Dark Matter 1x09

In Episode Nine von Dark Matter setzt sich Four (Alex Mallari Jr.) heimlich ab, um sich mit seinem Bruder zu treffen, gerĂ€t dabei aber in eine Falle. Die restlichen Crewmitglieder mĂŒssen sich dementsprechend entscheiden, ob sie ihm aus der Patsche helfen wollen.
I need someone to hate besides myself
Anstelle seines Bruders trifft Four auf seinen alten Mentor Akita (Russell Yuen), muss sich diesem allerdings im Duell geschlagen geben. Akita bereitet sich mit Four im Schlepptau darauf vor, von dem abgelegenen Planeten abgeholt zu werden und den wegen Mordes an seinem Vater gesuchten Mann seiner Strafe zuzufĂŒhren.
WÀhrenddessen stellt der Rest der Crew das Verschwinden ihres Kameraden fest, muss sich jedoch ein wenig gedulden, bis es ihnen möglich ist, die Spur von Four zu verfolgen. In der Zwischenzeit lassen One (Marc Bendavid) und Three (Anthony Lemke) die FÀuste fliegen, da One die Anwesenheit des Mannes, von dem er glaubt, er habe seine Ehefrau auf dem Gewissen, nur schwer ertragen kann.
Allerdings gesteht er die BeweggrĂŒnde fĂŒr diesen an die OberflĂ€che getretenen Konflikt lediglich Two (Melissa O'Neil) gegenĂŒber ein, die ihn ermahnt, sich vorerst ohne konkrete Beweise und im Zweifel fĂŒr den Angeklagten zurĂŒckzuhalten.
Nach kurzer Diskussion entscheiden die Crewmitglieder der Raza aufgrund der ihnen vorliegenden Fakten, Four als Mitglied der Schiffsfamilie nicht im Stich zu lassen. Es gelingt ihnen, nach einer gewalttĂ€tigen Auseinandersetzung mit den Wachen von Akita, Four aus dessen Gewalt zu befreien. Dieser hinterlĂ€sst seine Visitenkarte mit einer Nachricht in Form von Akitas Leiche, fĂŒr seinen Bruder und dessen Mutter.
ZurĂŒck auf der Raza hĂ€lt die Erleichterung ĂŒber den glimpflichen Ausgang der Rettungsmission jedoch nicht sonderlich lange an, denn in Form dreier schwerer Kreuzer, die den Antrieb des Schiffes ausschalten, steht dem Ensemble neuer Ărger unmittelbar bevor.
Nature versus nurture
Neben dem vorstehenden Handlungsstrang um Fours persönlichen Weg, seinen rechtmĂ€Ăigen Thron zu besteigen, herrscht unter anderem ein zentrales Thema vor: die Frage nach „nature versus nurture“, welche sich damit beschĂ€ftigt, ob wir mit bestimmten WesenszĂŒgen geboren werden oder ob sie uns anerzogen sind beziehungsweise von unseren Erfahrungen bestimmt werden.
One (Marc Bendavid) verdÀchtigt Three (Anthony Lemke), seine Frau getötet zu haben und plÀdiert vor Two (Melissa O'Neil), diesem den Laufpass oder Drastischeres zu geben, da er nicht daran glaubt, dass sich Menschen Àndern können, weil manche von Natur aus böse geboren werden.
Interessanterweise stimmt ihm Three in seinem GesprĂ€ch mit Two auf eine gewisse Weise zu, indem er sagt, dass es, Ă€hnlich wie durch den MuskelgedĂ€chtniseffekt, mehr als wahrscheinlich ist, dass die Crew der Raza frĂŒher oder spĂ€ter ihren alten Gewohnheiten und Charaktermerkmalen nachgehen wird. Dazu brĂ€uchten sie auch nicht einmal ihre Erinnerungen zurĂŒck.

Auch wenn Fours (Alex Mallari Jr.) Geschichte keine groĂen SprĂŒnge nach vorn gewagt hat, so lassen sich doch neue Erkenntnisse aus dem Ganzen entnehmen: Abermals betont Dark Matter, dass seine Charaktere sich nicht nach Schwarz und WeiĂ kategorisieren lassen. Fours fataler Schwertstich gegen seinen ehemaligen Mentor kam unvorbereitet und war fĂŒr jemanden, in dessen Wertesystem Ehre einen extrem hohen Stellenwert genieĂt, durchaus hinterlistig, da sein Opfer nicht mit dieser Aktion rechnete.
Vielleicht rechtfertigt er dies aber auch damit, dass der Hinterhalt an sich bereits eine ehrlose Falle war. Wie dem auch sei - wir stellen genau wie der Rest der Crew fest, dass viele von ihnen gefĂ€hrliche und unberechenbare ZĂŒge in sich tragen und dass die Sache mit dem Vertrauen alles andere als selbstverstĂ€ndlich ist.
In diesem Zusammenhang fÀllt ebenso auf, dass Two erneut den Moralapostel des Schiffs durch das Predigen von Ehrlichkeit untereinander mimt, wÀhrend sie es selbst mit den Offenbarungen ihrer Geheimnisse nicht gerade so genau nimmt.
How do you mourn someone you don't remember?
One und Three entwickeln sich mittlerweile in entgegengesetzte Richtungen, vor allem von ihren Startpunkten aus gesehen. Three wird mir immer sympathischer und seine trĂ€nenreiche Lesung des Kinderbuchs âCharlotte's Webâ (âWilbur und Charlotteâ) zeigt wieder, dass sich unter der harten Schale ein weicher Kern befindet. Zudem ist er wesentlich ehrlicher als die meisten anderen Mitglieder der Raza-Crew und auch seine spezielle Art, der Androidin (Zoie Palmer) mitzuteilen, dass sie so bleiben soll, bringt ihm Pluspunkte ein.
Die Androidin erkennt hinter seinen Worten tatsĂ€chlich die beabsichtigte Nachricht, was fĂŒr ihre Theorie spricht, dass ihr Programm kein gewöhnliches ist und eine gewisse Menschlichkeit unter den Schaltkreisen vorhanden sein könnte.

One scheint mittlerweile eine andere Richtung eingeschlagen zu haben. Unter dem sensiblen, rationalen und rĂŒcksichtsvollen Mantel könnte sich die intrigante und böswillige Persönlichkeit verbergen, die er Three unterstellt, da er seine Konflikte vor allem hinter dem RĂŒcken des Betroffenen zu lösen versucht. DarĂŒber hinaus stand er an der Spitze eines GroĂkonzerns, so dass es nicht abwegig ist, dass sein altes Ich sich dabei eine gewisse moralische FlexibilitĂ€t angeeignet haben könnte. Zumindest vorerst spricht gegen diese Entwicklung und fĂŒr den neuen One allerdings auch seine Entscheidung, Three das Leben zu retten, anstatt ihm in den RĂŒcken zu fallen. Zudem stellt sich die Frage, wieso er selbst undercover bei der Raza-Crew anheuerte, anstatt mit seinen enormen finanziellen Mitteln Spezialisten zu verpflichten, die fĂŒr ihn Jagd auf Marcus Boone hĂ€tten machen können. Hinter der Geschichte steckt auf jeden Fall wesentlich mehr, als bisher offenbart wurde.
Six (Roger R. Cross) und Five (Jodelle Ferland) konnten sich derweil wieder annĂ€hern, nachdem Five um die Anerkennung als Crewmitglied kĂ€mpfen musste. Zudem ist sie diejenige beziehungsweise die einzige, die die aufkeimenden SelbstvorwĂŒrfe in Six und den aus seinen Erfahrungen resultierenden Zynismus eingrenzen kann.
Fazit
Episode Nine stand unter dem Banner der Schiffsfamilie und der Gemeinsamkeit, die sie alle haben: Niemand auĂer sie selbst kĂŒmmert sich um sie, so dass der Zusammenhalt untereinander ein wichtiger Eckpfeiler fĂŒr die Crew ist, auch wenn dies aufgrund drohender Konflikte immer wieder leichter gesagt als getan ist. Aufgelockert werden die auftretenden verbalen ScharmĂŒtzel untereinander in dieser Folge von mehreren Acionsequenzen, welche dabei helfen, im Gesamtbild ein ansehnliches Unterhaltungspaket zu schnĂŒren.
Der Trailer zur nĂ€chsten Episode, âEpisode Tenâ (1x10), der Serie âDark Matterâ:
Verfasser: Tim KrĂŒger am Montag, 10. August 2015Dark Matter 1x09 Trailer
(Dark Matter 1x09)
Schauspieler in der Episode Dark Matter 1x09
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