City on a Hill: Review der Pilotepisode

City on a Hill: Review der Pilotepisode

Kevin Bacon und Aldis Hodge leisten sich im Showtime-Auftakt von City on a Hill einen Schlagabtausch als Arschlochcop und idealistischer Staatsanwalt aus dem Boston der frühen 90er. Hier unser Pilotreview dazu.

„City on a Hill“ (c) Showtime
„City on a Hill“ (c) Showtime
© ??City on a Hill“ (c) Showtime

Der Bostoner Batman Ben Affleck hat sich mit dem ebenfalls aus der Stadt in Massachusetts stammenden Debüt-Serienschöpfer Chuck MacLean zusammengeschlossen, um für den amerikanischen Bezahlsender Showtime das historisch inspirierte, recht harte Retro-Crimedrama City on a Hill zu produzieren, das diese Woche im US-Fernsehen angelaufen ist. Macht Euch also gefasst auf nicht ganz saubere Cops, fragwürdige Frisuren und jede Menge Gefluche, sowohl von mörderischen Räubern als auch von hartgesottenen Gesetzeshütern.

In der Auftaktfolge mit dem ausschweifenden Titel The Night Flynn Sent the Cops on the Ice lernen wir drei zentrale Parteien kennen, deren Angelegenheiten bis zum Ende der Episode eng miteinander verstrickt sein werden. Zum einen ist da das von Kevin Bacon gespielte FBI-Scheusal Jackie Rohr, der sich auf einem erfolgreich aufgeklärten Mafiafall von vor einigen Jahren ausruht und davon überzeugt ist, sich auf den Straßen seiner Stadt alles leisten zu können, bis er endlich in Pension geht. Dementsprechend nimmt er kein Blatt vor den Mund, was ihn in Kombination mit dem Setting der Serie zu einem ganz schön unerträglichen Zeitgenossen macht, mit dem nicht gut Kirschen essen ist. Bacon hatte jedoch merklich Spaß daran, in diese Rolle zu schlüpfen und erinnert (auch durch die schleimige Frisur und den Schnurrbart) an so einige Antihelden und Antagonisten aus dem langjährigen Repertoire seines Kollegen Gary Oldman.

Showtime
Showtime - © Showtime

Ihm gegenüber steht der ebenso ambitionierte wie idealistische Staatsanwalt Decoury Ward (Aldis Hodge), der gerade erst aus Brooklyn versetzt worden ist und den verbrecherischen Sumpf von Boston am liebsten so richtig aufräumen würde. Leichter gesagt als getan, zumal er als afroamerikanischer Jurist mancherorts als auferzwungene Affirmative-Action-Einstellung abgetan wird. Zudem ist er noch nicht ganz eingeweiht, wie die internen Dinge des lokalen Justizapparats vor Ort geregelt werden und verscherzt es sich gleich beim ersten Treffen mit Rohr, als dieser erbittet, einen Junkie, der einen Cop angeschossen hat, ziehen zu lassen, weil es sich bei dem jungen Mann um einen seiner diversen Informanten aus dem kriminellen Milieu handelt. Kurze Zeit später hat Ward jedoch selbst ein berufliches Anliegen und schlägt einen professionellen Waffenstillstand plus Kooperation vor.

Was die beiden Männer zusammenbringt, ist der Fall einer Räuberbande, die einen ihrer Raubzüge verpatzt hatte und sich gezwungen sah, zwei Zeugen aus dem Weg zu räumen, die nun vermisst werden. Anführer Frankie Ryan (Jonathan Tucker) trommelt die Gang kurz darauf erneut zusammen, um einen weiteren Job zu planen. Skrupel hat er bezüglich seines unzuverlässigen kleinen Bruders Jimmy (Mark O'Brien), der verzweifelt Geld benötigt und unbedingt mitmischen will. Dass er mit Jimmy ein instabiles Element in die Gruppe und den Heist einführt, ist jedoch das geringste Problem von Frankie, der nicht ahnt, dass sein Bruder gleichzeitig ein weiterer Informant von Agent Rohr ist.

Fazit

Die erste Episode von City on a Hill stellt uns die gegensätzlichen Charaktere des nicht ganz sauberen FBI-Ermittlers und seines Staatsanwaltkollegen vor. Aldis Hodge macht eine gute Figur als Saubermann, der sich stets für den schlausten im Raum hält, während Kevin Bacon scheinbar selten so viel Spaß hatte wie in dieser Rolle aus dem moralischen Dunkelgraubereich, die nicht weit von einem „Bad Lieutenant“ entfernt ist. Unspannend bleibt bisher alles, was mit der Familie der Bandenmitglieder zu tun hat. Klar möchte man auch Sympathien für die Kriminellen etablieren, um es nicht ganz schwarz-weiß zu gestalten, aber das hier haben wir schon viel zu oft ganz genau so gesehen.

City on a Hill“ ist bei weitem kein „Departed“ oder gar ein The Wire, macht aber auf den ersten Blick sehr viel mehr richtig als zum Beispiel das unendlich mehr aufgesetzt wirkende The Oath. In den späteren Folgen darf man dann gern mehr mit dem historischen Setting anstellen, als es lediglich als Ausrede für unsensibleren Sprachgebrauch vorzuschieben. Als Auftakt für diese Art von hartgesottenem Crimedrama aber gar nicht mal verkehrt.

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