Fate: The Winx Saga 1x06

Fate: The Winx Saga 1x06

Die 1. Staffel der Netflix-Serie Fate: The Winx Saga bleibt hinter den Erwartungen zurück und schöpft ihr Potential nicht aus. Die Staffel ist schlichtweg zu kurz, um den Figuren und der Handlung genügend Spielraum zu geben.

Szenenfoto aus Fate: The Winx Saga (c) Netflix
Szenenfoto aus Fate: The Winx Saga (c) Netflix
© zenenfoto aus Fate: The Winx Saga (c) Netflix

Darum geht's in Fate: The Winx Saga

Alfea ist eine Schule für Feen und ihre Beschützer. Bloom (Abigail Cowen) ist nicht nur neu an der Schule, sondern auch neu in der Feenwelt - der sogenannten „anderen Welt“. Schnell stellt sich heraus, dass sie etwas ganz Besonderes ist und sie die Rettung der Feenwelt sein könnte. Denn diese wird von sogenannten burned ones angegriffen/gefährdet - Monstern, die schwer zu töten sind und einen infizieren, wenn nicht sogar brutal umbringen können.

Unser Review zur Pilotepisode

Das passiert in der 1. Staffel von Fate: The Winx Saga

Die Feuerfee Bloom wohnt in dem Internat zusammen mit vier anderen Feen: der Wasserfee Aisha (Precious Mustapha), der Lichtfee Stella (Hannah van der Westhuysen), der Mindfee Musa (Elisha Applebaum) und der Erdfee Terra (Eliot Salt).

Im Grunde besteht die erste Staffel aus zwei großen Handlungssträngen, in die die Nebenhandlungsstränge mit verwickelt werden: die Gefahr, die von den burned ones ausgeht und Stellas Vergangenheit, das mit ihrem Dasein als changeling verbunden ist.

Die sogenannten Spezialisten und die Leitung der Schule bekämpfen die burned ones, von denen eine immer stärker werdende Bedrohung ausgeht. Diese können einen stark verletzen und durch die Wunde verbreitet sich eine schmerzvolle und letzten Endes tödliche Infektion im Körper aus. Dieser Prozess kann nur gestoppt werden, indem derjenige, der die Person infiziert hat, getötet wird. Unter den Verletzten befindet sich auch der Spezialisten-Trainer Silva (Robert James-Collier, Downton Abbey).

In der Zwischenzeit versucht Bloom verbissen herauszufinden, wer ihre Eltern waren/sind, was mit ihnen passiert ist und was es mit ihrem Dasein als changeling auf sich hat. Diese Mission verfolgt sie stur und macht auch keinen Halt vor möglichen Gefahren. Sie erfährt, dass ihre Mutter mit der ehemaligen Direktorin von Alfea, Rosalind (Lesley Sharp), in Verbindung stand und möchte daher mit dieser Kontakt aufnehmen. Das gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, da sie von der jetzigen Direktorin Farah Dowling (Eve Best) durch einen Zauber in einem Verlies der Schule gefangen gehalten wird.

Bei ihrer Mission erhält sie ausgerechnet Unterstützung von Beatrix (Sadie Soverall) - einer Erstklässlerin, die ihrer eigenen Mission nachgeht und dabei nichts Gutes im Schilde führt. Sie ist eine mysteriöse, alleinstehende und Misstrauen erweckende Luftfee, die ihre Kräfte schon erstaunlich gut kontrollieren kann. Zu Beginn wird sie als Antagonistin etabliert. Dennoch vertraut Bloom ihr und glaubt ihr auch, dass Silva, Dowling und Co das Dorf abgebrannt haben, in dem Blooms und Beatrix' Eltern gewohnt haben. Somit entwickeln sich auf einmal die eigentlichen Vertrauenspersonen Blooms zu möglichen Gegnern. Aus diesem Grund misstraut sie auch der Direktorin und hilft Beatrix dabei, aus dem Verlies, in dem sie zwischenzeitlich von Dowling gefangen gehalten wird, zu fliehen.

Bloom, die als Protagonistin der Netflix-Serie angesehen werden kann, baut über die Staffel hinweg eine Beziehung zu Sky (Danny Griffin) auf - sehr zum Missfallen seiner Exfreundin und Blooms Mitbewohnerin Stella (Hannah van der Westhuysen). Diese wirkt zuerst wie ein eifersüchtiges, oberflächliches und skrupelloses Biest, das beinahe jeden aus ihrem Leben stößt. Dabei ist in der Dreiecksbeziehung eine gewisse wiederkehrende Dynamik zu erkennen: Sky sorgt und kümmert sich stets um Bloom, die sich auch immer an ihn wendet. Im Gegensatz dazu klammert Stella an Sky und will ihre Beziehung nicht loslassen, da er der Einzige in ihrem Leben ist, der sie wirklich kennt. Nachdem man Stellas Mutter, die Königin, kennenlernt, versteht man Stella etwas besser: Sie wird nicht mehr nur noch auf ihre negativen Seiten - ihre Kälte, Oberflächlichkeit, Eifersucht - reduziert, sondern auch ihre Hilfsbereitschaft wird demonstriert.

Neben dem Liebesdreieck werden in Fate: The Winx Saga auch andere Liebesgeschichten erzählt. So fühlt sich die Empathin Musa (Elisha Applebaum) zum Beispiel stark zu Terras Bruder Sam (Jacob Dudman) hingezogen, der so wie Terra dem Element Erde angehört und durch Wände gehen kann. Zwischen den beiden entspinnt eine süße, geheime Liebe, der man gerne mehr Zeit hätte widmen können. Dabei ist sich Musa zuerst nicht sicher, wie Terra die Nachricht aufnehmen wird. Doch alle Sorgen waren unnötig, denn diese Meldung bringt Terra und Musa nur näher zusammen. Zu Beginn war deren Beziehung etwas angespannt, da Terra sich zumeist unwohl fühlt und Musa das spüren kann. Außerdem war Terra neidisch auf Musas Selbstbewusstsein. Doch mit der Zeit fühlt sie sich wohler in ihrer eigenen Haut - auch, wenn Musa in der Nähe ist.

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Das Ende der Staffel

Die Bedrohung, die von den burned ones ausgeht, wird immer stärker. Diese formieren sich mittlerweile untypischerweise in Gruppen und sind somit gefährlicher. Zur gleichen Zeit befreit Bloom Rosalind, da sie mit ihr einen Deal eingeht - ihre Freilassung gegen Informationen über Blooms Eltern. Dieser Deal ist jedoch eher für Rosalind von Vorteil, denn ihr gelingt es, an der Steinformation neue Kraft zu tanken und somit zu alter Stärke zurückzugelangen. Dadurch kann sie auch die Barriere, die zwischen Alfea und dem Wald, in dem die burned ones hausen, liegt, zerstören und diese können ungehindert auf das Schulgelände.

Bei dem Angriff auf die Schule müssen sich alle zusammentun und ehemalige Rivalitäten ignorieren. Zu einem Kampf zwischen den Spezialisten/Feen und den burned ones kann es aber gar nicht wirklich kommen, da diese nur hinter Bloom her sind. Lediglich Sam wird verletzt und nach kurzem Zögern Musas lindert sie seinen Schmerz, indem sie einen Teil seiner Schmerzen in sich aufnimmt und ihn somit rettet.

Bloom lockt die burned ones auf den Schulhof und stellt sich ihnen dort. Die Hypothese, dass sie eine ungewöhnlich starke Fee ist, bestätigt sich in dem Kampf. Ihr gelingt es, alle Gegner auszuschalten. Dabei werden diese wieder in ihr altes Selbst verwandelt, denn diese waren vor hunderten von Jahren mal menschlich. Dowling kommt dahinter, dass Rosalind bloß Blooms Fähigkeiten testen wollte und deshalb den burned ones den Einlass auf das Schulgelände ermöglicht hatte.

Abgesehen davon wagen Sky und Bloom endlich den ersten Schritt und küssen sich. Nach einem ersten Vertrauensrückschlag raufen sich die beiden wieder zusammen. Sky muss von Silva erfahren, dass sein Vater Andreas (Ken Duken) nicht der Held war, für den ihn jeder hält. Stattdessen war er gewillt, tausende Leben auf einen Befehl von Rosalind hin auszulöschen. Da Silva das besagte Dorf nicht zerstören wollte, kämpften die beiden auf Leben und Tod. Dabei stirbt Andreas vermeintlich. Nun wird Silva jedoch von der Königin wegen versuchten (!) Mordes an Andrea verhaftet. Dieser hat den damaligen Kampf anscheinend also überlebt.

Zusammen mit Rosalind, die die aktuelle Direktorin Dowling aus dem Weg schafft, übernimmt er mit der Königin die Leitung von Alfea. Dabei erinnert dieser abrupte und negative Wechsel an den fünften Teil von „Harry Potter“: Es stehen düstere Zeiten bevor. Mit diesen vielen Veränderungen werden die Weichen für eine zweite Staffel gelegt, die zwar noch nicht bestellt wurde, aber durch ihre Popularität bei Netflix durchaus wahrscheinlich ist. Hättet Ihr Lust auf eine zweite Runde von „Fate: The Winx Saga“?

So kommt die 1. Staffel von Fate: The Winx Saga rüber

Während ich die Netflix-Serie nach dem Sichten ihrer Pilotepisode noch als vielversprechend bezeichnet hatte (siehe hier), muss ich das nun leider zurücknehmen. Für mich ist Fate: The Winx Saga klar hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Sie hat viele Baustellen, an denen bis zur nächsten Staffel gearbeitet werden muss, um so ihr volles Potential auszuschöpfen. So war die Serie einfach nichts Besonderes...

Zuerst zu den Figuren: Meiner Meinung nach sind die meisten Probleme der Serie auf die Kürze der Staffel - sechs Episoden - zurückzuführen; so auch das Problem mit den Figuren. Der Serie bleibt einfach zu wenig Zeit, um sich voll und ganz ihren Figuren zu widmen. Indem den Charakteren kaum eine Backgroundstory oder eine Multidimensionalität gegeben wird, können wir sie nicht wirklich kennenlernen. Zum Beispiel bleibt Stella bis fast zum Ende die eifersüchtige Zicke. Das ändert sich zwar plötzlich und glücklicherweise dann, kommt somit jedoch nicht organisch zustande. Außerdem erfahren wir kaum etwas über die Vergangenheit von Musa, Aisha und Co - im Prinzip von allen Nebenfiguren - und was sie neben ihren Fähigkeiten eigentlich ausmacht (ihre Art, ihre Hobbys...). So werden sie weniger greifbar, man kann mit ihnen nicht mitfühlen und sie verstehen. Dadurch kratzt „Fate“ nur an der Oberfläche der Figuren und es gelingt nicht, diese tiefgründiger zu gestalten.

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Doch auch den Beziehungen zwischen den Figuren und den Entwicklungen der Figuren wird nicht genügend Raum zur Entfaltung gegeben. So wird man doch immer wieder überrascht, wenn auf einmal der Zusammenhalt der Mitbewohnerinnen gezeigt wird und einem bewusst wird, dass die Jugendlichen miteinander befreundet sind. Auch der Beziehung zwischen Musa und Sam beziehungsweise Musa und Terra wird kaum nachgegangen. Dabei konzentriert sich die Serie sehr auf die Dreiecksbeziehung zwischen Stella, Sky und Bloom, durch die jedoch auch keine besondere Entwicklung durchgemacht wird, sondern viel mehr die immergleichen Dynamiken demonstriert werden. Das ist monoton und auch etwas uninteressant. Die Beziehungen der drei Beteiligten zueinander sind dazu auch nicht besonders aufregend.

Diesen Teil hätte man gerne etwas kürzen können, um so der Entwicklung von Terra, ihrer Beziehung zu Musa und der Entwicklung von Stella mehr Zeit zu schenken. Denn so wird es nur nebenbei behandelt und kommt öfter etwas plötzlich daher.

Insgesamt ist die Serie sehr auf die Handlung konzentriert, kann jedoch auch hier kaum durch Spannung oder gutes „Storytelling“ überzeugen. Abgesehen davon bringt auch eine noch so gute Handlung nichts, wenn die Zutaten des Rezepts - die Figuren - kaum ausgebaut sind.

Zu der Handlung an sich: In dieser steckt leider keine Liebe zum Detail, wodurch auch die Story oberflächlich wirkt. Dabei möchte die Serie durch die Enthüllungen aus der Vergangenheit und die Bedrohung durch die burned ones Spannung erzeugen. Das gelingt für mich jedoch kaum. Dafür fehlt es der Story schlichtweg an der nötigen Würze, um sie mir schmackhaft zu machen. Das ist wahrscheinlich auch auf die Kürze der Staffel zurückzuführen, in der die Handlung weder ausgebaut noch kreativ entwickelt werden kann. Außerdem beeilt man sich bei der Handlung so sehr, dass Zeit fehlt, um Dinge, Dynamiken, Hintergründ und so weiter zu erläutern. Dadurch wirkt die Story auf mich etwas lieblos...

Abgesehen davon ist die Handlung auch dadurch nicht besonders kreativ, indem sich starke Parallelen zu „Harry Potter“ finden lassen. Das Setting ist auch eine Schule, an der Menschen mit übernatürlichen Kräften unterrichtet werden. Es gibt eine Bedrohung, die vor den Toren dieser wartet. Zudem hat man eine geheimnisvolle und blutige Vergangenheit eingebaut, in die eine mächtige Figur und die Protagonistin involviert sind. Diese weiß kaum etwas über ihre Eltern und hat außergewöhnliche Fähigkeiten. Das wäre alles nicht weiter schlimm, wenn die Handlung an sich stark wäre. Doch das ist sie, wie gesagt, nicht, was am schwersten wiegt.

Fazit

Fate: The Winx Saga ist ein höchstens netter Zeitvertreib, den man jedoch nicht unbedingt gesehen haben muss. Weder die Figuren noch die Handlung sind besonders gut ausgebaut...

Hier abschließend noch der Trailer zur Netflix-Serie „Fate: The Winx Saga“:

Verfasser: Maike Karr am Sonntag, 31. Januar 2021
Episode
Staffel 1, Episode 6
(Fate: The Winx Saga 1x06)
Deutscher Titel der Episode
Ein fanatisches Herz
Titel der Episode im Original
A Fanatic Heart
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 22. Januar 2021 (Netflix)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 22. Januar 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 22. Januar 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 22. Januar 2021
Regisseur
Stephen Woolfenden

Schauspieler in der Episode Fate: The Winx Saga 1x06

Darsteller
Rolle
Hannah van der Westhuysen
Precious Mustapha
Eliot Salt
Elisha Applebaum
Danny Griffin
Sky
Sadie Soverall
Freddie Thorp
Rob James-Collier
Theo Graham
Jacob Dudman
Sam

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