Chozen 1x01

Mit Chozen versucht der Kabelsender FX nach Unsupervised und der erfolgreichen Serie Archer wieder einmal Freunde animierter Comedy vor den Fernseher zu locken. Gleichzeitig kommt es der Serie ĂŒber den schwulen Rapper zugute, wenn man zudem ein Freund von Hip-Hop-Kultur und Rapmusik ist, denn um ehrlich zu sein: Der designierte Rezensent dieses Reviews fĂŒhlt sich nicht sonderlich qualifiziert, da eben jener Enthusiasmus fĂŒr „fett krasse“ Angelegenheiten fehlt, auch wenn die PrĂ€misse eines schwulen Hip Hoppers, der sich nach oben kĂ€mpft, nicht uninteressant klingt.
Handlung
Der leicht ĂŒbergewichtige Rapper Chozen (Bobby Moynihan) ist kein richtiger Bad Boy, muss jedoch fĂŒr seinen kompetativen Crew-Kollegen Phantasm (Method Man) ins GefĂ€ngnis, nachdem dieser es nicht so genau mit dem BetĂ€ubungsmittelgesetz genommen hat. Als er wieder auf freien FuĂ kommt, versucht er zunĂ€chst bei seiner Schwester Tracy (Kathryn Hahn) unterzukommen, die eigentlich gerade Herrenbesuch unterhĂ€lt. Schnell muss Chozen feststellen, dass Phantasm seine Songs gestohlen hat, doch er lĂ€sst sich nicht unterkriegen und plant ein groĂes Comeback. Ein versauter Cheerleaderfotograf berichtet ihm von einer Open-Mic-Nacht im Studentenzentrum, worauf sich der Rapper an die Wiedervereinigung seiner Gruppe macht. Crisco (Hannibal Buress) und Ricky (Michael Pena) treten jedoch mittlerweile auf Kindergeburtstagen auf und ihre Texte sind noch sauberer geworden. Von ihnen erfĂ€hrt Chozen, dass Phantasm inzwischen zum richtigen Gangster geworden ist, mit dem nicht mehr gut Kirschen essen ist.
Traurig und angetrunken gibt es die erste Musiknummer, in der seine beiden TeddybĂ€ren zu sexy BackgroundtĂ€nzern werden, ehe er noch betrunkener die Party seiner Schwester stĂŒrmt. Tracy erinnert ihn an ihre gemeinsame Kindheit. Bald trifft er Vorbereitungen fĂŒr sein erstes Konzert im Studentenzentrum, welches gleichzeitig eine Kampfansage an Phantasm ist. Auch seine Schwester und der kleine Nerd, mit dem sich Chozen in der Zwischenzeit angefreundet hat (und auf welchen er wohl ein Auge geworfen hat) sind anwesend, wĂ€hrend die Leute vor Begeisterung ausrasten.
Fazit
Wie bereits eingangs erwĂ€hnt, funktioniert Chozen wohl am besten, wenn eine gewisse AffinitĂ€t zum Hip Hop vorhanden ist. WĂ€hrend ich mir sicher bin, einige Referenzen verpasst zu haben und auch den beiden Musiknummern der Episode ĂŒberhaupt nichts abgewinnen konnte, sind diese Elemente fĂŒr viele, die ihre SĂ€tze selbst gern mit „Yo“ oder „Man“ beginnen, sicherlich das Salz in der Seriensuppe. Abgesehen davon konnte der gewollt derbe Humor nicht ganz ĂŒberzeugen. Sympathisch wird die Serie natĂŒrlich aufgrund seiner PrĂ€misse, die sonst oft nicht als Freunde betrachteten Themen - das Rapmusikmilieu und HomosexualitĂ€t - miteinander zu vermĂ€hlen. Dies hat durchaus subversive QualitĂ€ten, wenn sich unser auf dicke Hose machende Protagonist bemĂŒht machohaft gibt, dabei jedoch die oft zur Schau gestellte Vorliebe fĂŒr hĂŒbsche Damen und deren Geschlechtsmerkmale mit mĂ€nnlichen GegenstĂŒcken austauscht. In der Pilotfolge wird jedoch mit diesem Bruch nichts weiter angestellt und manche könnten es sogar befremdlich finden, dass Chozen trotz seiner PrĂ€ferenzen auf keinerlei WiderstĂ€nde trifft. Etwas, das in der realen Welt wohl leider anders ausfallen wĂŒrde.
Einigen wir uns abschlieĂend ganz diplomatisches auf Folgendes: Wenn Ihr Hip Hop mögt, die Lingo witzig findet und im Gegensatz zu mir wisst, wer die ganzen berĂŒhmten Synchronsprecher sind, gebt Chozen ruhig eine Chance. Erwartet jedoch keine queerpolitischen KunststĂŒckchen von der Serie mit dem schwulen Rapper sondern belasst Eure Erwartungen bei Rapmusik plus leicht pubertĂ€rem Humor.
Verfasser: Mario Giglio am Mittwoch, 15. Januar 2014(Chozen 1x01)
Schauspieler in der Episode Chozen 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?