Die Pest 1x01

© ??Die Pest“ (c) Movistar+/ Sky
Im Sevilla des 16. Jahrhunderts bricht die Beulenpest aus. Gleichzeitig treibt ein mutmaßlicher Serienkiller sein Unwesen und Spannungen zwischen den Konfessionen tun ihr Übriges, um das Chaos in der Stadt perfekt zu machen. In diese Umgebung nimmt uns die spanische Serie Die Pest mit. In ihrem Heimatland hat die Produktion den erfolgreichsten Serienstart aller Zeiten hingelegt und damit selbst Game of Thrones abgehängt. Doch wie kommt die Serie des preisgekrönte Regisseurs Alberto Rodriguez auf der deutschen Mattscheibe an? Ab diesem Donnerstag um 20.15 Uhr ist die Serie bei Sky zu sehen.
Wovon handelt es?
Hier wird nicht gezaudert, das machen die Serienmacher direkt klar, wenn sie nur ein paar Minuten brauchen, um uns das erste nackte Todesopfer der Pest in Augenschein nehmen zu lassen. In Sevilla ist die Pest ausgebrochen, doch die Stadtoberen wollen das für sich behalten und die Seuche auf ihre Art eindämmen: mit Waffengewalt. Unterdessen führt Mateo (Pablo Molinero) ein ruhiges Leben abseits der Stadt. Statt der Lehre der Kirche zu folgen, beschäftigt er sich mit Platon und das reicht schon, um den Mächtigen der Zeit ein Dorn im Auge zu sein. Doch als ein mysteriöser Fremder ihm einen Besuch abstattet, muss Mateo in den Moloch Sevilla zurückkehren.
Sein Freund German ist verstorben und weil Mateo bei ihm in der Schuld stand, muss er ihm seinen letzten Wunsch erfüllen: Er muss den fünfzehnjährigen, unehelichen Sohn des Freundes, Valerio Huertas (Sergio Castellanos), aus der Stadt holen und ihn retten. Von dem wird sich erzählt, dass seine Haut so weiß sei, dass der Tod ihn nicht sehen könne.
Schnell lernen wir den Gesuchten kennen, denn in den Elendsvierteln der Stadt ist er kein Unbekannter. Auf verschlungenen Wegen streunt er durch das Viertel und versorgt die Kranken, an die sich niemand mehr herantraut, mit Lebensmitteln.
Unterdessen bahnt sich Mateo getarnt seinen Weg in die Stadt, in der er einst als Ketzer verurteilt wurde. Nun erwartet ihn da eine Vision des Todes und die Begegnung mit einem alten Weggefährten, der es mittlerweile zu Wohlstand gebracht hat, Luis de Zúñiga (Paco Leon). Kurz sieht er auch die Witwe seines Freundes aus der Entfernung, als die Witwe des Seidehändlers in eine Kutsche steigt.
Ohne große Unschweife macht er sich auf die Suche nach Valerio, gerät jedoch an einen Betrüger, der ihm einen anderen Teenager als Germans Sohn unterjubeln will. Unterdessen breitet sich in der Stadt die tödliche Krankheit weiter aus, angeheizt durch die Armut und die Verzweiflung der Bewohner.
Als Mateo das Versteck des echten Valerio aufspürt, erkennt er, dass der Junge sich weg sehnt, in die neue Welt, Amerika. Eine Information, die er direkt einsetzt, wenn er den Gesuchten nach einer Verfolgungsjagd stellt, um sein Interesse zu wecken. Gemeinsam kommen die beiden bei Luis unter, der ihnen das Geld für die Überfahrt in die neue Welt gibt. Doch statt des ersehnten und bereits bezahlten Bootes erwartet Mateo in der Dunkelheit die Festnahme als Ketzer. Valerio hat ihn für Geld verraten. Statt den Jungen, wie geplant, aus Sevilla zu bringen, sitzt Mateo nun selbst fest in dem Moloch, in dem sich die Pest immer schneller ausbreitet.
Wie kommt es rüber?
Die Pest ist die Art von Serie, zu der man am Anfang am besten einen Leitfaden gereicht bekommt. Während der ersten Episode fällt die Orientierung manchmal gar nicht so einfach, was aber eigentlich dem starken Szenenbild zu verdanken ist. Die Macher fangen die Atmosphäre der Düsterkeit, des Drecks und der Hoffnungslosigkeit perfekt ein. Wenn sich die Augen jedoch erst einmal an die dunklen Gassen Sevillas gewöhnt haben, werden wir mit starken Bildern belohnt.
Und doch fällt die Pilotepisode vor allem durch Langatmigkeit auf, die manchmal gar in Langeweile umkippt. Das Wissen um die Figuren müssen wir uns durch langsame Szenen selbst erarbeiten, wobei zunächst nicht sonderlich viel Spannendes passiert. Wer jedoch weiß, dass sich zu der Pest und dem Religionskonflikt noch eine Serienkillerstory gesellen wird, der darf auf mehr hoffen.
Die starken Eindrücke geben Anlass zu Optimismus. Wer hier dranbleibt, der könnte eine kleine Serienperle entdecken. Angesichts des großen Angebots an Serien sollte die Spannung mit der zweiten Episode jedoch schnell einsetzen, lange können selbst die kunstvollsten Bilder des Spätmittelalters einen nicht über die Durststrecke tragen.
Verfasser: am Donnerstag, 19. Juli 2018(Die Pest 1x01)
Schauspieler in der Episode Die Pest 1x01
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