Doll & Em 1x01

Doll & Em 1x01

Nach A Young Doctor's Notebook schickt ein weiterer britischer Sky-Ableger mit Doll & Em ein neues, schräges Pärchen auf die Bildschirme. Die Comedy mit Emily Mortimer kann durch verschrobenen Humor glänzen, wenngleich größere Lacher ausbleiben.

Zu zweit lässt es sich einfacher durch den Großstadtdschungel navigieren. / (c) Sky Living HD
Zu zweit lässt es sich einfacher durch den Großstadtdschungel navigieren. / (c) Sky Living HD

Man muss den beiden britischen Sky-Spartensendern Sky Arts HD und Sky Living HD ein großes Lob aussprechen. Entgegen aller üblicher TV-Konventionen beweisen die Senderverantwortlichen den Mut, kleinen, sehr speziellen Formaten eine Bühne zu geben. In A Young Doctor's Notebook wurde ein Roman des russischen Schriftstellers Michail Bulgakov adaptiert, der im sibirischen Nirgendwo des vorrevolutionären Russlands spielt. Die Zuschauer werden hier selbstredend mit einer hochwertigen Besetzung geködert - Jon Hamm und Daniel Radcliffe füllen die beiden Hauptrollen aus.

You're the best friend that anyone could ever have

Sky Living HD geht mit Doll & Em nun noch einen Schritt weiter und besetzt die Hauptrollen mit einer bekannten und einer weniger bekannten Schauspielerin. Emily Mortimer aus The Newsroom spielt in der neuen Comedy eine Version ihrer selbst. Während sie eines Tages auf dem roten Teppich einer Preisverleihung in Hollywood mit Bradley Cooper die anwesenden Medienvertreter charmiert, bekommt sie einen Anruf ihrer besten Freundin Doll (Dolly Wells) aus England, die dort gerade von ihrem Freund verlassen wurde und Trost sucht.

Von Em bekommt sie mehr als nur Trost. Bei ihrem Besuch in Hollywood bietet die beste Freundin ihr sogar einen Job als ihre Assistentin an, der zunächst aus nicht viel mehr als der Besorgung des richtigen Kaffees besteht. Die Auftaktepisode bezieht ihren größten Charme aus der wunderbaren Freundschaft der beiden (die sie sich auch ständig gegenseitig beteuern) und aus der neuen Situation, in der sich beide durch die Anstellung Dolls befinden. Erstmals wird dies deutlich, als die beiden nach dem Ende eines langen Tages zusammen auf der Couch liegen und sie ein plötzliches Verlangen nach Eiskrem befällt.

Em bietet ihrer Freundin das Eis an, macht danach jedoch keine Anstalten, es ihr auch zu servieren. Einerseits ist Doll ihr Gast, andererseits haben die beiden kurz zuvor noch die Modalitäten ihrer Zusammenarbeit geklärt. Entgegen aller Beteuerungen erwartet Em in diesem Moment also, dass Doll aufsteht und für beide eine Portion Eis zubereitet - schließlich ist sie die Assistentin. Diese Szene legt den Grundstein für den größten Konfliktstoff der Comedy: Wenn Freunde plötzlich beschließen, in einem hierarchischen System miteinander zu arbeiten, ist dicke Luft vorprogrammiert.

Doll (Dolly Wells) und Em (Emily Mortimer; r.) verstehen sich auch im echten Leben prächtig. © Sky Living HD
Doll (Dolly Wells) und Em (Emily Mortimer; r.) verstehen sich auch im echten Leben prächtig. © Sky Living HD

Die Anfänge der beruflichen Gemeinsamkeit gestalten sich denn auch schwierig. Doll hat große Probleme, sich im hektischen Straßenverkehr von Los Angeles zurechtzufinden, während Em versucht, sie am Telefon zum Treffpunkt zu navigieren. Zu allem Überfluss wird der Filmstar dabei von zwei Passantinnen angesprochen, die sich als große Fans outen: „You and Jennifer Garner are the only women I allow my husband to call ,hot'.“ In ihrer Überforderung fängt Em an, zu fluchen und stößt ihre verdutzten Anhängerinnen damit etwas vor den Kopf. Mit besonders enthusiastisch aufgenommenen Bildern versucht sie, diesen Fauxpas wieder wettzumachen.

You're the best assistant that ever lived

Die nächste peinliche Situation entsteht, als Em sich in ihr Wohnmobil am Filmset zurückzieht, um in Ruhe ihren Text zu verinnerlichen. Doll kommt vorbei (vom Joggen?) und missversteht sämtliche subtilen Hinweise Ems, die sie zum Verlassen des Wohnmobils auffordern sollen. Schließlich ergreift Em die Flucht aus dem eigenen Rückzugsort, wo ihr die Nichtschauspielerin Doll gerade demonstriert hat, wie man auf Knopfdruck weint.

Am nächsten Tag wird Em am frühen Morgen für ein Fotoshooting vorbereitet, Doll will sich am hauseigenen Swimmingpool einen faulen Lenz machen. Nach dem Schwimmen merkt sie jedoch, dass Em sie aus Versehen ausgeschlossen hat. Bis zu deren Rückkehr vergeht ein halber Tag, Em merkt zunächst gar nicht, was sie angerichtet hat und beschwert sich nur über den schrecklich verlaufenen eigenen Abend: „It was the shittest evening I have ever endured.“ Später bemerkt sie die eigene Unsensibilität, macht dies mit ihrer nächsten Aussage jedoch nicht wirklich wieder gut: „We both had terrible days. Fucking hell.

Schnell versöhnen sich die beiden jedoch wieder und versichern sich der gegenseitigen Zuneigung. Am nächsten Morgen klappt die Kooperation schon viel besser, Doll besorgt den richtigen Kaffee und fühlt sich im Straßenverkehr gleich viel wohler. Die Auftaktepisode von Doll & Em endet so unaufgeregt, wie sie verlaufen ist. Die großen Lacher bleiben aus. Dennoch strahlt die Serie durch feinen Humor und ihre allgemeine quirkiness großen Charme aus - mit kurzen Cameoauftritten von „Hollywood-A-Listern“ als Sahnehäubchen.

Verfasser: Axel Schmitt am Mittwoch, 19. Februar 2014

Doll & Em 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Doll & Em 1x01)
Titel der Episode im Original
One
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 18. Februar 2014
Regisseur
Azazel Jacobs

Schauspieler in der Episode Doll & Em 1x01

Darsteller
Rolle
Emily Mortimer
Em
Dolly Wells

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