Countdown Copenhagen: Wie gut ist die ZDFneo-Thrillerserie?

Countdown Copenhagen: Wie gut ist die ZDFneo-Thrillerserie?

In Kopenhagen wird ein Terroranschlag verübt, 15 arglose U-Bahn-Insassen werden von maskierten Männern als Geiseln genommen, ein Spezialist soll verhandeln, eine Journalistin mischt sich ein. Die dänisch-deutsche ZDFneo-Serie Countdown Copenhagen spricht moralische Dilemmata an, die aktuell sind.

„Countdown Copenhagen“ / (c) ZDF, Christian Geisnæs
„Countdown Copenhagen“ / (c) ZDF, Christian Geisnæs
© ??Countdown Copenhagen“ / (c) ZDF, Christian Geisnæs

Der Moment, an dem sie erkennen, dass nichts mehr sein wird wie vorher, kommt für 15 Menschen an einem grauen Morgen in der Kopenhagener U-Bahn, als einige ihrer Mitpendler plötzlich Maschinengewehre aus ihren Taschen ziehen und in die Decke feuern. Die dänisch-deutsche Serie Countdown Copenhagen, die international auch unter dem Titel „Below the Surface“ läuft, folgt den darauffolgenden Ereignissen in acht Episoden, jeweils eine für einen Tag der Geiselnahme.

Wovon handelt die Serie?

Philip Nørgaard (Johannes Lassen) hat in Afghanistan gedient und er hat eine Geiselnahme überstanden. Er wurde gelobt, zum Helden erklärt und vergessen. Nun jedoch holt seine Vergangenheit ihn ein, als sein Alltag durch eine schockierende Tat unterbrochen wird. Denn Philip ist derjenige, an den die dänische Regierung und die Polizei sich wenden, um die Verhandlungen zu führen, als in der Metro eine Geiselnahme im großen Stil stattfindet.

Noch bevor der erste Kontakt stattfindet, erfährt Philip, dass die Polizei ihm die Psychologin Louise (Sara Hjort Ditlevsen) an die Seite gestellt hat. Die hat er erst kürzlich gesehen und zwar morgens in seiner Wohnung, als sie die Affäre der beiden beendete, weil sie dachte, dass sie von ihm angelogen wird. Doch für Probleme dieser Art ist nun kein Platz, findet zumindest Louise und erklärt Philip, dass sie Privates und Professionelles strikt trennen möchte.

Kurz zuvor sind nämlich 15 Menschen davon überrascht worden, dass Mitfahrer in der U-Bahn Waffen aus den Taschen ziehen und sie zu einem im Bau befindlichen Bahnhof treiben. Dort verschanzen sich die Geiselnehmer mit ihren Opfern, während im Rest des Landes die Erkenntnis für einen Schock sorgt: In der Hauptstadt findet ein Terroranschlag statt. Doch welcher Art genau, darüber wollen die Ermittler sich zunächst in Schweigen hüllen.

Immer wieder durchbrochen werden die aktuellen Ereignisse von Rückblenden auf die Zeit, als Philip selbst als Geisel gefangen gehalten wurde - von einem Mann mit catch phrase („Howdy Partner!“) und dem Willen, mit allen Mitteln ans große Geld zu kommen.

In der Kopenhagener Gegenwart erwachen die Geiseln aus ihrer Schockstarre und wir lernen sie besser kennen, zum Beispiel die junge Krankenschwesterschülerin Marie (Alba August) und den Karatelehrer Adel (Dar Salim).

Im Fernsehstudio verzweifelt unterdessen die Journalistin Naja (Paprika Steen), da sie von der Polizei keinerlei Informationen bekommt und auf Sendung gehen muss. In der Einsatzzentrale fragt man sich, wer hinter den Geiselnehmern steckt, IS und Al-Qaida sind die ersten Ideen, doch so richtig will Philip sich auf diese Vermutungen nicht einlassen.

Ein erster Versuch, das Versteck der Geiselnehmer per ferngesteuerter Kamera auszuspähen, geht direkt schief, doch an anderer Stelle wollen die Kriminellen durchaus Kontakt nach außen aufnehmen. Naya bekommt einen Anruf von einem der Geiselnehmer und bietet ihm ein Interview mit einer der Geiseln per Skype an. Innerhalb weniger Minuten geht sie auf Sendung und interviewt Marie, was Philip und die Taskforce unvorbereitet trifft. Die Liveschaltung endet mit einer Rede eines maskierten Geiselnehmers, der neben den Forderungen auch eine Nachricht an jemanden im Speziellen hat: „Howdy Partner!

Wie kommt es rüber?

Nach den ersten 40 Minuten sind nun also alle Möglichkeiten offen, von einer persönlichen Rache an Veteran Philip, bis hin zu Terror aus Reihen der Islamisten könnten die Geschehnisse in der U-Bahn alles Mögliche bedeuten. Die acht Episoden der Serie Countdown Copenhagen bilden jeweils einen Tag der Geiselnahme ab und passend dazu sendet ZDFneo die erste Staffel auch an acht Abenden hintereinander. Nicht nur dieser Aufbau erinnert an 24, auch die Struktur (ein Mann, dessen Vergangenheit sehr schnell plotrelevant wird und dadurch den Kampf gegen die Widersacher schnell persönlich einfärbt) sind nicht eben neu.

Doch gegen das Gefühl der Abgestandenheit haben die Serienmacher genügend eigene Ideen und Überraschungen auf Lager, um eine interessante Thriller-Serie auf die Mattscheibe zu bringen.

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