Dexter 9x05

© zenenfoto aus der Episode Runaway der Serie Dexter: New Blood (c) Showtime
Über fehlendes Tempo kann sich nach der neuen Dexter-Episode Runaway nun wirklich niemand mehr beschweren. Genau zur Halbzeit der Revival-Season „New Blood“ fliegt das Doppelleben unseres Protagonistin, gespielt von Michael C. Hall, auf. Wie es weitergeht, scheint vollkommen unvorhersehbar, womit die Spannung ihren vorzeitigen Höhepunkt erreicht. Auch der große Staffelschurke bietet parallel großzügige Einblicke. Während Clyde Phillips, der Chef hinter den Kulissen, obendrein noch ein altbekanntes Gesicht der Originalserie zurückbringt... Es gibt sehr viel zu besprechen!
Was passiert?
Auch in der vorherigen Folge gab es einen echten Schocker zum Ende: Dexter (Hall) fand heraus, dass Harrison (Jack Alcott) sehr wohl zu wissen scheint, dass seine Mutter vom Trinity Killer (John Lithgow) ermordet wurde. Als Vater sorgt sich Dexter - zusammen mit seiner imaginären Schwester Debra (Jennifer Carpenter) - um die Seele seines Sohnes. Hat auch er den Dark Passenger in sich? Als er ihn mit der verräterischen Rasierklinge konfrontiert, streitet Harrison alles ab und tritt wie üblich die Flucht an. Da kommt ihm eine kleine Überraschungsparty von Zach (Oscar Wahlberg) und Konsorten gerade recht. Hier ist nur eingeladen, wer auf Ethans Todesliste stand. Und Harrison ist als großer Held der Ehrengast.
Wie man es für einen Teenager erwarten würde, genießt Harrison die Aufmerksamkeit seiner Altersgenossen (besonders die der weiblichen). Im Drogenrausch verliert er schnell die Kontrolle und kann von Glück reden, dass Audrey (Johnny Sequoyah) auf ihn aufpasst. Mit einer Überdosis steht sein Leben plötzlich auf Messers Schneide - und ihm rutscht versehentlich heraus, dass sein Vater, der liebe Jim Lindsay, nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Dieser rast derweil zum zweiten Mal binnen weniger Tage zum Krankenhaus von Iron Lake, um seinen Sohn zu sehen. In ihm wächst die Wut auf diejenigen, die Harrison die Drogen zur Verfügung gestellt haben. Übernimmt nun wieder sein Dark Passenger das Steuer?
Gleich zweimal versucht Dexter seinem Ärger Luft zu machen. Dabei fällt es einem schwer zu glauben, dass der sonst so nüchterne Mörder ausgerechnet einem blauäugigen Schüler die Verantwortung zuschieben würde. Argumentieren kann man natürlich, dass er als verärgerter Vater nicht klar denkt, aber glücklicherweise kommt ihm sowieso etwas oder besser gesagt jemand dazwischen. Nämlich Sergeant Logan (Alano Miller), der Angela (Julia Jones) als Sheriff vertritt, weil sie mit Molly (Grace Park) zu einer Konferenz nach Manhattan gefahren ist (dazu gleich noch mehr). Immerhin ein Mordversuch gelingt Dexter dann doch. Dabei trifft es einen irritierend uneinsichtigen Drogenmischer, wobei Dexter nicht nach seinem bevorzugten Muster vorgehen kann. Fraglich, ob seine Gier nach Rache damit gestillt werden kann...
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Der zweite Serienkiller der Kleinstadt, der sich zu meiner persönlichen Überraschung nun endgültig als Kurt (Clancy Brown) herausstellt, wird ebenfalls in seinem Habitus gestört. Die blauhaarige Chloe (Skyler Wright), die sich von dem Monster in der letzten Folge in seine Höhle locken ließ, erweist sich als erfrischend widerstandsfähig. Wo sie nur kann, durchkreuzt sie seine Pläne und kann Kurt sogar eine Schnittwunde im Gesicht verpassen, die für seine Deckung noch gefährlich werden könnte. Statt vor seinem Jagdgewehr davonzulaufen, läuft sie als titelgebender Runaway - wobei genauso gut auch Harrison und Dexter gemeint sein könnten - geradewegs drauf zu. Zwar kann sie ihrem Schicksal so auch nicht entfliehen, doch wenigstens hat sie ihrem Peiniger den Spaß verdorben. Nun braucht er schnell ein neues Opfer, um sich zu trösten.
Ausgerechnet Harrison könnte das sein, so will es uns die Serie zumindest glauben lassen. Da mehr als deutlich klargemacht wird, dass das Morden für Kurt rein gar nichts Sexuelles hat, kommt er auf jeden Fall infrage. Obwohl es fast wahrscheinlicher wäre, dass am Ende Harrison Kurt jagen würde, falls dieser ihn tatsächlich zum Katz-und-Maus-Spiel herausfordert. So würde sich dann der Kreis zu Dexter schließen, was unseren Helden und den Staffelschurken auf Kollisionskurs bringen könnte. Falls nicht vorher noch die anderen Akteure dazwischengrätschen. Und dieses Szenario wirkt gar nicht mal undenkbar, was ziemlich erfreulich ist bei diesem Dexter-Revival. Denn mit Angela, Molly, Logan und Co gibt es gleich mehrere „Good Guys“, die Dexter in Sachen Cleverness durchaus das Wasser reichen können.
Den besten Beweis dafür liefert Angelas Ausflug in den Big Apple, wo sie bei besagter Konferenz den Polizeichef von Miami kennenlernt: den einzig wahren Angel Batista (David Zayas), der dort einen Vortrag zum Bay Harbor Butcher hält. Dass dieser in Wahrheit ihr geliebter Jim Lindsay aka Dexter Morgan ist, ahnt sie da noch nicht. Als sie aber später das Gespräch mit Angel sucht, der erfreulicherweise ganz der Alte geblieben ist, hat sie dennoch eine Offenbarung. Und der Schlüssel dazu ist der Name des Kindes, dessen Mutter von Trinity getötet wurde: Harrison. Zusammen mit dem, was Audrey ihr bei der Rückkehr erzählt, rechnet Angela eins und eins zusammen und erkennt - zum Glück schon in dieser Folge, statt erst in zwei, drei Wochen -, dass Jim mit einer falschen Identität nach Iron Lake kam. Nächste Episode darf er sich erklären...
Wie ist es?
Was für ein Cliffhanger! Nie hätte ich erwartet, dass unsere Hauptfigur schon so früh im zehnteiligen Revival auffliegt. Wobei waschechte Dexter-Fans natürlich wissen, dass Angelas Enthüllung seines echten Namens längst noch nicht bedeuten muss, dass sie ihn auch als Killer entlarvt. Immerhin kann er ja einfach behaupten, er habe seinen Tod damals aus anderen Gründen fingiert (vielleicht um der Verantwortung der Vaterschaft zu entfliehen). Zumindest dürfte die Beziehung der beiden damit der Vergangenheit angehören, was auch die Möglichkeit freischaltet, dass die Polizei ihn nun kritischer ins Auge nimmt. All das verspricht sehr viel mehr Spannung, zusätzlich gesteigert durch die neuen Erkenntnisse bezüglich des Schurken Kurt. Dass das verbindende Elemente von allem Harrison heißt, ist übrigens auch sehr elegant.
Übrigens hat der Serienmacher Clyde Phillips nun kaum noch eine Wahl und muss auch Dexter auf Angel treffen lassen. Bringen am Ende Angel und Angela unseren liebsten Todesengel zu Fall? Das wäre doch mal ein würdiges Finale...
Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode, Too Many Tuna Sandwiches (9x06),der Serie Dexterauf Showtime beziehungsweise bei Sky Atlantic:
Verfasser: Bjarne Bock am Montag, 6. Dezember 2021Dexter 9x05 Trailer
(Dexter 9x05)
Schauspieler in der Episode Dexter 9x05
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