Elfen: Review der Netflix-Pilotepisode

© zenenfoto aus der Serie Elfen (c) Netflix
Gestern ging mit Elfen (Originaltitel: „Nisser“) ein dänisches Netflix Original an den Start, das auf die Feiertage einstimmen, aber auch Angst vor dem Weihnachtsmann und seinen emsigen Helfern hervorrufen könnte, da der Originaltitel eher Kobolde oder Wichtel beschreibt, die dem Nikolaus unter die Arme greifen und eben keine Tolkien-Spitzohren. Die Weihnacht in Geschichten mit kleinen Gruselviechern einzudunkeln, hat natürlich längst Tradition, muss aber nicht immer ausgewachsener Horror wie im Fall von „Krampus“ sein, sondern kann auch lustig und verspielt vonstatten gehen wie im Festtagsklassiker „Gremlins“. Welche Version die Netflix-Serie von Stefan Jaworski („Wenn die Stille einkehrt“, „Tinka und die Königsspiele“) sein wird, steht am Ende der ersten Episode Die Insel Armand jedenfalls noch nicht fest...
Los geht es beinahe besinnlich mit der Teenagerin Josefine (Sonja Sofie Engberg Steen), die mit ihren Eltern Mads (Peder Thomas Pedersen) und Charlotte (Lila Nobel) plus älterem Bruder Kasper (Milo Campanale) auf dem Weg in den Weihnachtsurlaub ist. Als sie, auf der Insel angekommen, glauben, ein Tier angefahren zu haben, aber nur seltsamen Schleim am Wagen finden, tun sie das Ganze als Schlaglochvorfall ab und sehen sogar über die seltsamen Warnungen der Einheimischen, nicht von der Küstenstraße abzukommen, hinweg. Nur die neugierige Josefine wundert sich, ob sie nicht doch jemanden oder etwas verletzt haben könnten und was es mit der mysteriösen Mauer auf sich hat, die etwas vom Inneren der Insel abschirmt oder bewacht. Während ihr Bruder nur Augen für das erste Mädchen hat, dem er auf dem Trip begegnet, und die Eltern darum bemüht sind, alles festlich und hyggelig zu gestalten, schleicht sie sich mit ihrem Rad im Schutz der Dunkelheit davon und macht tatsächlich ein verwundetes Wesen ausfindig...

Mehr ist auch noch nicht los in der ersten von insgesamt sechs halbstündigen Episoden. Elfen existieren offenbar und sind vermutlich gefährlich (so weit lautet ja schließlich die Prämisse), doch ein Mädchen, das ihren Eltern bisher nicht einmal einen Hund abschwatzen konnte, um ihr Verantwortungsbewusstsein zu beweisen, zeigt Empathie für eine der Kreaturen. Fest steht aber, dass man hier kein bisschen mit dem Auge zwinkert oder irgendeine amüsante Verschmitztheit an den Tag legt, die man in einer Story über Horrorwichtel vermuten könnte. Stattdessen spielt man die Angelegenheit absolut ernst durch und auch der Soundtrack besteht darauf, wie dramatisch das alles ist. Bleibt noch abzuwarten, wie blutig das Ganze wird. Bei einer Altersfreigabe von FSK 12 sollte man aber nichts allzu Garstiges erwarten.
Fazit
Elfen ist keine Serie, die mit der ersten Episode preisgibt, welchen Ton sie im weiteren Verlauf anschlagen wird. Statt etwas Verspielt-Gruseligem wie dem Weihnachtskreaturenklassiker „Gremlins - Kleine Monster“ oder etwas Kinderfreundlichem wie „Gänsehaut“ sollte man aber auf den ersten Blick eher eine übernatürliche Coming-of-Age-Geschichte, wie ein dänisches Stranger Things, erwarten - mit Elfen statt Elfis.
Neben der dänischen Originalversion mit verschiedenen Untertiteln liegt auch eine deutsche Synchronfassung vor.
Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Serie „Elfen“ beim Streamingdienst Netflix:
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