerhaften, wenig überraschenden und daher verlässlichen Serien weiter aus. Der Zuschauer hat eine Vorstellung von dem, was ihn erwartet und wird nicht enttäuscht. Das ist das Erfolgsrezept dieser Art Serie (siehe Procedural). Eine regelmäßige Oase der Stabilität. Bereits der Pilot macht deutlich, in welche Richtung es in Zukunft gehen wird: dass das Federal Bureau of Investigation der letzte Bewahrer von Sicherheit und Stabilität ist, dass unsere Helden auf dem Bildschirm offensichtlich Geheimnisse zu schultern haben und trotzdem für ihren Job an und über (ihre) Grenzen gehen (jeder einzelne hat natürlich eine besondere Fähigkeit) und dass die Welt in Gefahr ist, jeden Tag.

Der erste Fall der Dauerschleife „FBI“ beginnt zunächst dramatisch. Ein Haus in der Bronx explodiert, während Special Agent Maggie Bell (Missy Peregrym) und Special Agent Omar Adom Zidan (Zeeko Zaki) bereits vor Ort sind und versuchen, zu retten, was noch zu retten ist. Die Verzweiflung einer Mutter, deren Kind unter den Trümmern des Hauses begraben wird, hat sogar eine kurze Wirkung auf meine Emotionen. Doch man hat keine Zeit, diesen Gefühlen nachzuhängen, denn sogleich folgt man den Agenten bei ihrer Arbeit. Es hagelt Verdächtige, Spuren führen ins Leere, dann plötzlich eine unerwartete Wendung, Bandenkriege, White Nationalists, tätowierte Bombenbauer, südamerikanische Opfer... Es wird alles ausgepackt und das so rasend schnell, dass einem schwindelig wird. Die hyperintelligente Analystin Kristen Chazal, gespielt von Ebonee Noel, und die Stimme der Vernunft aka Boss des Ganzen, Jubal Valentine (Jeremy Sisto), dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Überwacht wird das ganze Team von Dana Mosier (Sela Ward), die ab und an selbstbewusst und entschlossen in den Raum fliegt und Anweisungen in die Atmosphäre schießt.

Typisch sind auch die versteckten Hinweise privater Hintergründe der Figuren, die irgendwann die wenig vielschichtigen Charaktere zu einem Gesamtbild formen sollen. Nur leider springen sie einem derart ins Auge, dass von versteckt nicht viel übrigbleibt. Hinzu kommt, dass die Tiefe der einzelnen Personen gar keine Rolle beim Funktionieren des Formats spielt. Es ist egal, ob man in Maggies Schublade ein Bild eines lachenden Mannes sieht, der anscheinend auf tragische Art und Weise umgekommen ist. Es wird kurz angerissen, man fragt sich, was mag wohl geschehen sein und weiter geht die Bombenjagd. Es ist auch egal, was „You're no longer undercover with terrorists making your own rules" uns über Omar sagen soll. Sicherlich werden im Laufe der Serie noch mehr dieser Puzzleteile auftauchen, sie werden uns etwas über die Protagonisten sagen, doch es ist zu plump, um interessant zu sein. Und darum geht es auch nicht. Es geht um die wöchentlich neu zu lösenden Fälle des „FBI“. Nicht mehr und nicht weniger.

Man kann sich sicher sein, dass FBI zum Dauerbrenner bei CBS werden wird. Der Cast ist nett anzuschauen, es ist schwungvoll geschrieben, das Tempo ist gut, die einzelnen Episoden sind gut gefüllt mit Action und Drama und der Stoff ist beeindruckend konstant. Das kommt an. Viele Menschen brauchen und mögen diese Art von Gewohnheit. Zu wissen, was ihnen bevorsteht, wenn sie den Fernseher einschalten. Jede Woche neues Altes erleben. Von Fall zu Fall das glückliche Ende vorhersagen zu können, denn Schockierendes wird nicht passieren und gelöst werden die Fälle allemal. Bereits die gesamte Chicago-Reihe, Law & Order oder CSI: Crime Scene Investigation-hier-und-da haben bewiesen, dass es klappt. „FBI“ ist so berechenbar, dass es schon wieder beeindruckt und es besteht kein Zweifel, dass dieses einfach gestrickte Muster Erfolg haben wird. Für Cleverness und Massentauglichkeit des Stoffes vergebe ich anderthalb Sterne.

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