
In Chosen geht es um den Strafverteidiger Ian Mitchell (Milo Ventimiglia, Gilmore Girls, Heroes), der Hals über Kopf Teil eines perfiden Spieles wird. Dabei beginnt er nicht nur seinem Umfeld zu misstrauen, sondern auch seiner eigenen Wahrnehmung. Am Ende des Piloten The Box bleibt neben einem Haufen Fragen vor allem das Bedürfnis, sofort weiterschauen zu wollen, zurück.
16. Oktober 7:28
Zu Beginn der Episode sehen wir zunächst, wie der uns noch unbekannte Ian einen uns unbekannten Mann mit einer Waffe bedroht. Es wird offen gelassen, ob Ian den Abzug drückt. Zunächst wird ein Zeitsprung drei tage zurück gemacht. Hier sehen wir den anscheinend frisch geschiedenen Vater, wie er sich um seine Tochter Ellie (Caitlin Carmichael) kümmert und dabei vor allem seine nächsten Klienten im Auge hat. Nach einem für ihn eher aufwühlenden Besuch seiner Ex-Frau Laura (Nicky Whelan) findet er plötzlich eine kleine hölzerne Kiste mit seinem Namen vor der Haustür.
In dieser befindet sich neben tickenden, kleinen Zahnrädern und einer Pistole vor allem ein Foto mit eine klaren Ansage. So hat er anscheinend bis zum 16. Oktober um 7.28 Uhr Zeit, einen gewissen Daniel Easton aus dem Weg zu räumen. Easton ist eben jener Mann, den wir bereits in der Anfangsszene sahen. Noch bevor er sich über diese Botschaften Gedanken machen kann, wird er bereits selbst ins Kreuzfeuer genommen.
Es folgt ein Besuch der örtlichen Polizei inklusive einem äußerst merkwürdigen Detective Inkster (Shaun Baker), der Ian nur zu deutlich darauf verweist, dass die ihm hinterlasse Waffe nicht zu identifizieren ist. Die Polizei zieht wieder von dannen und Ian auf die Arbeit. Hier werden ihm nicht nur zwielichtige Angebote seines Mandanten Salmas Valverde (Noel Gugliemi) gemacht, sondern auch noch ein Paar Streiche mit seiner Wahrnehmung gespielt. So hört er plötzlich seinen Mandanten von einer Affäre mit Laura sprechen und erhält bei dem Versuch, Detective Inkster anzurufen, nur eine automatische Nachricht mit der Zeit, die ihm noch für den Mord bleibt. Direkt danach erreicht er unter der Nummer jedoch niemanden.
Um seiner Verwirrung endlich ein Ende zu setzen, entscheidet sich Ian darauf, den ominösen Daniel Easton in dessen Zahnarztklinik aufzusuchen. Doch als er nur erwähnt, worum es geht, nimmt Easton sofort Reißaus. Stattdessen macht Ian nun Bekanntschaft mit Mara Kanig (Jill Bartlett), die ihn nicht nur mit einer netten Tüte über dem Kopf in seinem Auto begrüßt, sondern ihm auch etwas mehr, jedoch weniger rätselhaftes über das Spiel verrät, das er unfreiwillig mitspielt.
So ist sie selbst Teilnehmerin, hat bereits vier Menschen umgebracht und Ian als fünften auf ihrer Liste. Jedoch wird sie langsam von Skrupeln verfolgt und kann nicht so weitermachen. Sie weiß zwar nicht, was der Sinn des Spiels ist, jedoch gibt es kein Entrinnen, denn sonst wird man von den Wächtern heimgesucht. Am Ende entscheidet sie sich für den einzig möglichen Ausweg und springt vom Hausdach.
Fazit
Die Thrillerserie Chosen legt mit ihrer Pilotepisode Die Box einen Serienauftakt hin, der sich durchaus sehen lassen kann. So sorgen vor allem die musikalische Untermalung und das Spiel mit der Wahrnehmung der Titelfigur dafür, dass der Zuschauer neugierig und immer wieder hinters Licht geführt wird. Vor allem der kurzweilige Erzählstil und ein Szenario, das in bester „Battle Royal“-Manier zwar nicht vollkommen neu, jedoch äußerst spannend ist, schaffen es, das Gefühl zu vermitteln, am Ball bleiben zu wollen.
Durch die charakterzentrierte Sichtweise wird dem Zuschauer darüber hinaus die Frage gestellt, was er selbst in einer solchen Situation machen würde, in der alle bisherigen moralischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu Gunsten eines morbiden Katz-und-Maus-Spiels ad acta gelegt werden. Milo Ventimiglia legt somit zum Auftakt ein interessantes Szenario bereit, welches durchaus Potential hat, sich in eine spannende Thrillerserie zu entwickeln. Sofern diese Spannung gehalten werden kann.