Dexter 9x07

© zenenfoto aus der Episode Skin of Her Teeth der Serie Dexter: New Blood (c) Showtime
Das Dexter-Revival „New Blood“ zügelt sich weiter mit eskalierenden Momenten und treibt die Handlung lieber konstant Richtung Finale (das am 9. Januar 2022 bei Showtime auf Sendung gehen soll). Die aktuelle Episode Skin of Her Teeth (9x07) bringt also wenig Neues, hat aber durchaus ein paar gute Szenen zu bieten. So kommt es erneut zu einem Wiedersehen mit einem alten Bekannten, diesmal dem Trinity Killer (John Lithgow), der in einem Flashback auftritt. Und Chief Angela Bishop (Julia Jones) ertappt den lokalen Killer Kurt (Clancy Brown), mithilfe von Jim (Michael C. Hall), den sie nun Dexter nennt.
Was passiert?
Die neue Episode knüpft wie üblich an den Cliffhanger der vorherigen Folge an: Angela hat in der Bärenhöhle die Leiche ihrer alten Freundin gefunden. Sie ruft Dexter - explizit nicht Jim -, um eine Spurenanalyse durchzuführen. Obwohl das Verbrechen mehrere Jahrzehnte zurückliegt, kann dieser einen winzigen DNA-Fetzen des vermeintlichen Täters nehmen. Die Polizistin, der dieser Fall so nah geht, ahnt bereits, auf wen Probe passt: Kurt Caldwell, dem sie seit der Sache mit Matt nicht mehr über den Weg traut. Dexter will seiner Exfreundin die Chance geben, sich selbst an dem Mörder ihrer damaligen besten Freundin zu rächen. Doch was, wenn Kurt der Gerechtigkeit entflieht? Muss doch sein Dark Passenger zum Einsatz kommen?
Kurt erweist sich tatsächlich wieder als überraschend cleverer Gegenspieler. Kurzerhand improvisiert er eine glaubwürdige Geschichte, wonach nicht er das Mädchen einst tötete, sondern sein brutaler Trucker-Daddy, den er selbst sehr fürchtete. Wahrscheinlich stimmt die Story zur Hälfte sogar, nur der Teil, der sich um die eigentliche Tat dreht, weicht dann von den Szenen ab, die wir zu sehen kriegen. Iris (Jessica Perry) war Kurts erstes Runaway-Opfer - und seitdem rekreiert er diesen Schicksalstag immer und immer wieder. Keine allzu einfallsreiche Erklärung, aber der Darsteller Brown verkauft sie ziemlich überzeugend. Sogar die skeptische Angela scheint sich dadurch ein wenig aus der Fasson bringen zu lassen.
Die Gefahr ist groß, dass ihr Charakter, der uns als nobelste Heldin der Staffel angeboten wird, ein wenig zu naiv erscheint. So wie letzte Folge, als sie die wahre Identität des Mannes entdeckte, den sie liebt, und kaum kritische Fragen an ihn stellte. Man kann nur hoffen, dass Molly (Jamie Chung) Angela dazu bringt, eins und eins zusammenzuzählen. Ein recht runder Ausgang wäre es, wenn sich Dexter zunächst um Kurt kümmert und die zwei Frauen schließlich ihn hinter Gitter bringen.
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Doch vielleicht kommt sowieso alles ganz anders: Denn in der finalen Szene dieser neuen Episode sehen wir, wie ein Handlager von Kurt Dexter überfällt, um ihn wahrscheinlich seinem Chef auszuliefern. Wir erfahren nämlich auch, dass Kurt längst erkannt hat, wer für den Tod seines Sohnes verantwortlich ist. Nun ist zu befürchten, dass er Harrison (Jack Alcott) vor den Augen seines Vaters umbringt, um sich zu revanchieren. Andererseits kann man sich nicht wirklich vorstellen, dass die Serie jemals so mutig wäre - zumal Dexter selbst vermutlich auch kein Haar gekrümmt würde.
Tatsächlich wäre es mir lieber gewesen, wenn Dexter nicht entführt worden wäre, sondern das hätte tun können, was er sich kurz vor dem Hinterhalt endlich vorgenommen hatte: Nämlich ehrlich mit seinem Sohn zu sein. Harrison hat längst aufgehört, aus seinem Herzen eine Mördergrube zu machen, zumindest gegenüber seinem Vater. Der Junge berichtet von Albträumen zum Tod seiner Mutter, in denen Trinity auftaucht. Erst jetzt hat er verstanden, dass es sich um echte Erinnerungen handelt. Der perfekte Zeitpunkt für Dexter, ihm die Wahrheit zu erzählen, was er wahrscheinlich von Anfang an hätte tun sollen.
Wie ist es?
Man kann sicherlich gute Gründe nennen, warum Dexter seinen Sohn beschützen wollte, nur ich persönlich finde Serien, die Konflikte einzig daraus ziehen, dass Figuren nicht offen miteinander kommunizieren, mittlerweile sehr ermüdend. Spannender ist es doch, wenn alle Karten auf dem Tisch liegen und das Spiel trotzdem unvorhersehbare Wendungen nimmt. Statt uns von Woche zu Woche hinzuhalten und ein offensichtliches Geheimnis nach dem Nächsten zu lüften. Genauso schwach erscheint es nun, uns vorgaukeln zu wollen, Dexter könnte ernsthaft in Gefahr schweben. Zeigt mir lieber mal eine gute Dialogszene zwischen Dexter und Harrison oder Angela. Kurt allein reicht als interessanter Dialogpartner nicht.
An zwei kleine Einzelmomente erinnere ich mich nach der Episode jedenfalls gern zurück: Als Angela von Iris' Mutter in den Arm genommen wird und als Dexter betont, wie sehr er offene Enden hasse - was wohl als Spitze gegen das damalige Serienfinale zu verstehen ist. Auch war es irgendwie ganz nett, John Lithgow wiederzusehen, weil man sich an bessere Dexter-Zeiten erinnert fühlte. So hatte auch die Abspann-Musik diesmal noch einen etwas anderen Klang als sonst. Kommende Woche sollte wirklich mal was Außergewöhnliches passieren, um mich wieder abzuholen...
Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode, Big Game (9x08), der Serie Dexter auf Showtime beziehungsweise bei Sky Atlantic:
Verfasser: Bjarne Bock am Montag, 20. Dezember 2021Dexter 9x07 Trailer
(Dexter 9x07)
Schauspieler in der Episode Dexter 9x07
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