Dark Matter 1x05

Eine Bergungsmission fĂŒhrt die Crew auf ein nach einer Explosion verlassen wirkendes Raumschiff. Bald mĂŒssen sie jedoch feststellen, dass sie doch nicht allein an Bord sind und dass die Ăberlebenden die Bezeichnung als solche im klassischen Sinn nicht völlig verdienen.
Um verlassen wirkende Raumschiffe mit âHorizonâ im Namen sollte man anscheinend eher einen Bogen machen. Um sich mit ihrem ehemaligen Auftraggeber wieder gut zu stellen, nimmt die Crew der Raza eine Bergungsmission an, die sie auf den ramponierten Frachter Far Horizon fĂŒhrt. An Bord des Schiffes erwarten sie zu ihrer Ăberraschung die hungrigen und aggressiven Crewmitglieder des unheimlichen Kreuzers, die offensichtlich aufgrund eines Virus' in das Lager der âvermindert Lebendenâ hinĂŒbergewechselt sind.
The Far Horizon went too far
Nach dem Fiasko auf der Raumstation hĂ€ngt der Pleitegeier immer noch deutlich ĂŒber der Besatzung der Raza. Deswegen nehmen sie eine Mission ihres ehemaligen Auftraggebers beziehungsweise Vermittlers (David Hewlett) an, welche sie gleichzeitig wieder mit dem GroĂkonzern versöhnen soll, dem sie in Episode Two auf die FĂŒĂe getreten sind.
Doch an Bord der Far Horizon ist es nicht nur aufgrund der drohenden radioaktiven Strahlung und der spĂ€rlichen Beleuchtung ungemĂŒtlich, denn die ehemalige Crew lĂ€sst sich zweifelsfrei als Zombies klassifizieren, inklusive des damit einhergehenden Hangs zum Kannibalismus sowie den ĂŒblichen Artikulationsproblemen. Diese spezielle Sorte ist zudem auch noch vergleichsweise Flink zu FuĂ unterwegs.
Dass diese auch wie die meisten ihrer Kollegen eine ordentliche Portion Hunger mit sich bringen, findet Two (Melissa O'Neil) auf schmerzhafte Weise heraus. WÀhrend sie nach kurzer Diskussion von Four (Alex Mallari Jr.) und Six (Roger Cross) auf die improvisierte QuarantÀnestation der Raza gebracht wird, streifen One (Marc Bendavid) und Three (Anthony Lemke) aufgrund von technischen Kommunikationsproblemen immer noch auf Erkundungstour durch die GÀnge des Schiffs.
Diese versuchen, sich der hungrigen Meute mittels Waffengewalt zu entledigen, doch die Kugeln der bleispeienden MeinungsverstĂ€rker sorgen fĂŒr nicht unwesentliche Löcher in der ohnehin schon angeschlagenen SchiffshĂŒlle, sodass sie sich selbst ihren RĂŒckweg abschneiden mĂŒssen, um nicht ins All hinausgesaugt zu werden. SchlieĂlich gelingt es ihnen jedoch, sich einen alternativen Weg mitten durch eine Horde Untoter zu bahnen um anschlieĂend von Six per Shuttle aus der Gefahrenzone gebracht zu werden.
Obwohl Two zunÀchst mit dem Virus infiziert gewesen scheint, sind nach der zweiten Untersuchung keine Anzeichen der Krankheit mehr bei ihr nachzuweisen, sodass sie die Station verlassen kann. Kurze Zeit spÀter stellt sie fest, dass ihre klaffende Wunde bereits so schnell verheilt ist, als hÀtte sie niemals auch nur einen Kratzer abbekommen.
Dead Space
Ein verlassenes Schiff, gedimmtes Licht, schaurige GerÀusche aus dem Gang nebenan. Kurzum: Ein Horrorszenario mit Zombies im Weltraum. Das klingt zunÀchst doch ganz gut, zumal dies dann mit den bisher typischen Interaktionen der Figuren gemischt wird. Die Crew der Raza lernt mittlerweile langsam aber sicher zusammenzuarbeiten, was erneut vornehmlich PÀrchenweise geschieht.
One (Marc Bendavid) und Three (Anthony Lemke) bildeten erneut ein Team, wobei gerade Three in seiner Entwicklung einen Schritt nach vorne machte. Im Grunde genommen ist es bereits klar, dass hinter der schroffen Fassade jemand steckt, dem seine Mitmenschen nicht völlig egal sind. Interessant ist in diesem Zusammenhang sein VerhÀltnis zu Two (Melissa O'Neil), bei dem ich zunÀchst damit rechnete, dass der Eindruck den One zunÀchst von den beiden bekam, ein MissverstÀndnis hÀtte sein können.
Umso ĂŒberraschender war es, dass sie sich spĂ€ter tatsĂ€chlich quasi an den Hals von Three schmeiĂt und er, nachdem er in den Folgen zuvor, was Frauen betraf, nicht sonderlich wĂ€hlerisch wirkte, ihr Angebot ablehnt. War es aus Respekt gegenĂŒber One, nachdem dieser ihm das Leben gerettet hat, oder hatte er möglicherweise noch Angst vor einer Infektion mit dem Zombievirus?

Die Heilung der Wunde von Two in Rekordzeit lĂ€sst Raum fĂŒr Spekulationen offen: Sind diese RegenerationskrĂ€fte auch bei anderen Crewmitgliedern vorhanden? Six (Roger Cross) musste seine Verletzung in der letzten Episode Ă€rztlich versorgen lassen. Der Virus wurde ursprĂŒnglich mit dem Ziel der Unsterblichkeit entwickelt, kann die Infektion die gewollten KrĂ€fte in ihr freigesetzt haben, wĂ€hrend der GroĂteil der unfreiwilligen Probanden sich Menschenfresser verwandelt? Auf gewisse Art weckt diese Möglichkeit Erinnerungen an den Reaver-Effekt aus „Serenity“.
Viele Crewmitglieder machen in dieser Episode kleine Fortschritte, wie zum Beispiel Two und Five (Jodelle Ferland), die aufgrund der UmstĂ€nde die Ereignisse aus dem Casino aus der letzten Episode besprechen, wĂ€hrend Six selbstlos sein Leben fĂŒr die anderen Crewmitglieder aufs Spiel setzt. Selbst die Androidin (Zoie Palmer) gab bei ihrer Suche nach einem Ausweg fĂŒr One und Three nicht auf und konnte zudem punkten, indem sie auf ihre unbedarfte Art versuchte, Five beim Wort zu nehmen: „Do you think I could drag you away for a sec?“
Trotzdem verschenkt Dark Matter auch diese Episode ein wenig Potenzial. Mit dem Zombie-Szenario muss man das Rad nicht neu erfinden, solange diese PrÀmisse spannend umgesetzt wird. Hier hÀtte vielleicht ein Tracking Shot wÀhrend der Suche nach der Quelle der ZombiegerÀusche Abhilfe geschafft, oder man hÀtte eine deutlichere Orientierung des Zuschauers innerhalb des Schiffs aufbauen können um ein wenig Klaustrophobie zu erzeugen und AtmosphÀre zu etablieren. Zumindest war da noch etwas mehr möglich, als letztendlich umgesetzt wurde.
Zudem ist das Geheimnis um den verschlossenen Raum durchaus interessant, aber da die Figuren 5 Minuten ratlos und ohne Ergebnis davor stehen, verlÀuft dieser Teil innerhalb der Episode schon ein wenig im Sand.

Wieder einmal werden einige neue kleine RĂ€tsel wie etwa Fives Fund des StĂŒcks, welches ein Teil einer Maschine zu sein scheint, die Tore zu neuen Dimensionen öffnen könnte, eingestreut. Dies eröffnet wiederum ein unglaublich breites Spektrum an Theorien und Möglichkeiten, den weiteren Handlungsverlauf zu gestalten.
Fazit
Dark Matter braucht momentan vor allem Zeit und Geduld seitens des Zuschauers. Es werden immer noch weitere RĂ€tselelemente aufgebaut und eingefĂŒhrt, die auch in naher Zukunft wahrscheinlich noch nicht aufgelöst werden. WĂ€hrenddessen entwickeln sich die Figuren langsam aber stetig weiter, sodass wir die Charaktere immer besser kennen lernen. Es bleibt zu hoffen, dass bei den vielen Mysterien die Ăbersicht nicht flöten geht und die dementsprechenden HandlungsstrĂ€nge vielversprechend weiterentwickelt und vor allem auch aufgelöst werden, ohne dass sich die Autoren dabei verstricken.
Der Trailer zur nĂ€chsten Episode âDark Matterâ:
Verfasser: Tim KrĂŒger am Dienstag, 14. Juli 2015Dark Matter 1x05 Trailer
(Dark Matter 1x05)
Schauspieler in der Episode Dark Matter 1x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?