Crooks 1x01

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Das passiert in der Folge âDer Pantherâ der Serie âCrooks
Der ehemalige Safeknacker Charly (Frederick Lau lebt in Crooks ein beschauliches und ruhiges Leben mit seiner Frau Samira (Svenja Jung und Sohn Jonas (Jonathan Tittel). Das Familienidyll wird aber jĂ€h gestört, als plötzlich sein alter Partner auftaucht und ihn zu einem Job der besonderen Art zwingt. Er soll in den unter einem Nagelstudio liegenden Tresorraum des gefĂ€hrlichen Al-Walid-Clans einbrechen und dort im Auftrag der österreichischen Gangsterfamilie Bachofner eine unbezahlbare MĂŒnze stehlen.
ZunĂ€chst scheint alles glatt zu gehen, bis der MĂŒnzendieb Karim (Veysel Gelin auftaucht, um seinen Bruder, und damit den Chef der Al- Walids, zu beklauen. Als er Charly und seinen Kumpanen auf frischer Tat erwischt, kommt es zu einem Kampf, bei dem Karim stirbt. Von nun werden Charly und seine Mitstreiter gnadenlos durch ganz Europa gejagt. Dabei fliehen sie nicht nur vor dem arabischen Clan, denn Bachofner will unter allen UmstĂ€nden die wertvolle MĂŒnze. Und die französische Mafia aus Marseille hat auch noch ein Wörtchen mitzureden.
atemlos rasant
Um es direkt vorwegzunehmen: „Crooks“ macht als Serie richtig viel SpaĂ. Die Geschichte um den ehemaligen Tresorknacker Charly beginnt actionreich, geht mit familiĂ€rer Eintracht weiter und kulminiert schlieĂlich in einem atemberaubenden, dramatischen Finale. Viel mehr kann man von einer derartigen Produktion kaum erwarten. TatsĂ€chlich brauchen sich das Autoren-Trio Marvin Kren, Benjamin Hessler, Georg Lippert und Regisseur CĂŒneyt Kaya (in Zusammenarbeit mit Marvin Kren) ausgehend von der Pilotfolge nicht hinter der internationalen Konkurrenz zu verstecken.
Denn was Wiedemann & Berg Film als Produktionsfirma hier abliefert, ist tatsĂ€chlich aller Ehren wert. Da wĂ€re zunĂ€chst einmal der geschickte strukturelle Aufbau der DebĂŒtfolge. In den ersten Minuten erleben wir, wie die Al-Walid-BrĂŒder Karim und Tarek in einem packend inszenierten Ăberfall eine wertvolle MĂŒnze erbeuten.
Lassen wir es einmal dahingestellt, ob die Szene an sich realistisch ist, denn dieses Problem haben letztlich viele Actionserien. Rasant und spaĂig ist das Ganze dennoch, zumal damit auch gleich die Ausgangslage festgezurrt ist. Nach der kurz-knackigen Einblendung des Serientitels geht es dann zunĂ€chst einmal beschaulich weiter. Der Familienvater Charly schlendert mit Frau und Kind durch den Zoo und genieĂt einen schönen Tag.
Doch auch diese Situation ist nicht so harmlos, wie sie auf den ersten Blick scheint. Davon abgesehen, dass die Serienmacher an dieser Stelle geschickt das Tempo herausnehmen, stellen sie uns die Hauptfigur und ihre FĂ€higkeiten mittels eines netten Kniffs vor. Weil Sohnemann Jonas Langeweile hat, knackt Charly kurzerhand die TĂŒr zum gesperrten Raubtiergehege und verschafft seinem Sprössling damit einen Exklusivbesuch.
Die Frage, warum ein unscheinbarer Mann wie er ĂŒber derartig spezielle FĂ€higkeiten verfĂŒgt, beantworten Hessler, Lippert und Kren bereits in der nĂ€chsten Szene. Charly ist Inhaber eines SchlĂŒsseldienstes. Erfreulicherweise - und nicht spannungsarm in den Plot integriert - ist das aber nur die halbe Wahrheit. Denn schon kurz darauf erfahren wir, dass er seine FĂ€higkeiten Jahre zuvor als Safeknacker eingesetzt hatte, was nun in einer Erpressung seitens eines alten Partners mĂŒndet.
Vom Cold Open bis zu diesem Moment sind gerade einmal knapp zehn Minuten vergangen, was fĂŒr die dichte ErzĂ€hlweise der Serie spricht. Von nun an kommt das Publikum nĂ€mlich nicht mehr zur Ruhe, denn Charly wird letztlich erpresst und hat keine andere Wahl, als sich auf einen letzten Coup einzulassen.
Drei ErzÀhlstrÀnge
Den bisherigen zwei ErzĂ€hlstrĂ€ngen um ihn und die MĂŒnzenrĂ€uber schlieĂt sich noch ein weiterer an, als wir den Wiener Taxifahrer Joseph (Christoph Krutzler) kennenlernen, der gerade die Prostituierte Alina (Klara Mucci) zu einem unangenehmen Auftrag fĂ€hrt. In Wirklichkeit ist das TaxigeschĂ€ft indes nur eine Tarnung, denn Joseph arbeitet fĂŒr die Bachofners, die unumstrittenen Herrscher im Wiener Rotlichtmilieu.
Die ZusammenfĂŒhrung der drei Ebenen gelingt auf stimmige und höchst unterhaltsame Weise. Es stellt sich nĂ€mlich heraus, dass Charly ausgerechnet in einen Safe-Bunker des Al-Walid-Clans einbrechen soll, in dem die im Teaser gezeigte unbezahlbare MĂŒnze lagert. Diese will wiederum der zukĂŒnftige Pate der Bachofners (Karl Welunschek fĂŒr seinen im Sterben liegenden Vater (Branko Samarovski) ergattern.
Aus der Konstellation ergibt sich nicht nur ein starkes Spannungsmoment, das in einem dramatischen Finale mĂŒndet, sondern auch die ein oder andere actionreiche Szene mit witzigen Dialogen, die die Episode ansprechend aufpeppen.
Technisches
Der gute Ersteindruck setzt sich in der audiovisuellen Aufbereitung von „Crooks“ nahtlos fort. Wenn Charly den Safe im Keller des Nagelstudios knackt, gewĂ€hren uns die Serienmacher beispielsweise einen toll gemachten Einblick ins Inneres des Tresors. Die Kamera bleibt zudem stets nah an den Protagonisten und fĂ€ngt die Rasanz in den Actionsequenzen routiniert ein. Die SchnittfĂŒhrung ist modern schnell, wirkt aber nur dann abgehackt, wenn es der jeweiligen Situation zugutekommt.
Die Musik schwankt last, but not least zwischen typischen Gangstermilieu-Rap, spannungsgeladenen KlĂ€ngen und Suspense-Elementen. Komponist Stefan Will (Blackout, Die Quellen des Bösen) erweist sich insofern als hervorragende Wahl.
Auch schauspielerisch leistest sich die Heist-Serie bislang kaum SchwĂ€chen. Frederick Lau legt seine Rolle sympathisch, aber mit einem Hang zum Nervenkitzel an. Die beiden Rapper Nimo und Veysel lassen ihren GangsterattitĂŒden freien Lauf und Christoph Krutzler ist ein bĂ€riges Original mit Herz.
Bleibt nur abzuwarten, wie sich die Bösewichte schlagen werden, von denen naturgemÀà in der DebĂŒtepisode noch nicht allzu viel zu sehen ist. Allerdings steigt Oberchecker Kida Khodr Ramadan ins Geschehen ein, so dass gemeinsam mit Erdal Yildiz als Al-Walid-Chef und Karl Welunchek als Bachofner-Pate auch auf dieser Ebene fĂŒr Abwechslung und Spielfreude gesorgt sein dĂŒrfte.
Fazit
Die Pilotfolge der Serie „Crooks“ verspricht ein flott erzĂ€hltes, actionorientiertes und aberwitziges Abenteuer auf Basis einer Heist-Story, die sich nicht hinter der internationalen Konkurrenz zu verstecken braucht. Allerdings erscheinen die fĂŒr den Streamingdienst Netflix beinahe archetypischen acht Episoden fĂŒr die Staffel auf den ersten Blick arg ambitioniert, so dass sich die Gefahr von gewissen LĂ€ngen im Mittelteil nicht verleugnen lĂ€sst.
Dennoch ist Wiedemann & Berg hier ein charmanter, spannender und unterhaltsamer Einstieg gelungen, der somit Lust auf mehr macht.
Wir vergeben vier von fĂŒnf Sternen
Crooks: Serientrailer
Hier abschlieĂend noch der Trailer zur Serie „Crooks“:
Verfasser: Reinhard Prahl am Donnerstag, 4. April 2024Crooks 1x01 Trailer
(Crooks 1x01)
Schauspieler in der Episode Crooks 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?