Das Horrorkind aus dem Film Das Omen ist erwachsen geworden. In der Serie Damien treffen wir ihn als jungen Kriegsfotografen wieder, der seine Vergangenheit vergessen hat und für das Gute einsteht. Bis sich seltsame, oft tödliche Ereignisse um ihn herum aneinanderreihen...

Cast der US-Serie „Damien“ / (c) A&E
Cast der US-Serie „Damien“ / (c) A&E

Damien ist in der Pilotepisode The Beast Rises der Mann, der im Kriegsgetümmel von Damaskus zwischen Rauchbomben und um sich schlagenden Soldaten zurückläuft, um alten Frauen aufzuhelfen. Ebenso, wie man sich den Antichristen nicht unbedingt vorstellt. Doch dann landen wir in der Pilotepisode der neuen A&E-Serie schnell wieder im Klischee, als eine der alten Frauen ihre Augen verdreht und ihm kryptische Mitteilungen gibt, während sie ihre Hände um seinen Kopf legt.

Worum es geht

Der Kriegsfotograf Damien (Bradley James, Merlin) ist mit seinen befreundeten Kollegen Amani (Omid Abtahi, Those Who Kill) und Kelly (Tiffany Hines, Nikita) in Damaskus unterwegs und gerät in einen Angriff. Im Getümmel hilft er einer alten Frau, die zum Dank ihre Augen in den Hinterkopf dreht und die Erinnerungen an die verschüttet geglaubte Kindheit des Mannes in dessen Kopf zurückholt. Doch bevor er weitere Informationen von der Fremden bekommen kann, wird sie erschossen.

Wir begleiten ihn ein paar Tage später nach New York, wo er seiner begeisterten Verlegerin seine Fotos vorführt, doch er selbst kann nur an eins denken: wie er schnellstmöglich zurück in den Nahen Osten kehren kann, um mehr über seine mysteriöse Begegnung zu erfahren. Doch blöderweise hat er ein Einreiseverbot für Syrien bekommen.

Er sucht Hilfe bei Kelly, die immer noch vor Ort ist - und die willigt auch ein, allerdings ein bisschen widerwillig, denn offenbar wurde sie von Damien jüngst versetzt und hat das noch nicht verdaut. Als er versucht, über Cray (Cody Thompson) doch noch einen Weg nach Syrien zu finden, trifft er in gediegenem Ambiente auf Ann Rutledge (Barbara Hershey, Once Upon a Time). Sie offenbart ihm, dass sie ihn und seinen verstorbenen Vater vor langer Zeit kannte, kurz bevor sie ebenfalls anfängt, kryptisch auf ihn einzureden. Doch sie hat auch Antworten parat - auch wenn die wiederum mehr Fragen aufwerfen, als vorher existierten: Durch die Blume sagt sie ihm, dass sie seit langem über ihn wacht.

Kurz darauf wirft ein Aufeinandertreffen mit einem Höllenhund während einer Joggingrunde im Wald weitere Erinnerungsbausteine an eine seltsame Kindheit auf. Dank Kelly findet er heraus, was die Frau in Syrien ihm gesagt hat, an seinem 30. Geburtstag. Es geht um den Antichristen. Doch das interessiert den Angesprochenen für den Moment weniger als seine plötzlichen Kindheitserinnerungen. In der Wohnung von Kelly lernt er deren Schwester Simone (Megalyn Echikunwoke; The 4400, CSI: Miami) kennen. In seiner eigenen Wohnung (einem stilvoll verkommenen Loft, natürlich) übergibt Kelly ihm kurz darauf alte Zeitungsausschnitte, die Aufschluss über Damiens Kindheit geben sollen.

Gemeinsam besuchen sie einen Mann, der seinen Vater kannte. Doch der hat weniger Anekdoten als vielmehr gruselige Warnungen zu geben, die allesamt mit dem Fürst des Bösen zu tun haben. Damien glaubt, es handele sich um Zeitverschwendung, doch der arme Mann muss die Begegnung mit dem jungen Fotografen teuer bezahlen, da die Höllenhunde kurz darauf über ihn herfallen.

Doch der Mann im Zentrum weigert sich weiterhin, an das System aus Gott und Teufel zu glauben. Als dann jedoch die Todesnachricht des Professors kommt, sieht auch Damien den Zusammenhang ein und begeht einen Kardinalsfehler des Genres: Weil er um ihre Sicherheit besorgt ist, wenn sie mit ihm Kontakt hält, schmeißt er Kelly raus und sorgt damit dafür, dass das Böse nun Gelegenheit hat, alleine über sie herzufallen. Und so kommt die Fotografin ums Leben und Damien findet in ihrer Schwester eine Mitkämpferin.

Doch zunächst kommt die Kirche ins Spiel. Zwei altehrwürdige Priester tauschen sich entsetzt über den Tod des Professors und den Werdegang Damiens aus, als der selbst vor dem Altar Antworten von Gott sucht. Stattdessen findet er allerdings das Symbol des Höllenfürsten auf seiner Kopfhaut und die mysteriöse Alte aus Damaskus auf allen Bildern seiner Vergangenheit.

Wie kommt es rüber?

Aus dem Horrorkind des Films „Das Omen“ ist ein aufrichtiger junger Mann geworden, der in Kriegszonen Menschen rettet und sich für diejenigen engagiert, die sich nicht selbst helfen können. Wir erfahren, dass er seine Kindheit vergessen hat und entsetzt ist, als die tödlichen Ereignisse einsetzen. Sein 30. Geburtstag - so erfahren wir von der Figur selbst - ist der Startschuss für eine erneute Verbindung mit dem Bösen. Um ihn herum beginnen die Menschen zu sterben wie die Fliegen und Damien selbst bleibt verzweifelt zurück. Er ist also nicht der Inbegriff des Bösen, sondern ein aufrichtiger Fotograf mit Herz und sozialem Verantwortungsgefühl.

In der Pilotepisode The Beast Rises deutet nichts darauf hin, dass er sich nun verändern wird. Stattdessen scheint das Böse von Außen zu kommen und ihn ebenso zu ängstigen wie alle anderen. Aus der Geschichte der Ausgeburt des Bösen ist also der grundlegende Kampf Bestimmung gegen freien Willen geworden. Auch wenn man nicht sagen kann, dass Damien in der Pilotepisode kämpft. Er stolpert von einem Tatort zum nächsten und als er zum einzigen Mal die Initiative ergreift, liefert er Kelly dem Bösen aus Versehen erst aus, statt sie zu schützen.

Viel lässt sich noch nicht schließen aus der ersten Episode, zumindest über die Art der Serie, die Damien sein will. Bisher scheint es vor allem so zu laufen: Wir begleiten einen Mann mit einem mehr oder weniger durchschnittlichen Leben durch die Erkenntnis, der Antichrist zu sein. Dabei treffen wir auf verschiedene Lager, darunter gleich zwei mysteriöse Frauen, die ihn zu begleiten scheinen, das Lager der Kirche, deren Priester mehr über den Satan wissen, als sie öffentlich zugeben und auch den einen oder anderen, den Damien unterwegs kennenlernt, so wie die Schwester seiner Freundin.

Fazit

Der Fokus der Serie Damien liegt bisher weniger auf Charakter-, sondern mehr auf Thriller- und Horrorelementen. Der Kampf zwischen Gut und Böse, den Damien in Personalunion ausfechtet, ist in der Pilotepisode wenig von inneren Gewissenskonflikten geprägt. Im Vordergrund stehen große Verschwörungen, unterstützt von einer passenden Ästhetik. Damien pendelt zwischen Kriegsgebieten, altehrwürdigen Hallen voller Pomp und Kirchenkunst und seinem eigenen kargen, aber nicht weniger künstlerischen Loft. Gregorianische Mönchschöre und mystisch anmutende Altare vermutlich orthodoxer Christen im Kriegsgebiet von Damaskus ergeben eine dichte Atmosphäre. Die Story bleibt dagegen noch ein bisschen blass, aber dies ist ja auch erst die Pilotepisode.

Trailer zur US-Serie „Damien“:

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