Dynasty: I Hardly Recognized You - Kritik der Pilotepisode 1x01

Dynasty: I Hardly Recognized You - Kritik der Pilotepisode 1x01

Die neue The-CW-Serie Dynasty macht als Remake des berüchtigten Denver-Clan keinen Hehl aus seinen Soapwurzeln und verspricht jede Menge Intrigen, Geheimnisse und Drama aus dem Zentrum der Reichen und Schönen. Doch das Wichtigste: Stimmt der Unterhaltungsfaktor?

Nathalie Kelley and Elizabeth Gillies in „Dynasty“ / (c) The CW
Nathalie Kelley and Elizabeth Gillies in „Dynasty“ / (c) The CW
© athalie Kelley and Elizabeth Gillies in „Dynasty“ / (c) The CW

In der Episode I Hardly Recognized You der Serie Dynasty wird die reiche Familie Carrington aufgerüttelt, als Vater Blake eine wichtige Position im Familienimperium an seine neue Freundin anstatt an seine Tochter abgibt.

Worum geht es in Dynasty?

Als Reboot hält sich „Dynasty“ im Groben und Ganzen an die Vorlage, die ihre Blütezeit in den 80er Jahren hatte und überträgt die meisten damaligen Gegebenheiten in unsere Zeit: Energiemogul Blake Carrington (Grant Show) hat in seiner milliardenschweren Firma die Position als COO offen. Seine Tochter Fallon (Elizabeth Gillies) erhofft sich mit luftiger Selbstverständlichkeit den Job, um eines Tages die komplette Führung des Konzerns aus Daddys Händen reißen zu dürfen.

Doch sie und ihr Bruder Steven (James Mackay) werden Zeuge einer gewaltigen Überraschung, denn der Familienpatriarch hat sich in der wesentlich jüngeren Cristal Flores (Nathalie Kelley) eine neue Frau geangelt. Diese will er nicht nur bald heiraten, zu allem Überfluss bietet er ihr auch noch die Position an, die Fallon schon sicher in ihren perfekt manikürten Fingern wähnte.

Nachdem diverse Manipulationsversuche durch Fallon fehlschlagen, kommt es kurz vor der vorgezogenen Hochzeit zum Eklat, als die beiden ihrer Verachtung füreinander Luft machen und einander mit ausgefahrenen Krallen an die Wäsche gehen. Kaum ist die Hochzeit trotz der Auseinandersetzung in trockenen Tüchern, findet Fallon einen neuen Weg, ihrem Vater die Zunge herauszustrecken, indem sie sich mit seinem verhassten Konkurrenten Jeff Colby (Sam Adegoke) geschäftlich zusammenschließt.

Doch auch Cristal scheint mit jeder Menge Ballast zu kämpfen, der offenbar von Butler Joseph (Alan Dale) zutage gefördert wurde, was er nun wie ein Damoklesschwert über ihren Kopf baumeln lässt. Zudem erlitt ihr ehemaliger Freund, der für Blake an einem Fracking-Projekt arbeitet, einen sehr verdächtigen Unfall, der zweifelsohne mit den Carringtons in Verbindung steht.

Are you not entertained?

Um es gleich klarzustellen: Dynasty verleugnet seine Ambitionen als Soap nicht und ist genau das, was es sein will. Erwartungen wie Anspruch und Realismus sollte man also besser gleich an der Tür abgeben und sich auf das Wesentliche Konzentrieren: schockierende Skandale, Klatsch und Intrigen. Das ist es, was den Unterhaltungsfaktor in I Hardly Recognized You ausmacht.

Stellenweise wird auch genau das geliefert: Jeder in der Familie und im Umfeld der Carringtons hat ein Geheimnis und fast alle versuchen, sich gegenseitig auf die eine oder andere Weise aus dem Rennen zu kegeln. Manipulation ist dabei die wichtigste Kunst, die hier beherrscht werden muss, was vor allem die Familienmitglieder bereits mit dem Silberlöffel aufgenommen haben.

Elizabeth Gillies kann den Bildschirm als intrigante und arrogante Egomanin Fallon dabei schnell erobern und ist in der Darstellerriege diejenige, die ihre Rolle am leidenschaftlichsten aufnimmt. Doch so ganz reicht das, was die Pilotepisode liefert, noch nicht. Wir bekommen zwar jede Menge überzogenes Drama, doch es ist nicht ganz klar, wie ernst sich die Serie dabei nimmt.

Genau das ist es, was Dynasty vielleicht über Bord werfen sollte, um sich gehen zu lassen und den herrlich überzogenen Geschehnissen die richtige Würze zu verleihen. Noch fehlt einfach ein Stück an Biss, zumal das Duell von Fallon und Cristal sehr früh und ein wenig zu zahm vonstatten ging. Die Figuren ihrer Vorgängerinnen Joan Collins und Linda Evans bewarfen sich mit diversen Gegenständen und zerlegten bei ihrem Gerangel mitten in der zweiten Staffel einen kompletten Raum inklusive Mobiliar, was im Kontext der 80er noch wesentlich skandalöser wirkte.

Vielleicht müssen sie sich ja nicht direkt durch die Torte rollen, aber in Sachen Schwung sollte man heutzutage doch schon mit einer alten Soap mithalten können. Also immer her mit den bösen Zwillingen und den Hochzeitsprügeleien, bei denen alle Gäste im Pool landen, denn sich verrückte reiche Leute in überzogenen Situationen anzuschauen, macht den Reiz einer solchen Serie aus.

Immerhin werden in der ersten Episode schon einige Dinge in Position gebracht: Der Butler scheint eine kleine Erpressung vorzubereiten, während Cristal sich sowieso in jedermanns Fadenkreuz befindet. Es gibt eine Explosion, die mehrere Feindschaften für die Carringtons nachziehen sollte, in Fallons Chauffeur (Robert Christopher Riley) brodelt die Eifersucht und die neue Liebschaft von Sohnemann Steven schickt sich an, kompliziert zu werden.

Fazit

Dynasty will nicht mehr als eine Guilty-Pleasure-Serie im Seifenoper-Stil sein. Das gelingt stellenweise auch schon in der ersten Episode, doch damit es wirklich unterhaltsam wird, muss man noch einen Zahn zulegen und um einiges verrückter werden. Bisher mutet der Start einfach noch etwas zu zahm an. Die richtigen Bausteine für die kommenden Skandale und Eklats sind allerdings gelegt, so dass der Spaß schon bald so richtig beginnen könnte.

Bei den Carringtons ist das Drama nie weit.
Bei den Carringtons ist das Drama nie weit. - © Bei den Carringtons ist das Drama nie weit.

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