Chuck 1x01

Chuck 1x01

Chuck Bartowski (Zachary Levi) ist ein klassischer Underachiever, der es trotz unbestreitbarer Intelligenz mangels Motivation lediglich zum besseren Verkäufer in einem Elektronikladen gebracht hat. Sein Leben wird jäh durcheinander gewirbelt, als ein Spion eine ganze Computerdatenbank in Chucks Gehirn speichert. Plötzlich steht dieser im Mittelpunkt des Interesses gleich zweier amerikanischer Geheimdienste ...Serienjunkies wirft bereits vorab einen Blick auf die Pilotepisode der im Herbst anlaufenden NBC-Serie.

Eigentlich ein sonniges Gemüt: Chuck Bartowski (Zachary Levi) / (c) NBC
Eigentlich ein sonniges Gemüt: Chuck Bartowski (Zachary Levi) / (c) NBC

Vorbemerkung

Die amerikanischen Geheimdienste CIA und NSA ergänzen sich in ihren Aufgabenfeldern als Auslands- und Inlandsgeheimdienst der USA. Insofern arbeiten sie zwar selten direkt zusammen, aber gerade die Daten, die der CIA im Ausland sammelt, können für die NSA bei der Absicherung des amerikanischen Inlandes von Bedeutung sein.

Handlung

Seit ihm im ersten Jahr seiner Collegeausbildung die Freundin von seinem Freund und Mitbewohner Bryce (Matthew Bomer, Traveler) ausgespannt wurde, geht es mit Chuck Bartoskis (Zachary Levi, Less Than Perfect) Leben nicht mehr voran: er musste schließlich das College verlassen und arbeitet seit dem als Verkäufer in einem Elektronikgroßmarkt. Seine Schwester Elli (Sarah Lancaster, Everwood, What about Brian?) versucht immer wieder, seinen Ehrgeiz anzustacheln. Doch Chuck spielt lieber Videospiele mit seinem Kumpel und Kollegen Morgan (Joshua Gomez).

Sogar auf seiner eigenen Geburtstagsparty ist Chuck Außenseiter - weil ihr Bruder keine eigenen Freunde hat, hat seine Schwester nur ihre Ärzte-Freunde eingeladen. Da überrascht es Chuck doch sehr, dass nach all der Zeit ausgerechnet Bryce ihm eine Glückwunsch-eMail schickt. Doch die Mail enthält zu Chucks Überraschung eine gemeinsame Computerdatenbank der amerikanischen Geheimdienste CIA und NSA - und diese Datenbank landet auf optischem Weg direkt in Chucks Gehirn.

Dumm für die beiden Geheimdienste, dass der CIA Agent John Casey (Adam Baldwin, Firefly, Day Break) Bryce kurz nach Versenden der Mail erschießt und die Orginaldatenbank auch unwiederbringlich zerstört ist. So macht man sich beim CIA auf die Suche nach dem Adressaten der Mail - mit dem Ziel, zu zerstören, was man selbst nicht haben kann.

Auf Seiten der NSA geht man anders vor - was nicht zuletzt daran liegt, das man Bryce' ehemalige Partnerin Sarah (Yvonne Strahovski) auf den Fall angesetzt hat. Sie hat vor allem ein Interesse daran, die Motivation ihres ehemaligen Kollegen zu erforschen - und das geht nur, indem man sich mit (dem Lebenden) Chuck auseinander setzt.

Währenddessen gelingt es Chucks Gehirn, die Aufgabe des zerstörten Rechenzentrums zu übernehmen: es kombiniert die Fakten aus den beiden Quellen und kreiert so neue Erkenntnisse - sehr zu Chucks Verwirrung. Und so ist er mitten drin im Tauziehen zweier Geheimdienste und einem terroristischem Anschlag, den nur er verhindern kann ...

Chucks Schwester Elli und ihr Verlobter %26bdquo;Captain Awsome%26ldquo; © NBC
Chucks Schwester Elli und ihr Verlobter %26bdquo;Captain Awsome%26ldquo; © NBC

Bemerkungen

Verantwortlich zeichnen für Chuck zwei Partner, die bereits früher erfolgreich an The OC zusammengearbeitet haben. Auf der einen Seite Josh Schwartz, bekannt vor allem für kurzweiligen Dialoge der vorgenannten Serie. Auf der anderen Seite McG, der neben The OC schon Fastlane produzierte und sich nicht zuletzt durch die drei neuzeitlichen Charlies Angels Filme einen Namen gemacht hat.

Beide Produzenten stehen also durchaus für die eher leichte Seite der Unterhaltung, und das findet man in Chuck durchaus bestätigt. Hier nimmt man es mit der modernen Wissenschaft nicht so ganz genau und bemüht sich erst gar nicht, zu erklären, wie die Datenbank rein technisch gesehen in Chucks Kopf gelandet ist. Auch zeichnen sich die Stuntszenen durch eine gewisse Ästhetik aus und verlangen ein gehöriges Maß an suspension of disbelive - diese Spione und Agenten verfügen nun mal über die Körperbeherrschung, die es braucht, sich nach einem fünf-Meter-Sprung locker abzurollen oder werfen höchst effektiv kleine Messerchen um sich.

Chuck nimmt sich in vielem selbst nicht Ernst, versucht eine Art „Popcorn-Fernsehen“ zu sein. So sind außer Chuck die meisten Figuren deutlich überzeichnet: Chucks Freund Morgan als geekiger Sidekick, seine Schwester als geradezu gluckenhafte Ersatzmutter, ihr Verlobter (Ryan McPartlin) findet alles „Awsome!“, Sarah ist die Agentin mit (zuviel) Herz und Adam Baldwin lässt als CIA Agent eigentlich seine bisherigen Rollen in Day Break und Angel als „Totschläger im schicken Anzug“ mit klassischer „Erst schießen! Dann fragen!“-Mentalität wieder aufleben.

Das alles hinterlässt eher den Eindruck einer Action-Komödie.

So bleiben die echten dramatischen Elemente der Handlung doch eher kurz: die Entwicklung der Hauptfigur von einem antriebslosen Slacker zu einem Erwachsenen mit eigenen Zielen und Ambitionen.

Das entspricht schon eher Chucks Vorstellung vom Leben: Konsole zocken mit Morgan © NBC
Das entspricht schon eher Chucks Vorstellung vom Leben: Konsole zocken mit Morgan © NBC

Es ist davon auszugehen, dass Chuck auch in Zukunft seinen Day-Job behält und somit in seinem bisherigen sozialen Umfeld bleibt - und in bester Agentin mit Herz-Manier bürgerliches Privatleben und nationale Spionage unter einen Hut bringen muss. Neben dem Lösen von wöchentlichen Aufgaben wird sich ein durchgehender Handlungsstrang sicherlich auch mit der Frage beschäftigen, warum Bryce die Datenbank entwendete und sie ausgerechnet Chuck schickte - und was seine ehemalige Partnerin Sarah im Schilde führt.

Fazit

Jedem das seine. Mein Fall ist Chuck nicht, denn ich mag in meinen Serien dann doch wenigstens den Versuch von Pseudo-Logik und Pseudo-Wissenschaftlichkeit, dazu mindestens eine Spur dramatische Entwicklung (im klassischen Sinn).

Der amerikanische Sender NBC tat sicherlich gut daran, die am 24. September diesen Jahres zum ersten mal laufende Serie zusammen mit den ebenfalls fantastischen Serien Heroes und Journeyman zu programieren, und somit diese drei thematisch ähnlichen Serien zusammen zu halten.

Ich jedenfalls habe das ungute Gefühl, dass diese doch eher leichte Format jeden Zuschauer brauchen können wird, der zufällig für es abfällt.

Es war einfach ein langer langer Tag ... © NBC
Es war einfach ein langer langer Tag ... © NBC
Verfasser: Bernd Michael Krannich am Donnerstag, 2. August 2007
Episode
Staffel 1, Episode 1
(Chuck 1x01)
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 24. September 2007 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 22. August 2009
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Sonntag, 30. August 2009
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Dienstag, 23. Juni 2009
Autoren
Josh Schwartz, Chris Fedak
Regisseur
McG

Schauspieler in der Episode Chuck 1x01

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?