Dark Matter 1x07

Dark Matter 1x07

Gaststar Ruby Rose wirbelt die Crew der Raza gehörig durcheinander. Im Zusammenspiel mit diversen witzigen, aber auch ein paar traurigen Momenten ergibt sich somit die bisher stÀrkste Episode der Staffel.

Ruby Rose in „Dark Matter“ / (c) Syfy
Ruby Rose in „Dark Matter“ / (c) Syfy

In Episode Seven der US-Serie Dark Matter öffnet sich das Tor im Frachtraum der Raza, hinter dem sich nicht nur eine fabrikneue Androidin, sondern auch noch eine ĂŒberraschende Verbindung zu Threes (Anthony Lemke) Vergangenheit verbirgt.

The factory default is set to something called Aussie

Eine Erinnerung von Five (Jodelle Ferland), ausgelöst durch ihren Trip aus der letzten Episode, kommt an die OberflĂ€che. Dadurch fĂ€llt ihr das Passwort fĂŒr den Tresorraum des Schiffs wieder ein, woraufhin sich die Crew versammelt, um den Inhalt des Raums genauestens unter die Lupe zu nehmen.

Dabei entdecken sie nicht nur eine Kiste mit Waffen und eine nicht unerhebliche Menge Geld, mit dem sie dringend benötigte VorrÀte einkaufen und Reparaturen an der Raza finanzieren können. Sie finden zusÀtzlich eine Frau (Natalie Brown) in einer Stasiskammer und eine brandneue Androidin (Ruby Rose).

Sie zögern nicht lange und aktivieren Wendy, ein fortgeschrittenes Entertainmentmodell, und holen gleichzeitig auch die mysteriöse Fremde aus ihrem Tiefschlaf. Diese trÀgt den Namen Sarah und ist eine alte Bekannte von Three (Lemke), der sie vor nicht allzu langer Zeit nach einer fehlgeschlagenen Mission kennenlernte.

Der Grund fĂŒr ihren Tiefschlaf ist allerdings eine tödliche und unheilbare Krankheit, so dass die beiden kaum Zeit haben, sich erneut nĂ€herzukommen. WĂ€hrenddessen entdeckt der Rest der Crew die VorzĂŒge von Wendy, die von beeindruckenden KochkĂŒnsten ĂŒber erwachsenere Freuden kaum WĂŒnsche offenlĂ€sst, wĂ€re da nicht die Kleinigkeit mit der mörderischen Subroutine.

Von einem Mann programmiert, der die Crew der Raza gerne brennen sehen will, ĂŒbernimmt Wendy die Kontrolle des Schiffs und steuert schnurstracks den nĂ€chsten Stern an. Zwar gelingt es der Crew, die gefĂ€hrliche Androidin unschĂ€dlich zu machen und den Kurs zu korrigieren, doch dabei verlieren sie auch die Energiezufuhr der Stasiskammer, in die Three zuvor Sarah gelegt hatte, da ihr Krankheitsbild sich verschlimmert hatte. So ist sie zwar friedlich eingeschlafen, wird allerdings nie wieder aufwachen.

Dunkin' the cosmic donut

In dieser Episode beschĂ€ftigt sich Dark Matter zunĂ€chst mit den Auswirkungen der PrĂ€senz von Wendy (Ruby Rose), die eine gewisse Eifersucht unter manchen Crewmitgliedern auslöst und damit die Dynamik durcheinanderwirbelt. Diese Eifersucht manifestiert sich vor allem in der Schiffsandroidin (Zoie Palmer), die damit zum ersten Mal merklich einer sehr menschlichen Emotion unterliegt. Ihre Suche nach Anerkennung und Aufmerksamkeit kann dem Zuschauer mĂŒhelos das eine oder andere LĂ€cheln entlocken und zeigt dabei gleichzeitig, dass Zoie Palmer nicht nur das Spiel mit den Akzenten beherrscht, sondern dass eine Prise Menschlichkeit die sonst ein wenig zu hölzern wirkende Performance deutlich auflockert.

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Ruby Rose spielt ihre Androidin wesentlich emotionaler, was sicherlich Geschmackssache ist, aber aufgrund der charismatischen Darstellerin (bekannt aus Orange Is the New Black) einen bleibenden Eindruck hinterlĂ€sst. Außerdem hinterlĂ€sst er Hoffnung, trotz des fĂŒr sie ungĂŒnstigen Ausgangs vielleicht noch mehr von ihr hier zu sehen. Schließlich erweist sich die Androidin auch nach dem Verlust ihres Kopfes als hartnĂ€ckige Gegnerin. Der Geschichte um ihren Verrat kann man lediglich vorwerfen, dass dieser nicht sonderlich ĂŒberraschend ist.

GrundsĂ€tzlich wirft Episode Seven etwas mehr Humor als bisher gewohnt in die Waagschale, was dem Ganzen einen lockeren Anstrich verleiht. Dieser zeichnet „Dark Matter“ als leichtverdauliche Unterhaltung aus, die trotzdem gleichzeitig auf Charakterentwicklung setzt und hin und wieder ernste Themen und Fallhöhen aufbaut, ohne dabei bedrĂŒckend zu wirken.

Das Hauptaugenmerk liegt in dieser Folge auf einer der grundsĂ€tzlichen Fragen der Serie: Sind wir von Natur aus gut oder böse oder lediglich eine Summe unserer Taten und Erinnerungen? Bisher wurde das Potential der Figur von Three nur angedeutet, doch die Zeit, welche diese Episode in ihn investiert wird, erweist sich als Volltreffer. Es mag zwar fĂŒr die meisten klar gewesen sein, dass hinter der schroffen Schicht noch ein weicherer Kern liegt, aber die diesbezĂŒgliche Umsetzung innerhalb der Folge drĂŒckt einfach die richtigen Knöpfe beim Zuschauer.

Szenenbild aus der siebten Episode %26bdquo;Dark Matter%26ldquo; © Syfy
Szenenbild aus der siebten Episode %26bdquo;Dark Matter%26ldquo; © Syfy

Entgegen der Aussage von Two (Melissa O'Neil) ist er eben doch kein unkomplizierter Charakter, der zudem im Zusammenspiel mit Sarah (Natalie Brown) gut harmoniert. Bisher haben wir zu allen Figuren bis auf One (Marc Bendavid) und Two gewisse Hintergrundinformationen bekommen, deren Hin und Her in ihrer Beziehung einem die Worte „Space Opera“ ins Bewusstsein rufen. FĂŒr beide sind manipulative CharakterzĂŒge kein Neuland, so erscheint es möglich, dass sich im Gegensatz zu den anderen Crewmitgliedern WesenszĂŒge verbergen könnten, die sich definitiv nicht mit den ersten EindrĂŒcken ihrer Figuren decken. Neben dem angesprochenen Unterhaltungsfaktor sind es diese möglichen Spekulationen, die momentan den zusĂ€tzlichen Reiz der Serie ausmachen.

Fazit

Die Mischung aus Charakterentwicklung, Drama sowie lockerem Humor sorgt dafĂŒr, dass Episode Seven die bisher beste Dark Matter-Folge der Staffel ist. Gerade der in dieser Folge omniprĂ€sente lockere Unterton steht der Serie wirklich gut und wirkt zu keiner Zeit aufgezwungen. Doch der ausschlaggebende Faktor fĂŒr die Folge war die gelungen ausgearbeitete Hintergrundgeschichte von Three und Sarah, die der Figur von Anthony Lemke eine dringend benötigte neue Schicht verlieh, was ihn dadurch zu einem der interessantesten Charaktere der Serie befördert.

Sicherlich leiht sich „Dark Matter“ nach wie vor einige Elemente bei anderen Serien und benutzt immer wieder bekannte Tropen, doch langsam scheint man den richtigen Rhythmus und die eigene Persönlichkeit zu finden, indem vorwiegend die Schiffcrew mehr Profil bekommt. Auch wenn es sicherlich an vielen Stellen noch etwas zu verbessen gibt, ist man auf einem guten Weg, denn das Wichtigste ist auch in dieser Episode gegeben: Sie unterhĂ€lt ĂŒber die gesamte LĂ€nge.

Der Trailer zur nĂ€chsten Episode, „Episode eight“ (1x08), der US-Serie „Dark Matter“:

Verfasser: Tim KrĂŒger am Montag, 27. Juli 2015

Dark Matter 1x07 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 7
(Dark Matter 1x07)
Deutscher Titel der Episode
Episode Sieben
Titel der Episode im Original
Episode Seven
Erstausstrahlung der Episode in Kanada
Freitag, 24. Juli 2015 (Syfy)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 27. Juli 2015
Regisseur
Bruce McDonald

Schauspieler in der Episode Dark Matter 1x07

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