Dune: Prophecy 1x01

Dune: Prophecy 1x01

Fans von Frank Herberts „Dune“ und den bisherigen Verfilmungen können sich freuen: Die lang erwartete Prequelserie ist da. Wie gelungen ist der Auftakt der vor den Filmen angesiedelten Serie „Dune: Prophecy“?

Szenenfoto aus der Serie „Dune: Prophecy“
Szenenfoto aus der Serie „Dune: Prophecy“
© HBO

„Dune“: Verwinkelte Welt mit Vorbildfunktion

Frank Herberts 1963 erstmals erschienener Roman „Dune“, bei uns ab 1967 bekannt als „Der Wüstenplanet“ gehört zu den wegweisendsten literarischen Werken der Science-Fiction. Nicht nur für die Saga von „Star Wars“ diente der sechsbändige (und mittlerweile von Herberts Sohn Brian zusammen mit Kevin J. Anderson fortgesetzte) Romanzyklus als Inspirationsquelle. Schon viermal bildete er ferner die Vorlage für Verfilmungen; 1984 durch David Lynch, 2000 und 2003 durch John Harrison und Greg Yaitanes und zuletzt 2021 sowie 2024 durch Denis Villeneuve, wobei letztgenannte Adaption auch die bisher kommerziell erfolgreichste ist.

Die neue HBO-Serie Dune: Prophecy ist nun hierzulande bei Sky Atlantic und den Streamingdiensten des Pay-TV-Senders, Sky Q, Sky Go und WOW, zu sehen. Sie erzählt die Ereignisse um den Aufstieg der mystischen Bene Gesserit, die auch zu Zeiten von Paul Atreides noch immer eine übermächtige Rolle spielen.

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Vor zehn Jahrtausenden: Darum geht es in der Serie „Dune: Prophecy“

Chloe Lea in „Dune: Prophecy“
Chloe Lea in „Dune: Prophecy“ - © HBO

Einst fiel die mächtige Familie Harkonnen durch die Desertation eines ihrer Angehörigen im Krieg gegen die Maschinen in Ungnade. Valya Harkonnen (Jessica Barden, American Horror Stories) und ihre Schwester Tula fanden Zuflucht beim Frauenorden der Bene Gesserit unter Leitung der weisen Mutter Oberin Raquella (Cathy Tyson, Criminal Record).

Obwohl vor deren Tod Schwester Dorotea (Camilla Beeput, The Suspect) als ihre Nachfolgerin feststeht, verlangt die Sterbende nach Valya, der sie eine düstere Prophezeiung anvertraut. Einst soll eine Bene Gesserit auf dem Thron der Imperatorin sitzen.

Als Dorotea nach Raquellas Tod das sorgfältig ausgearbeitete Zuchtprogramm der Bene Gesserit beenden will, um zu ursprünglicheren Prinzipien des Ordens zurückzukehren, konfrontiert Valya sie mit einer neuen Fähigkeit, die sie entwickelt hat. Mittels Beherrschung durch die Stimme will sie sie dazu zwingen, ihr Vorhaben fallenzulassen. Dorotea will nicht darauf eingehen und wird von Valya mittels Stimmgewalt zum Selbstmord gezwungen.

Dreißig Jahre später

Valya (nun Emily Watson, Chernobyl) hat sich natürlich an Doroteas Stelle gesetzt und ist nun die neue Mutter Oberin. Ihre Schwester Tula (Olivia Williams, The Crown) unterweist die Novizinnen als Lehrerin. Der Plan, eine Bene-Gesserit-Schwester als Imperatorin zu sehen rückt in greifbare Nähe, als Prinzessin Ynez (Sarah-Sofie Boussnina, Knightfall) sich der Unterweisung unterziehen will. Sie ist die Tochter von Imperator Javicco Corrino (Mark Strong, The Penguin) und Imperatorin Natalya (Jodhi May, The Witcher).

Bevor Nez, wie die junge Frau auch genannt wird, ihre Ausbildung antritt, soll sie jedoch aus strategischen Gründen verlobt werden. Und zwar mit dem erst neunjährigen Pruwet (Charlie Hodson-Prior, Too Good to Be True), dem Sohn von Herzog Richese (Brendan Cowell, Plum). Dessen Kriegsflotte soll dem Imperator durch die Verbindung bei seinen Problemen auf dem Spice-Planeten Arrakis beistehen.

Nez fühlt sich natürlich weit mehr von ihrem Waffenmeister, dem schneidigen Keiran Atreides (Chris Mason, „Between Two Worlds“) angezogen, was auch ihrem verschlagenen Bruder Constantine (Josh Heuston, Heartbreak High) nicht entgeht.

Schwierige Verlobung

Beim Verlöbnis verläuft einiges nicht so, wie der Imperator es sich gewünscht hätte. Der unreife Kindgemahl Pruwet hat heimlich ein verbotenes Roboterspielzeug dabei und nur durch die imperiale Gnade bleibt dies ohne Folgen. Und welche Rolle spielt eigentlich der kurz vorher aufgetauchte Soldat Desmond Hart (Travis Fimmel, Raised by Wolves), der einen vermeintlichen Fremen-Angriff auf Arrakis überlebt hat?

Viele neue Gesichter

Wie man unschwer an der Beschreibung erkennen kann, gilt es, sich einige Namen zu merken, wenn man der Handlung von „Dune: Prophecy“ folgen will. Doch Fans von Herberts Original und auch der Nachfolge seines Sohnes (dessen „Sisterhood of Dune“ die Vorlage für die Serie bildet) dürften dergleichen ja gewohnt sein. Zumal ein paar der Namen ja durchaus bekannt sind.

Film-Prequel

Jodhi May und Mark Strong in „Dune: Prophecy“
Jodhi May und Mark Strong in „Dune: Prophecy“ - © Attila Szvacsek, HBO

Dass die von Legendary Pictures in Zusammenarbeit mit Annabelita Films und Cunning Hand produzierte Serie als Prequel zu den beiden Filmen Villeneuves gedacht ist, wird schon nach wenigen Minuten der Laufzeit deutlich.

Allerdings gelingt es Showrunnerin Alison Schapker (Lost) und Diane Ademu-John beziehungsweise Episodenregisseurin Anna Foerster nicht so recht, eine den Filmen vergleichbare Atmosphäre aufkommen zu lassen. Angesichts deren Produktionsaufwandes ist das einerseits nicht weiter verwunderlich. Problematisch dabei jedoch gestaltet sich, dass dies bei einer als deren Vorgeschichte gedachten Serie einfach erwartet wird.

Kurz gesagt sieht „Dune: Prophecy“ per se sehr ordentlich aus. Die Kulissen und die Kostüme (die wie gesagt deutlich an die aus den beiden Villeneuve-Filmen angelehnt sind) wirken insgesamt gelungen, auch an den soliden Leistungen der Darstellerriege gibt es zumindest bei der Pilotfolge noch nicht viel zu bemängeln. Doch was das Stilistische angeht, wirkt die Serie schlicht und ergreifend eine ganze Nummer kleiner. Wie gesagt nicht weiter verwunderlich, aber dennoch auffällig.

Das übliche Pilotfilm-Syndrom

Ansonsten kommt The Hidden Hand) eben ihrer Aufgabe als Auftaktfolge nach, die darin besteht, die Schachfiguren auf dem Spielbrett zu platzieren und auch in das zwar grundsätzlich bekannte, doch auch etwas abgewandelte Setting einzuführen. So spielt das mystische Element erneut eine überaus prominente Rolle in der Geschichte.

Natürlich erinnern die Figuren in der einen und anderen Weise an die bereits bekannten Charaktere aus den vorherigen Büchern und Filmen, ohne diese jedoch offen platt nachzuahmen. Die Geschichte wird in gewohnt verwinkelter Weise erzählt, wie man es auch aus modernen Serien im Stil von Game of Thrones kennt, allerdings, ohne dessen Grausamkeit zu erreichen (was ganz sicher auch nicht gewollt wäre). Doch auch so hat es das Ende der ersten Folge durchaus in sich.

Nach der ersten von geplanten sechs Folgen der Serie Staffel eins (ob es eine Fortsetzung gibt, muss sich wie üblich zunächst noch zeigen...) kennt man also zumindest schon einmal grob die Richtung dessen, was uns im weiteren Serienverlauf erwartet.

Zum neuen Meisterwerk muss sich die Serie freilich erst einmal mausern, zumal die Pilotfolge nicht ohne diverse Längen auskommt und zeitweise auf der Stelle tritt. Aber Potential ist insgesamt da, wenn man nicht allzu kritisch auf die Eins-zu-eins-Umsetzung der Romanvorlage(n) blickt.

Für den Anfang gibt es von uns dreieinhalb von fünf Sandwürmern (auf die man zumindest einen kurzen Blick werfen darf).

Verfasser: Thorsten Walch am Montag, 18. November 2024

Dune: Prophecy 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Dune: Prophecy 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Die verborgene Hand
Titel der Episode im Original
The Hidden Hand
Länge der Episode im Original
1 Stunde 10 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 17. November 2024 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 18. November 2024
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Montag, 18. November 2024
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 18. November 2024
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 18. November 2024
Autor
Jon Spaihts
Regisseur
Denis Villeneuve

Schauspieler in der Episode Dune: Prophecy 1x01

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