Dads 1x01

Dads 1x01

FOX probiert es - obwohl die letzten Versuche mit diesem Comedyformat allesamt gescheitert waren - mit Dads wieder einmal mit einer altbackenen Multi-Kamera-Comedy. Das von Seth MacFarlane produzierte Format hat allerdings reichlich Probleme, witzig zu sein.

Der Cast der US-Sitcom „Dads“ / (c) FOX
Der Cast der US-Sitcom „Dads“ / (c) FOX

Bereits vor dem Start der neuen FOX-Comedy Dads war das Format in aller Munde. US-Kritiker, die die Episoden vorab sehen und besprechen konnten, nannten die neue Serie, die zwar von Family Guy-Schöpfer Seth MacFarlane produziert wird, aber sonst kreativ nichts mit ihm zu tun hat, rassistisch und sexistisch. Eine Ansicht, die man nach der Sichtung des Piloten teilen kann, auch wenn der Ausmaß dieser Verfehlungen „nur“ auf etwa ein Zehntel der Lauflänge des Piloten zutrifft. Was viel gravierender ist: Anders als es die Lacher des Studiopublikums suggerieren wollen, sucht man vergeblich nach treffsicherem Humor.

Prämisse von „Dads“

Die Multi-Kamera-Sitcom Dads handelt von den beiden erfolgreichen Unternehmern Eli (Seth Green; Robot Chicken, Family Guy, Buffy the Vampire Slayer) und Warner (Giovanni Ribisi; „Avatar“, „Ted“). Die Mittdreißiger leiten den erfolgreichen Videospielentwickler „Ghost Child Studios“, das solche Titel wie „Kill Hitler“ im Angebot hat und basierend auf dem Erfolg erst kürzlich in größere Büroräume umgezogen ist.

Während Warner mit seiner Frau in einem schönen Haus lebt, das inzwischen auch dessen Vater Crawford (Martin Mull) beherbergt, ist Eli ein Musterbeispiel für einen Junggesellen mit viel Geld. Er wohnt in einem Loft mit allerhand Luxus.

Elis Geburtstag steht ins Haus und zu diesem Anlass kündigt dessen Vater David (Peter Riegert) seinen Besuch an und verbockt damit zugleich die eigentlich als Überraschung angedachte Feier. Bald stellt sich heraus, dass David Probleme hatte, seine Wohnung zu erhalten und nun vorerst obdachlos ist. Das verschweigt er seinem Sohn allerdings bis zum letzten Moment.

Zwischenzeitlich sorgen beide Väter für chaotische Verhältnisse, peinliche Situationen und im schlimmsten Fall machen sie sogar das Geschäft der beiden Söhne kaputt respektive glauben nicht daran.

Auf der Arbeit versuchen Eli und Warner derweil, ein Geschäft mit chinesischen Investoren abzuschließen. Eigens dafür „darf“ sich Veronica (Brenda Song, The Suite Life of Zack and Cody) als sexy angezogenes Schulmädchen verkleiden, um die Verhandlungen zugunsten der Videospieldesigner zu verschieben. Während der Deal unter Dach und Fach zu sein scheint, verhindert David mit seinen deutlich hörbaren beleidigenden Aussagen jedoch einen Vertragsabschluss. Durch ein „Dickpic“, also das Foto eines männlichen Geschlechtsteils, das Veronica von einem Asiaten auf ihr Handy geschickt bekommt, gelingt es zum Ende der Episode jedoch noch, den Spieß umzudrehen und Veronica rettet den Tag. Auch Elis Vater darf nach seinem Geständnis dann bei ihm einziehen.

Kritik

Dads erinnert an die Verkehrung einer anderen uninspirierten Multi-Kamera-Comedy, die vor ein paar Jahren nur kurz auf Sendung war: $#*! My Dad Says. Dort musste der Sohn aufgrund der Wirtschaftskrise bei seinem griesgrämigen alten Herrn einziehen. Bei der neuen FOX-Comedy sind es nun gleich zwei Väter, die bei ihren Söhnen unterkommen müssen - und das unter fragwürdigen Umständen. Denn, wenn die Firma, die sie betreiben, doch so erfolgreich ist, dass sie expandiert, warum mieten sie den jeweiligen alten Herren nicht einfach ein kleines günstiges Apartment? Zumal sich die Söhne ja, wenn man sich die Domizile anschaut, anscheinend einiges leisten können. So viel zur ersten großen und auffälligen Logiklücke, die man in Kauf nehmen muss, wenn man die Prämisse akzeptieren will.

Aber auch sonst stellt sich nach der Sichtung des Piloten nicht das Gefühl ein, als würde man irgendetwas verpassen, wenn man die folgenden Episoden einfach ignoriert. Dabei sind vor allem Seth Green und Giovanni Ribisi sehr viel besser als das müde und abgedroschene Material, das man ihnen zur Verfügung stellt. Außerdem wirkt das Multi-Kamera-Format überall außer bei CBS und TV Land komplett fehl am Platz (wobei man auch darüber diskutieren könnte, ob es inzwischen nicht ohnehin ausgedient hat).

Der Grund für das Überleben sind sicherlich die beiden Einschaltquotenprimusse The Big Bang Theory und Two And A Half Men (und mit Abstrichen 2 Broke Girls und Mike & Molly). Allesamt beweisen sie eindrucksvoll, dass die schon etwas in die Jahre gekommene Zuschauerschaft von CBS durchaus zum Einschalten bereit ist und so die Werbekassen klingeln lässt. Aber: Bei FOX ist das Format allein auf weiter Flur in einem Programmblock aus drei deutlich moderneren Single-Kamera-Comedys (New Girl, The Mindy Project und Brooklyn Nine-Nine).

Da Green und Ribisi mit anderen Projekten im Film- und Serienbereich gut beschäftigt sein sollten, könnte das damit begründet sein, dass man innerhalb eines Tages schnell einmal eine Episode vor Publikum runterdrehen kann, während Single-Kamera-Formate aufwendiger sind. Nur leider sorgte die Pilotepisode beim Rezensenten für kein einziges Lachen, Schmunzeln oder Kichern. Nichts. Etwas Tödlicheres kann es für eine Comedy kaum geben.

Der Meinung des Rezensenten nach wurde die Debatte und Kritik an rassistischen und sexistischen Inhalten im Serienpiloten jedenfalls etwas aufgebauscht. Angeblich gab es laut einiger Quellen, wie zum Beispiel Buzzfeed, allerdings eine Vorabversion für Kritiker, die wohl noch etwas expliziter und derber in dieser Hinsicht war. Sicher können solche Gags häufig abgedroschen, unkreativ und nervig sein - allerdings stimmt hier das Gesamtpaket der Serie einfach nicht.

Wahrscheinlich wird man sie bald einfach vergessen haben, es sei denn in den verbleibenden Episoden geschieht ein nicht erahntes Einschaltquotenwunder. Schon bald muss man nämlich nicht nur gegen NCIS, sondern auch gegen Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. in die Quotenschlacht ziehen. Dass FOX da den Kürzeren ziehen könnte, scheint nicht unwahrscheinlich. Zumindest war das Anschauen nicht ganz so schmerzhaft wie beim Totalausfall Work It, den ABC vor einiger Zeit im Programm hatte „36921“.

Betonen - oder besser gesagt warnen - muss man auch erneut, dass Seth MacFarlane bis auf das Hinhalten seines Namens als Executive Producer und dem Bereitstellen derselben Schriftart, die man bei dessen Megaerfolg „Ted“ benutzt hat, rein gar nichts mit der Serie zu tun hat. Wer sich also als Fan von Family Guy oder American Dad auf die Comedy gefreut hat, wird wahrscheinlich ebenfalls enttäuscht werden.

Fazit

Wenn das Beste an einem Serienpiloten der launige Vorspannsong ist, dann läuft etwas falsch. Schade um einige der eigentlich talentierten Beteiligten, die aus dem bescheidenen Material kaum etwas herausholen können. Der Serienpilot von Dads ist völlig uninspirierte Multi-Kamera-Ware, die nicht lange in Erinnerung bleiben wird - und wahrscheinlich auch nicht allzu lange auf Sendung bleibt.

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 18. September 2013
Episode
Staffel 1, Episode 1
(Dads 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Väter
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 17. September 2013 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 29. Juni 2015
Autoren
Alec Sulkin, Wellesley Wild
Regisseur
Mark Cendrowski

Schauspieler in der Episode Dads 1x01

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