Ein Hauch von Amerika: Review der Pilotepisode

Ein Hauch von Amerika: Review der Pilotepisode

Die historische ARD-Miniserie Ein Hauch von Amerika erzählt aus der Pfalz der Nachkriegszeit. Wir begleiten eine junge deutsche Bauerntochter und einen US-Soldaten in eine zarte Romanze, die nicht in die Weltsicht der anderen passen will...

Der Cast der Serie Ein Hauch von Amerika auf einem Serienposter (c) Das Erste
Der Cast der Serie Ein Hauch von Amerika auf einem Serienposter (c) Das Erste
© er Cast der Serie Ein Hauch von Amerika auf einem Serienposter (c) Das Erste

Die neue historische Serie Touched By An Angel von Das Erste begleitet uns ins Nachkriegsdeutschland. In der Pfalz sind die amerikanischen Truppen angekommen und die Bevölkerung begrüßt sie alles andere als mit offenen Armen. In dieser angespannten Situation finden eine deutsche Bauerntochter und ein Schwarzer US-Soldat die Liebe.

Wovon handelt die Serie Ein Hauch von Amerika?

In dem Örtchen Kaltenstein in der Pfalz ist das Leben nicht leicht. Der Krieg hat den meisten Menschen fast alles genommen. So auch Marie Kastner (Elisa Schlott) und ihrer Familie. Die Bauernfamilie ackert sich auf dem Feld ab, um über die Runden zu kommen. Da wird der Hund der Kastners auf dem Feld von einer Granate getötet und ein Panzer der US-Armee zermalmt die mühsam zusammengetragene Kartoffelernte. „Ein Unfall“, entschuldigt sich der junge Fahrer des Gefährts, George Washington (Reomy D. Mpeho). Sie sollen in die Basis kommen und eine Meldung machen, damit die Ernte ersetzt werden kann.

Unterdessen kommt Maries Freundin Erika Strumm (Franziska Brandmeier) auf andere Weise mit den Soldaten in Kontakt. Ihr Vater ist ein einflussreicher, gut betuchter Mann und arbeitet mit den US-Soldaten zusammen, um Kaltenstein wieder in die Spur zu bekommen. Während auf dem Kastner-Feld die Bombe explodiert, bekommen die Strumms Besuch vom Oberbefehlshaber von Kaltenstein und seiner Frau sowie ihrem Übersetzer. Der junge Soldat mit den deutschen Sprachkenntnissen hat sofort ein Auge auf Erika geworfen und ebenso andersrum.

Die Kastners müssen wider den eigenen Stolz bei den Strumms um Hilfe bitten, die sie nur dank Erikas Intervention gewährt bekommen. Unterdessen müssen George und seine Freunde sich in der Ortskneipe rassistisch beleidigen lassen.

Am nächsten Tag taucht Erika bei der Militärbasis auf, um Schadensersatz zu fordern, doch die Soldaten sind nur wenig beeindruckt davon - außer George, der ihr helfen will, was Marie jedoch brüsk zurückweist.

Da tauchen auch noch Landvermesser auf dem Acker der Kastners auf, denn dort soll das neue US-Krankenhaus entstehen. Der Vater, der sich aufregt, wird auf die Basis gebracht, auf der Marie ihn - als einzige Person in der Familie mit etwas Englischkenntnissen - wieder rausholen muss. Dort lernt sie den Oberbefehlshaber kennen, der sie für den nächsten Tag zu seinem Haus beordert.

Dort stellt sie fest, wieso er sie zu sich bestellt hat: Sie soll eine Stellung im Haus übernehmen. Unterdessen steht Erika vor der Frage, wie weit sie mit ihrem Verehrer gehen möchte - eine ziemlich aufgeladene Frage im prüden Nachkriegsdeutschland der 1950er Jahre.

Wie kommt es rüber?

Zum Jahresende beschenken uns die Öffentlich-Rechtlichen gerne mit historischen Serien mit einem hohen Emotionsfaktor. In diese Kategorie fällt auch Ein Hauch von Amerika. Zwischen einer aufblühenden Liebe, einer komplizierten Frauenfreundschaft und jeder Menge Zeitkolorit entspinnt sich eine Geschichte aus der deutschen Vergangenheit. Beleuchtet wird das Leben der Bevölkerung ebenso wie das Aufeinandertreffen der Deutschen und der US-Soldaten. In einer aufwändig inszenierten Kulisse nehmen die Serienmacher uns mit auf eine unterhaltsame Reise in diese fremde und doch so vertraute Welt. Die Charaktere sowie die Dialoge können mit solider, wenn auch nicht überragender Qualität aufwarten, die Geschichte entspinnt sich in einem guten Tempo.

Von der Machart erinnert die Serie an Ku'damm-Reihe - wer Romantik sucht, bekommt also etwas geboten, aber nie um den Preis, dass die gesellschaftliche Dramatik zu sehr in den Hintergrund rückt.

Für lange Winterabende, an denen es was Lehrreiches mit Herz sein darf, kann man die Miniserie durchaus empfehlen.

Alle sechs Episoden der Serie sind in der Mediathek des Ersten zu streamen.

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