Dice 1x01

Andrew Dice Clay ist der Hauptcharakter in der neuen halb-autobiographischen Comedy Dice, die am Sonntag ihre Weltpremiere auf Showtime hatte. Der Pilot heißt Elvis, was sehr naheliegend ist, wenn man bedenkt dass die Serie in Las Vegas spielt.
I am Dice, I am a f****** Legend
Wie dem Zuschauer am Anfang des Piloten von Dice persönlich mitgeteilt wird, ist der Komiker samt Familie nach Las Vegas gezogen, nachdem seine Shows nicht mehr so gut liefen. Dice und sein Freund „Milkshake“ (Kevin Corrigan) sitzen im Wohnzimmer gegenüber von einem Fensterverkäufer, während Dice dem Geschäftsmann erläutert, dass sein einzig „echtes“ Einkommen von Glücksspielen kommt und er somit die Fenster, die er bestellt hat, nicht bezahlen kann.
Der arme Fenstermann, weiß nicht, wie ihm geschieht. Im wird vorgeworfen, dass er Star-Preise macht, soll heißen, dass er mehr für die Fenster verlangt, weil Dice ein Star ist. Doch er kennt Andrew Dice Clay nicht einmal.
Da setzt auch schon der Vorspann ein, der allerhand original Kinder-/Jugend-und Performancebilder von Dice aus noch besseren Tagen zeigt. Das Ende zeigt einen Blick auf ein riesiges Gebäude in Las Vegas, welches in dem Moment in sich zusammenbricht, als das glitzernde Wort „Dice“ erscheint.
Der Dice-Man steht an den Drums und spielt mit seinem - ich nehme mal an - Sohn, bis Freundin Carmen (Natasha Leggero) sie unterbricht und wissen möchte, welches der beiden Kleider sie zur Hochzeit ihres schwulen Bruders tragen soll. Da so etwas Dice aber nicht interessiert, kommt es sofort zum Streit, bei dem sich der Sohn aus dem Staub macht. Die Zuschauer bekommen den ersten Eindruck in die Beziehung des Komikers und seiner Freundin, die wohl nicht immer rund zu laufen scheint.
Dice ist beleidigt, dass er nicht bei den Hochzeitsvorbereitungen helfen durfte, und sieht darin den Grund, dass bis jetzt allerlei schief gelaufen ist. Der Bäcker hat sich im Termin geirrt, weshalb es keinen Kuchen geben wird. Es folgt ein Monolog des Komikers darüber, weshalb eine Ehe zwischen Mann und Frau nicht funktionieren kann und weshalb nur Homosexuelle glücklich mit dem Ring am Finger sind. Natürlich mit einer Aneinanderreihung von Klischees über homosexuelle Menschen.
Bis jetzt wurde noch nicht einmal gelacht.
It's Vegas, Baby!
Las-Vegas-getreu wird natürlich im Casino geheiratet. Dice plant dem Hochzeitspaar 2.000 Dollar als Geschenk zu machen. Es folgt ein weiterer Gay-Witz über Bräute und die Erklärung von Dice, dass seine Bühnenpersona nichts mit seinem echten Dasein zu tun hat. Nun beginnt die eigentliche Geschichte.
Milkshake (Kevin Corrigan) ist Dices Plus-eins auf der Hochzeit und erscheint mit einem Becher voller Soße, die sogleich durch einen Rempler vom Elvis-Imitator auf Shakes Hemd landet. Nach der kurzen Aufregung, wollen die beiden Geld abheben für das Hochzeitsgeschenk. Doch sie stellen fest, dass der Bankautomat eine Fünf-Dollar-Gebühr für die Transaktion erhebt. Dice ist außer sich und beschwert sich bei einem der Manager. Er sei ein Star und bezahle deshalb keine Gebühren.
Die Situation kann man als lustig beschreiben. Der Manager, wie zuvor schon der Fensterverkäufer, versteht nicht genau, was er tun kann und bleibt verdutzt zurück. „I am never, ever paying that fee“, deshalb entsteht der Plan, die 2.000 Euro beim Glücksspiel zu gewinnen .
Leider hat Dice die Macht des Glücksfaktors unterschätzt. Er verliert innerhalb kürzester Zeit hunderttausend Dollar, bis er den Soßen-Elvis vor einem Spielautomaten in der Nähe sitzen sieht. Da er ihn für seine Pechsträhne verantwortlich macht, zwingt er ihn, ins Casino auf der anderen Straßenseite zu gehen.
Das Geld ist weg, weshalb Dice in das gleiche Casino auf der anderen Straßenseite geht, um sich dort Geld zu leihen. Natürlich sitzt da jetzt der Pech bringende Elvis. Nachdem er sich seiner entledigt hat, kommt auch das Glück zurück. Dice gewinnt die Zweihunderttausend für die Casinos zurück und noch etwas Extra, für das Geburtstagsgeschenk.
Aller guter Dinge sind drei. Elvis ist bei der Hochzeit der Trauende. Doch das kann Dice nicht zulassen. Er verhindert, dass das junge Glück mit der Vermählung dieses Unglücksraben beginnt. Schwulen-Ikone Liza Minelli, oder zumindest ein Minelli-Imitator, verheiratet die beiden letztendlich.
Auf der folgenden Hochzeitsparty, schafft es Dice sich dann gleich nochmal in den Mittelpunkt zu spielen und hält eine Rede, um die ihn niemand gebeten hat: über Penisse.
Fazit
Die Witze, sind leider oft nicht witzig. Was mich am meisten zum Schmunzeln brachte in dem Pilot, war Cameron (Natasha Leggero), deren sprachliche Entgleisungen doch recht lustig waren, an der ein oder anderen Stelle. Zum Beispiel, als Cameron Dice und Milkshake (Kevin Corrigan) im Casino beim Zocken erwischt und sie als degeneriert bezeichnet und Milkshake als motherfucker.
Die Folge lebt viel von Situationskomik, Momente, die vielleicht auch gar nicht lustig gemeint waren, jedoch so herüber kamen. Ein Running-Gag wird sicherlich auch in den weiteren Episoden sein, dass Dice ständig davon ausgeht, dass er ein Star ist und ihn auch jeder und jede kennen müsste.
Andrew Dice Clay schauspielert ganz gut. Manchmal nuschelt er mir zu viel, was auch nicht besser wird mit der Zigarette im Mundwinkel. Corrigan spielt einen leicht verwirrten Kauz, der sicherlich auch so sein Potenzial hat. Man kann nur hoffen dass Cameron genug Spielzeit bekommt und die anderen Familienmitglieder der Clays auch als diverse Typen in Erscheinung treten.
Die erste Staffel umfasst nur sechs Episoden. Soll heißen: Wenn es nicht besser wird, oder sogar noch schlechter, hat man zumindest nicht allzu viel Zeit verschwendet.
Verfasser: Jennifer Bichler am Montag, 11. April 2016Dice 1x01 Trailer
(Dice 1x01)
Schauspieler in der Episode Dice 1x01
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