Die Pilotepisode von Downward Dog präsentiert uns einen sprechenden Hund mit seiner Besitzerin und versucht unser Interesse für deren Leben zu wecken. Dabei scheitert sie allerdings vor allem am tierischen Protagonisten.

Allison Tolman in „Downward Dog“ / (c) ABC
Allison Tolman in „Downward Dog“ / (c) ABC
© llison Tolman in „Downward Dog“ / (c) ABC

In der Episode Pilot startet die Serie Downward Dog mit den Protagonisten Nan (Allison Tolman) und ihrem zum Publikum sprechenden Hund Martin, der sich seine Stimme von Autor Samm Hodges leiht. Deren Beziehung wird auf die Probe gestellt, als Nan aufgrund ihres Jobs immer weniger Zeit für Martin findet.

Worum geht es in der Pilotepisode?

Nach der Trennung von ihrem Freund Jason (Lucas Neff) sieht Nans Alltag ziemlich trist aus, doch dadurch wächst sie auch enger mit ihrem Hund zusammen. Das ändert sich allerdings als ihre Arbeit sie zunehmend in Anspruch nimmt und sie mit dem Gedanken spielt, den antriebslosen Jason wieder in ihr Leben zu lassen.

Martin zieht die daraus für ihn logischen Konsequenzen und zerkaut kurzerhand zunächst ein paar Schuhe. Nachdem Nan dann auch noch viel zu viel Zeit mit ihrem Ex-Freund verbringt, muss ihre Präsentation dran glauben, die ihr endlich einen Aufstieg und in ihrer Werbefirma und einen Posten abseits ihres aktuellen Chefs Kevin (Barry Rothbart) ermöglichen soll.

Mit Präsentation in Fetzen sieht sich Nan dazu inspiriert, ihrem Herzen zu folgen und statt einer oberflächlichen Kampagne etwas vorzuschlagen, was das Selbstbewusstsein der Kunden erhöhen würde und die Menschlichkeit für das Image der Firma in den Vordergrund stellt.

Zu ihrer und der Überraschung ihres Chefs kommt ihre Idee bei einem hochrangigen Repräsentanten des Konzerns äußerst gut an, was allerdings auch bedeutet, dass sie schon bald weniger Zeit für Martin haben wird, der gerade im Begriff war, sich durch die ihm zuteil gewordene neue Aufmerksamkeit wieder richtig wohl zu fühlen.

Auf den Hund gekommen

Der Humor von Downward Dog definiert sich am ehesten als Mischung aus tierischer Observation mit einem Schuss positiver, aufmunternder Ereignisse und Aussagen, welche die etwas triste Grundstimmung sowohl von Nans als auch von Martins Leben ausgleichen sollen.

Dabei wird bewusst darauf verzichtet, den Niedlichskeitsfaktor des Hundes, der mal mit dem Zuschauer durch die vierte Wand hindurch spricht, mal als Voiceover seine Gedanken wiedergibt, zu stark auszureizen. Das macht es für die Comedy aber auch schwierig, sich in Sachen Humor deutlich abzuheben. Die Beobachtungen sind nicht bissig genug, die erbauenden Szenen (noch) nicht mitreißend.

Der größte Störfaktor ist allerdings die zentrale Figur, auf die sich die Serie eigentlich stützen sollte: Martin der Hund. Dabei sind es nicht zwangsläufig seine Charaktereigenschaften, die das Problem darstellen, sondern vielmehr die Stimme von Autor Samm Hodges. Dessen Betonung klingt nach einer Mischung aus desinteressierter Langeweile und herablassenden Tonfall, was bereits sehr schnell dermaßen nervtötend sein kann, dass selbst Hundefreunde ihre Schwierigkeiten mit dem Vierbeiner haben könnten.

Natürlich ist gerade dieser Eindruck extrem subjektiv, aber die emotionale Bindung zu der Comedyserie funktioniert eben in erster Linie über Martin als Erzähler, und wenn dessen anstrengende Art einem nicht zusagt, funktionieren sämtliche Szenen und damit das Konzept der Serie einfach nicht richtig. Zudem haben es die Macher tatsächlich irgendwie geschafft, dass das obsessive Verhalten des Hundes mehr unheimlich als rührend wirkt. Statt die Freude deutlich zu machen, die viele Hunde sehr offensichtlich zeigen, wenn ihre Besitzer nach Hause kommen, lässt man Martin sie an vielen Stellen einfach nur anstarren oder lässt ihn anstelle eben dieser Freude arrogant vermitteln, was ihm alles zusteht. Klar mag es einige wenige Hunde geben, die sich so verhalten, doch ist das wirklich die richtige Wahl wenn wir mit dem besten Freund des Menschen mitfühlen sollen?

Allison Tolman (Fargo) spielt ihre Rolle der liebenswerten Außenseiterin wirklich gut, sodass der sich auf sie konzentrierende Part bisher wesentlich besser funktioniert. Die anderen Figuren wie ihre für diese Art von Serie beinahe schon obligatorische beste Freundin Jenn (Kirby Howell-Baptiste) sowie ihr Chef Kevin (Barry Rothbart), der Prototyp eines arroganten Idioten, können sich zumindest zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht wirklich abheben . Martins Erinnerungen an seine erste Begegnung mit Nan sind hingegen eine gelungene Sequenz, die möglicherweise etwas besser an den Anfang der Episode gepasst hätte. Auch die positive Nachricht von Nans Präsentation hinterlässt einen ordentlichen Eindruck, sodass die Comedy zumindest ansatzweise zeigt, was sie im Verlauf der Staffel zumindest auf emotionaler Ebene noch bieten könnte.

Fazit

Downward Dog erzählt das Leben und die Beziehungen einer jungen Frau aus der Sicht ihres treuen Haustiers und soll trotz Hindernissen den Zuschauer mit einem wohligen Gefühl hinterlassen. Was sich sich auf dem Papier vielversprechend anhört, klappt in der Ausführung nur bedingt. Mit Allison Tolman hat man sich zwar für eine charmante Hauptrolle entschieden, doch die anstregende Stimme und das eigenwillige Verhalten ihres tierischen Gegenübers macht es einem nicht gerade leicht, eine Verbindung aufzubauen, denn dieser kann einem leider viel zu schnell auf die Nerven fallen.

Der Trailer zu „Downard Dog“:

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