Dexter 4x03

Ich fange wieder mal durcheinander an: Habt ihr Masukas Monster Truck gesehen? Das war buchstäblich der Hammer, als er Dex (Michael C. Hall) nach Hause brachte. Apropos: Zuhause, bringen und Licht sind die Stichwörter der Episode. Da die gute fleißige Ehefrau Rita (Julie Benz) herausgefunden hat, dass der Arzt Dexter empfahl, kein Auto zu fahren, besteht sie darauf ihn durch die Gegend zu kutschieren. Und prompt tun es alle! Es war amüsant Dexters unterschiedliche Mitfahrgelegenheiten zu erleben: mit der „Karma Chameleon“ singenden Rita, unter Gangsta-Rhythmus in Quinns Auto und im Country-Monstertruck von Masuka!
Wie gewohnt arbeitet Dexter auf mehreren Ebenen (die immer, wie ich letzte Woche schon erwähnte, ihren gemeinsamen Nenner im Titel der Episode finden): hinters Licht führen, ans Licht bringen, von Licht geblendet werden, Licht und Schatten, Hell und Dunkel, Miamis Sonne und Dexters Dark Passenger! Der Blick nach oben, direkt ins Licht, aber es ist kein Licht auf etwas werfen, sondern es ist ein Licht, das einen blendet. Man braucht mehr als die Finger an der einen Hand um aufzuzählen, wie oft in der Episode Blinded by the Light nach oben geschaut wird. Die Kameraeinstellung, aus einer schrägen Untersichtperspektive, verstärkt das Schwindelgefühl, das dieser Blick verursacht.
Ja, es wird einem bei all dem was passiert, schwindelig: Dexter muss sich um Vandalismusfälle und die Nachbarschaftswache kümmern - sein Nachbar installiert monströse Bewegungsmelder an der Ecke zum Hauseingang der Dexter-Familie. Die ganze Nachbarschafts-Geschichte diente dazu, Licht auf Dexters Schwierigkeit zu werfen, eine neue emotionale Stufe zu meistern: die des Umgangs mit den Launen und Gefühlen von Teenagern (Astor).
Das war auch das satirische Licht-Element in dieser Episode, das den Dark Passenger aufrütteln und Dexter vor Augen führen sollte, dass ein Familienleben zwar gutes Alibi und gute Deckung gibt, aber auch mehr als den doppelten Einsatz erfordert. Denn für Einzelgänger wie Dexter können zu viele Menschen um ihn herum nichts Gutes bedeuten. Daher war das Gespräch mit Deb (Jennifer Carpenter) sehr schön, als sie ihn mit ihrem Auto nach Hause bringt und er gar nicht aussteigen will. Beide realisieren, dass sie sich nicht wohl fühlen, wenn Menschen zu sehr an ihnen klammern. Sie sind Einzelgänger.
Dieses Gespräch steht in direkter Verbindung zum Gespräch zwischen Lundy (Keith Carradine) und Dex am Tatort, als beide - von der Sonne geblendet - hinaufblicken und über Trinitys Vorgehensweise und Motive reden. Lundy sagt zu Dexter, sie seien gleich: Einzelgänger, die kein Zuhause haben können. „People like us don't really belong anywhere.“ Ist Lundy nur wegen dem Trinity-Mörder und Deb zurückgekehrt oder will er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und die zwei besten Serienmörder Amerikas überführen?
Die kleinen Neurosen der Figuren, die die Serie immer wieder anspricht, machen die auf den ersten Blick plumpen kleine Plots interessant. Oder auch die großen Neurosen! Hier ist die Rede vom brillanten John Lithgow in der Rolle des Trinity-Killers (obwohl man beim ihm schwer nur über eine Neurose reden kann). Jedes Mal, wenn sein Musikthema ansetzt und die Kamera ein Close-Up von ihm, leicht aus der Untersicht zeigt, habe ich Lust auszuschalten, aber bin wie gelähmt. Genau wie seine Opfer. Erschreckend war die Szene, als er das volle Whisky-Glas zum leeren Sitz schob. Gleichzeitig musste man an Lundy und Debs Treffen in der Bar denken: Du bist der Nächste! Scary!
Wird es so kommen, dass Trinity Lundy erledigt, bevor er die Wahrheit über Dex ans Licht bringen kann? Wäre heftig, wenn Lundy kurz davor Deb auf ihren Bruder hinweist!
Zu viel Licht in dieser Episode!
Dexter macht am Ende die Lichter aus, vor Ritas entsetztem Blick... Das wird ein Nachspiel geben!
Verfasser: Vladislav Tinchev am Dienstag, 13. Oktober 2009(Dexter 4x03)
Schauspieler in der Episode Dexter 4x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?