Dark Matter 1x11

Dark Matter 1x11

Dezimiert und deprimiert befindet sich die Crew der Raza in einer äußerst brenzligen und scheinbar ausweglosen Situation. Können sie ihr Schiff den Händen Wexlers wieder entreißen oder ist Widerstand zwecklos?

Jessica Sipos und Jodelle Ferland in „Dark Matter“ / (c) Syfy
Jessica Sipos und Jodelle Ferland in „Dark Matter“ / (c) Syfy

Ohne Two (Melissa O'Neil) muss sich die Crew der Raza aus einer prekären Lage befreien und ihr Schiff zurückerobern, bevor Wexler (Ennis Esmer) und sein Team ihre Beute verkaufen und sie den Behörden ausliefern können.

Advanced mutiny

Nach dem Schock, Two verloren zu haben, wird die Crew der Raza im Lager- und Tresorraum eingeschlossen. Dort versuchen sie einen Fluchtplan auszuhecken, während die Zeit gegen sie arbeitet - sie haben nur begrenzt Sauerstoff zur Verfügung.

Doch bei Wexler und seinen Kollegen läuft ebenfalls nicht alles rund, denn die Raza will sich nicht vom Fleck bewegen. Dementsprechend ersuchen sie technische Unterstützung bei Five (Jodelle Ferland), die ihnen erklärt, dass dieses Problem bereits in der Vergangenheit (Episode Three) existierte und jemand sich im Raumanzug manuell der Lösung annehmen sollte.

Die Reparatur läuft allerdings nicht wie geplant und so muss auch Wexler einen ersten Verlust innerhalb seines Teams beklagen. Bevor Tash (Jessica Sipos) ihre Frustration über den Tod ihres Freundes an Five auslassen kann, bekommt diese in letzter Sekunde unerwartete Hilfe: Two ist gesund und munter auf den Beinen und fest entschlossen, die Kontrolle über das Schiff wiederzuerlangen.

Dabei lässt sie sich weder von Wexlers Team noch von einer Kommando-Einheit eines Großkonzerns, die den geheimnisvollen Gegenstand aus dem letzten Beutezug einsammeln will, aufhalten. Übrig bleiben keine Gefangenen, sondern nur noch die verdutzten und erschöpften Mitglieder der Raza-Crew, die gemeinsam mit der Hilfe der reaktivierten Androidin (Zoie Palmer) das Geheimnis von Twos außergewöhnlicher Widerstandskraft ergründen.

After today, I dont't know what I am

Da habe ich die Widerstands- und Heilkräfte von Two (Melissa O'Neil) wohl gewaltig unterschätzt. Nach dem Cliffhanger aus der letzten Episode kehrt sie zurück und räumt in Bruce Willis-Manier ordentlich unter den Eindringlingen auf.

Auffällig ist, dass Dark Matter hierbei eine vergleichsweise düstere Tonart anschlägt. Keiner der Fremden an Bord der Raza wird verschont und auch Five (Jodelle Ferland) sieht sich zum ersten Mal gezwungen, selbst ein Leben zu nehmen, um ihre Freundin zu retten.

Der vergebliche Überlebenskampf von Vons (Jon Cor) hallt unangenehm im Comlink nach. Wexler und Cain (Conrad Pla) beschreiben ihre drohenden Foltermethoden gegenüber einer Jugendlichen wie Five äußerst detailreich. Und Two lässt niemanden am Leben, rächt sich zudem an Wexler, trotz der Option, ihn am Leben zu lassen.

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War zu Anfang der Staffel von den Stargate SG-1-Machern noch vergleichsweise milderes Programm zu erwarten, so scheint nun endgültig etabliert, dass unsere Hauptfiguren moralisch ambivalenter auftreten und keine statischen Grenzen in ihren Charakterdossiers aufweisen. Gerade für Five war es eine Frage der Zeit, bis sie sich den Umständen ihrer Umgebung anpassen würde, beziehungsweise gezwungen war, dies zu tun.

Ennis Esmer macht auch diese Episode seine Sache gut genug, damit der Zuschauer, ohne lange nachdenken zu müssen, mit unseren Protagonisten mitfiebert, um zu sehen. Die feindliche Crew ist hierbei erneut eine gutes Mittel gewesen, damit die uns bekannten Figuren sich gemeinsam auf einen Gegner konzentrieren, statt einzeln motivierte Agenden zu verfolgen.

You weren't born. You were engineered.

Fast schon typisch bekommen wir im Zuge der Episode neue Rätsel serviert. Wer oder was ist Two genau? Und von wem wurde sie erschaffen? Was für ein „doomsday device“ hat die Raza an den Planeten geliefert? War die Zerstörung des Planeten - die im übrigen optisch betrachtet äußerst Schick mit anzusehen war - ein Unfall oder Teil eines Plans, den bereits gesuchten Crewmitgliedern eine weitere Tat in die Schuhe zu schieben? Auch der Tod von Vons wird nicht weiter erwähnt und könnte ein Unfall oder Manipulation durch Two oder auch Five gewesen sein.

Für Auflockerung in der von Rache angetriebenen Atmosphäre sorgt dieses Mal der männliche Teil der Crew. Hilflos müssen sie auf Rettung durch ihre Kolleginnen warten und können sich nicht entscheiden, ob sie sich an die Gurgel gehen, zusammenhalten oder epische Motivationsreden halten möchten, die wohl nur Shia LaBeouf besser hinbekommen hätte.

Fazit

Die Ladys der Raza übernehmen in Episode Eleven das Ruder und wir bekommen in Zuge dessen eine der düstersten und unterhaltsamsten Folgen der Staffel geliefert. Währenddessen wird man das Gefühl nicht los, dass Dark Matter erwachsener geworden ist.

Es wird spannend mit anzusehen, ob dies auch über das Staffelfinale (in Form der kommenden Doppelfolge) hinaus beibehalten wird. War ich zu Beginn der Serie noch skeptisch, so würde ich mich mittlerweile definitiv über eine Verlängerung freuen. Denn in Sachen Charakterzeichnung und Rhythmus wurden trotz anfänglich bestehender Klischees stets Fortschritte gemacht, sodass auch der Unterhaltungsfaktor stetig wuchs.

Der Trailer zum Staffelfinale von „Dark Matter“:

Verfasser: Tim Krüger am Montag, 24. August 2015

Dark Matter 1x11 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 11
(Dark Matter 1x11)
Deutscher Titel der Episode
Episode Elf
Titel der Episode im Original
Episode Eleven
Erstausstrahlung der Episode in Kanada
Freitag, 21. August 2015 (Syfy)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 24. August 2015
Regisseur
Martin Wood

Schauspieler in der Episode Dark Matter 1x11

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