CSI: Miami 8x24

"Ring Around the Rosie" - die Reime eines Kinderliedes sind das Erste, was wir im Finale All Fall Down hören. Und wir sehen das singende Mädchen, dessen Mutter gerade den Abwasch erledigt - bevor sie selbst von einem Scharfschützen erledigt wird. Man spürt das Unheimliche nahen, so auch das CSI-Team. Seine Mitglieder erhalten jeweils einen Brief, in dem sich nur ausgeschnittene Bildteile befinden. Als die Ermittler die Teile zusammenpuzzeln, ergibt sich das Bild, das wir in der nächsten Einstellung „live“ sehen: Eine Frau, die abwäscht - mit einer Zielscheibe zwischen den Augen.
Dann fällt der Schuss und CSI trifft zu spät ein. Ab diesen Zeitpunkt beginnt in diesem temporeichen Finale ein Spielchen mit einem Serienmörder, das das Team aus Miami nicht gewinnen wird. Genau wie bei den anderen CSIs lernen wir auch hier am Ende den Serienmörder kennen, der das Team die ganze Zeit raffiniert an der Nase herumführt. Diese Tatsache sorgt für weitere zwei Opfer und für einen Cliffhanger, der sehr gut mit dem Anfang der Episode und dem Titel harmoniert: „They All Fall Down!“ So singt die Mädchenstimme und so steht es in dem letzten Brief, der an Horatio (David Caruso) adressiert ist.
Gleichzeitig sehen wir, wie alle im Labor und darunter zwei Drittel des Teams plötzlich zusammenbrechen. Delko (Adam Rodriguez), der gerade aus dem Fahrstuhl steigt, beobachtet mit Entsetzen die bewegungslosen Kollegen: Sind sie alle tot? Wenn es um eine Ansteckung geht, warum wurde Delko verschont? Oder Horatio? Oder sind nur die betroffen, die die Briefe angefasst haben?
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In diesem Jahr servieren uns alle drei CSI-Serien ähnliche Storys in ihren Schlussepisoden: Storys um Serienmörder. Storys, die Ermittler dazu zwingen, kriminalistische Puzzeln zu lösen. Und genau das ist die Wendung, die CSI: Miami in der achten Staffel nahm. Die Serie bewegte sich etwas weg vom persönlichen Seifenoperdrama und von Rachenfeldzügen gegen das organisierte Verbrechen und besann sich auf alte Stärken, auf Horatio im weißen Laborkittel, auf spannende Fälle und das sparsame Erzählen der persönlichen Dramen, so wie zum Beispiel in Natalias (Eva La Rue) Fall.
Trotzdem vermittelte diese achte Staffel den Eindruck, dass sich CSI: Miami Richtung sein Schwanenlied begibt. Die Entscheidung des Senders, die Serie auf den Sonntag zu verschieben, ist ein deutliches Indiz dafür. CSI: Miami führte erfolgreich drei neue Figuren ein, aber fand irgendwie nicht die Zeit oder auch die Geschichten, um sie auszubauen. Stattdessen konzentrierte man sich schon wieder auf die Delko-Calleigh-Lovestory. Zum Glück entschieden sich die Autoren, die beiden endgültig zusammenzubringen und Delko weitestgehend als Gastfigur zu benutzen. Aber man musste dem Wunsch der Adam Rodriguez-Fans nachgeben und ihn wieder „full time“ zurückbringen.
Obwohl ich kein Fan des Delko-Calleigh-Dramas bin, muss ich zugeben, dass sein Wiederkommen erfolgreich über die Bühne und sehr geschickt in Zusammenhang mit dem großen Korruptionsskandal gebracht wurde, der Rebecca Nevins das Leben kostete. Dafür wurde Rick Stetler, der seit Jahren dem Team etliche Steine in den Weg legte und Horatio etliche persönliche Probleme bereitete, endlich aus dem Bild geschafft und hinter Gitter gebracht. Danke dafür!
Der wirkliche Cliffhanger hier ist die Frage, ob das Zurückkommen von Rodriguez aus finanziellen Produktionsgründen eines der anderen Team-Mitglieder das Leben kosten wird? Das werden wir im Herbst erfahren, aber ich glaube persönlich nicht, dass CSI: Miami viele Geschichten zu erzählen geblieben sind, weshalb sich die Autoren in Richtung eines würdigen Abschlusses orientieren sollten.
Verfasser: Vladislav Tinchev am Sonntag, 30. Mai 2010(CSI: Miami 8x24)
Schauspieler in der Episode CSI: Miami 8x24
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?